Vielschichtiges Kampfgetümmel bei der Stadtkapelle

Dachau - Die Stadtkapelle Dachau hat mit einem kontrastreichen, anspruchsvollen Programm beim Jahreskonzert 2016 im Barocksaal des Dachauer Schlosses erneut ihr Können unter Beweis gestellt.

Das Sinfonische Blasorchester unter der Leitung von Michael Meyer gehört seit vier Jahren zu den besten und erfolgreichsten Blasorchestern im Raum Nieder- und Oberbayern. Und auch um den Nachwuchs muss sich die Stadtkapelle keine Sorgen, denn 150 junge Musiker lernen dort ein Instrument.

Etwa 60 von ihnen traten am Sonntag des Konzertwochenendes mit facettenreichen Stücken in der Stadtjugendkapelle auf, mit Titeln wie „Three old Dances“ und „The Chronicles of Narnia“, gefolgt von japanischer Volksmusik. Ohne Zugaben ließen die etwa 300 begeisterten Zuhörer die Nachwuchsmusiker nicht gehen.

„Kontraste“ war das Gesamtkonzert überschrieben, das Dominik Härtl moderierte. Er gab Hinweise zu außergewöhnlichen Klanggebilden und technischen Finessen. „Gut und Böse, Krieg und Frieden, Ying und Yang“ brachte das Orchester souverän in Einklang. Bei dem klanggewaltigen ersten Stück „Pugna Aeterna“, dem „Ewigen Kampf“, handelte es sich um eine Besonderheit, nämlich um die Uraufführung des Auftragswerks der Stadtkapelle an den Komponisten Kim-Dirk Linsenmeier, in dem das intensive Schlagwerk bis zum fulminanten Schluss die Akzente setzt.

Eines der erfolgreichsten Orchesterwerke hat sich die Stadtkapelle mit der „Overture 1812“ von Peter I. Tschaikowsky in vielen Proben während der langen Vorbereitungszeit erarbeitet. Das sei in der 19-jährigen Geschichte der Kapelle „das schwerste Stück“, erklärte Orchestermitglied und Vereinsvorsitzender Michael Wagner abschließend in seinem Dank an alle Mitwirkenden und Unterstützer.

Seine Freude und Erleichterung konnte auch Dirigent Michael Meyer nicht verbergen, nachdem es ihm mit seinem 65-köpfigen Orchester gelungen war, dieses „unglaublich schwierige Werk“ so bravourös aufzuführen. Die Herausforderung besteht darin, die Vielschichtigkeit der Komposition im Kampfgetümmels zwischen russischen Volkstanzklängen, der Zarenhymne und der Marseillaise musikalisch umzusetzen.

Mit der Filmmusik aus „Star Wars“ von John Williams klang der unterhaltsame Nachmittag in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste aus. Aufgrund des donnernden Beifalls kam das Publikum mit der zündenden Zugabe noch einmal in den Genuss, den gewaltigen Klangkörper zu erleben: Mit der berühmten Filmmelodie aus „The Good, the Bad and the Ugly“ oder „Zwei glorreiche Halunken“, die Oscar-Preisträger Ennio Morricone geschrieben hat.

(ink)

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