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Tadeusz Stupka, Lilly Karsten, Herbert Felix Plahl und Ralf Hanrieder

Vernissage am heutigen Freitag

Vier Freischaffende stellen im Spatzenschlössl aus 

Vier Ateliers plus vier ambitionierte Berufskünstler macht eine Ausstellung am kommenden Wochenende. Die vier Freischaffenden im Spatzenschlössl in der Münchner Straße, Herbert Felix Plahl, Tadeusz Stupka, Lilly Karsten und Ralf Hanrieder, organisieren ihre alljährliche gemeinsame Ausstellung. Und wie immer wird es bunt in der Stockmann-Villa.

Dachau – Die Farben scheinen zu explodieren, zum einen, weil für das kleine Atelier von Stupka eigentlich viele und viel zu große Gemälde an den Wänden hängen und auf dem Boden angelehnt stehen, zum anderen weil sich der Künstler bei der Farbpalette erneut nicht zurück gehalten hat. Auf jeder Leinwand scheint sein komplettes Farb-Repertoire ausgeschöpft geworden zu sein. Stupkas Ateliersausstellung steht unter dem Titel „Golden Cut“, also „Goldener Schnitt“. „Ich überlasse nichts dem Zufall, ich habe genau ausgemessen“, sagt Stupka zu seiner Vorgehensweise. Seine neuesten Gemälde, die nun in der Ausstellung im Mittelpunkt stehen, zeigen abstrahierte Stadtansichten, die von der Großstadt New York inspiriert wurden. „Ich möchte weg von der flächigen Darstellung, ich möchte mit Bildern neue Räume schaffen“, sagt er.

Einen ähnlichen Ansatz hat Ralf Hanrieder. „Ich möchte keine schönen Bilder malen, ich möchte mit meinen Bildern Gefühle erzeugen, ich möchte, dass sich der Betrachter vom Bild angezogen fühlt und in einen Raum eintaucht“, erklärt er. Dies schafft er, in dem er das immerselbe Muster, das „magischen Quadrat“, in einer Art Raster immer wieder wiederholt. Das Muster wird meist vom Bildrand zur Bildmitte kleiner, die Farben der immer dünner werdenden Striche werden zur Mitte meist heller. Eine regelrechte Leuchtkraft bekommen die Gemälde, weil der Künstler mit Komplementärfarben arbeitet.

Ebenso farbig geht es bei Herbert Felix Plahl weiter. Normalerweise verarbeitet er in seinen Gemälden Erlebtes von seinen Reisen. In diesem Jahr ging es jedoch nicht weg, weshalb er sich von seinen alten Reisen inspirieren ließ. „Es ist auch einmal gut, zu rasten und alles Wirken zu lassen“, sagt er. Plahl betont aber auch: „Ich male keine Reisebilder.“ In der Tat merkt man auf dem ersten Blick nicht, wo es den Künstler die vergangenen Jahre hinführte. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man beispielsweise einen Buddha. „Es sind eher Gefühle oder Gedanken, die einmal wiederkommen, die ich in meinen Bildern andeute“, führt er aus. Wie so oft lassen sich in seinen abstrakten, farbigen Gemälden immer wieder neue Dinge entdecken, je länger man sie betrachtet.

Lilly Karsten, die jüngste Künstlerin in der Villa, hat ebenfalls vieles aus ihren Reisen mitgebracht. Barcelona, Murnau, Teneriffa, Berlin: Wo sie auch immer ist, um Auftragsarbeiten zu erledigen, nimmt sie sich ihre freie Zeit, um frei zu arbeiten. Dabei entstehen außergewöhnliche Fotografien. Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Barcelona von oben, eine Reihe von Bildern aus einem Nationalpark auf Teneriffa, die mit grün und braun farblich wunderbar harmonieren, oder Nahaufnahmen eines Adlers, den Karsten bei einem Tierpark sehr nah vor die Linse bekam. „Hätte er einen schlechten Tag gehabt, wäre die Kamera kaputt, aber das war es wert“, sagt die leidenschaftliche Fotografin. Allgemein seien ihre ausgestellten Werke diesmal sehr „tierlastig“. Neben dem Adler sind auch Aufnahmen von Schmetterlingen, anderen Vögeln sowie Quallen zu sehen – immer aus einem besonderen, meist nahem Blickwinkel. Natürlich gibt es wie immer auch einen Einblick in Karstens Arbeit als Hochzeits- oder Portraitfotografin. MIRIAM KOHR

Die Ausstellung

eröffnet mit einer Vernissage am heutigen Freitag von 19 bis 24 Uhr. Die Ausstellung ist am Samstag von 14 bis 19 sowie am Sonntag von 10 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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