Meisterten selbst die schwierigsten Stücke: die Musiker der Blaskapelle Langenpettenbach. ost

Viele musikalische Streicheleinheiten

Indersdorf - Wochenlang trafen sich die Musiker der Blaskapelle Langenpettenbach zu Proben, um das Beste aus ihren Instrumenten herauszuholen. Die Mühe hat sich gelohnt. Auch diesmal schaffte es die Truppe bei ihrem Neujahrskonzert, das große Publikum bestens zu unterhalten.

Blasmusik vom Feinsten erlebten die rund 500 Zuhörer beim traditionellen Neujahrskonzert der Blaskapelle Langenpettenbach in der Indersdorfer Schulturnhalle. Das empfand auch die politische Prominenz so, die hier gut vertreten war.

„Dieses Konzert ist eine tolle Einstimmung ins neue Jahr“, stellte Bezirkstagspräsident Josef Mederer fest, der erst vor kurzem den 91-jährigen Hans Schwarz mit der Bezirksmedaille geehrt hat. Dieser leidenschaftliche Klarinettist sei der beste Beweis dafür, dass Musik jung hält. Indersdorfs Bürgermeister Franz Obesser sieht das Neujahrskonzert als kulturelles Highlight in der Marktgemeinde, „denn hier wird jedes Jahr aufs Neue gezeigt, was anspruchsvolle Blasmusik bedeutet“. Landrat Stefan Löwl begeistert vor allem die Nachwuchsorganisation der Kapelle, die von Julia Karl geleitet, groß auftrumpfte. Die „Bembegga“, die weit über die Landkreisgrenzen hinaus einen hohen Stellenwert in der Blasmusik einnehmen, werden wohl auch langfristig keine Nachwuchsprobleme haben.

Angetan von der Bembegga Musi ist auch Fernsehpfarrer Rainer Maria Schießler, der auch heuer gerne den Weg von München nach Indersdorf in Kauf nahm. Ihn verbindet seit dem 60-jährigen Gründungsjubiläum der Kapelle im Jahre 2008 ein besonders gutes Verhältnis zu dem von Sigrid Daumiller-Kroll geleiteten Orchester, denn damals hat er den Festgottesdienst zelebriert.

Die professionelle Dirigentin setzte heuer schon zum Konzertauftakt ihren Taktstock beim Kaiserin Sissi-Marsch kräftig ein. Auch die Festmusik der Stadt Wien, ein bekanntes Werk von Richard Strauss, kam beim Publikum bestens an, bevor mit der Polka von Alexander Pfluger musikalische „Streicheleinheiten“ verteilt wurden. Die Freunde der Polkamusik applaudierten natürlich gerne zur Hanna-Polka.

Ein sehr anspruchsvolles Stück war der Holzschuhtanz aus der Oper „Zar und Zimmermann“. Mit beliebten russischen Melodien, die in dem Stück „Wo die Wolga fließt“ zusammengefasst sind, ging’s in die wohlverdiente Sektpause.

Wiederum ein Marsch war es, nämlich das Stück „Die Sonne geht auf“, mit dem der zweite Konzertteil begann. Dann aber zeigte die Kapelle mit der italienischen Lustspiel-Ouvertüre von Ted Huggens, dass sie problemlos auch schwerere Stücke meistert. Dr. Hubert Ruß hatte in das anspruchsvolle Programm auch ein Trompeten-Solo eingebaut. Mit dem „Boogie Woogie Bugle Boy“ begeisterten drei Nachwuchstrompeter, nämlich Annette Keimel, Dennis Schilcher und Thomas Baumann. Auch „Charleston“ von George Hamilton Green durfte zum Jahresauftakt nicht fehlen.

Mit „Fiddler on the roof“ wurden Highlights aus dem gleichnamigen Musical zu Gehör gebracht. Donnernden Beifall gab es für die Bembegga Jungbläser, die konsequent dem Taktstock von Julia Karl folgten. Die Madl und Burschen begeisterten mit zwei modernen Stücken, nämlich „Grenade“ von Claude Kelly und „Game of thrones“ (Thema der gleichnamigen Serie).

Mit viel Witz und Humor, führte auch heuer Robert Brack aus Herrsching durchs Programm. Der von ihm angekündigte Reitermarsch des großen Kurfürsten sollte der Schlusspunkt sein, doch da hatte man die Rechnung ohne die lautstark nach Zugaben rufenden Konzertgäste gemacht. So gedachte man mit einem Udo-Jürgens-Medley des vor kurzem unerwartet verstorbenen Vollblut-Musikers und setzte den allseits bekannten Radetzky-Marsch noch drauf, so dass ein richtig breites Feld von Musikrichtungen abgedeckt wurde.

Josef Ostermair

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