Segel-Regatta in der Karibik

Tandern, ahoi

Tandern - Kristallklares Wasser, brennende Hitze, malerische Sonnenuntergänge und vier Tanderner auf einer flotten Dreikabinenyacht: Rund zwei Wochen segelten die oberbayerische Crew zwischen den kleinen Antillen in der traumhaften Karibik und lernte auch das tropische Lebensgefühl kennen.

Zwei Wochen, fünf Segler, fünf karibische Inseln, viele Abenteuer: Dieter Zerweck (75), Sepp Krimmer (60), Karin Knoth (55) und Frank Lachner (35) aus Tandern und ihr Mitsegler Rolf Dootz (37) haben Ende November, Anfang Dezember an der Spaßregatta „Karibik-Trophy“ teilgenommen. Sie traten an gegen Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Es war wirklich eine Erlebnisreise“, erzählt Dieter Zerweck, der Senior der Gruppe. „Wir waren die Exoten unter den Teilnehmern, die Bauern vom Land sozusagen“, scherzt der 75-jährige, der für das Großsegel zuständig war.
Denn die zwölf anderen Boote mit ihren Seglern kamen vor allem vom Bodensee oder aus der Hamburger Gegend. Aber dass es in Tandern keinen großen See gibt und das Meer weit ist, ließ sich das Team aus dem Landkreis nicht anmerken. Denn auf der Strecke zwischen den Inseln Martinique, Dominica, Les Saintes, Guadeloupe und Antigua gaben die Tanderner bei insgesamt drei Regatten ihr Bestes.
Der Start in die „Karibik-Trophy“ war alledings mau, wie Steuermann Josef Krimmer erzählt: „Im ersten Rennen haben wir den Start ein wenig verschlafen!“ Zerweck stimmt zu: „Es geht morgens immer sehr schnell, man muss sofort auf den Wind reagieren und schauen, dass man vom Anfangspunkt Richtung Endpunkt optimal startet.“
Trotzdem erreichten die Tanderner nach einer kleinen Aufholjagd beim ersten Rennen noch einen achten Platz.
Im zweiten Rennen von Dominica nach Iles des Saintes lief es dann schon sehr viel besser: „Da gab es eine kleine Flautestrecke. Durch die sind wir aber gut durchgekommen, weil wir einen anderen Kurs wie die Anderen gefahren sind“, erzählt Zerweck stolz.
Nach einem spannenden Zweikampf trafen die Tanderner schließlich mit etwa drei Bootslängen Abstand zum Sieger auf der kleinen Inselgruppe Iles des Saintes ein. Jetzt hatten es die vermeintlichen „Nobodys“ aus Tandern ihren Konkurrenten also gezeigt: Auch Landratten aus Oberbayern können segeln.
Doch beim letzten Rennen bei starkem Wind traf das fünfköpfige Segelteam aus dem Landkreis eine falsche Entscheidung: Es entschied sich für ein Reff, eine kleine Vorrichtung am Großsegel, um es zu verkleinern: „Durch das Reff ging unsere Yacht nur schwer durch die Wellen, und bald wurde das Reff ganz aufgelöst, was wiederum Zeit kostete. Aber mit dem siebten Platz waren wir durchaus zufrieden“, sagt Josef Krimmer nach dem aufregenden Segeltrip in der Karibik. Letztlich haben die Tanderner einen fünften Platz bei der „Karibik-Trophy“ belegt.
Neben den anstrengenden Regatten war die Tanderner Segelcrew in der Karibik aber auch auf Entdeckungstour auf den kleinen Antillen: Die Bayern lernten die freundlichen Einheimischen kennen, genossen Schwefelbäder auf der Insel Dominica, tauchten dort in den Urwald am Indian River ein, wo auch Szenen für den Hollywood-Spielfilm „Fluch der Karibik“ gedreht wurden.
Ein besonderer Abend ist Dieter Zerweck auf der ehemaligen englischen Insel Antigua in Erinnerung geblieben. Dort hatten sich alle Teilnehmer des „Karibik-Trophy auf einem hohen Felsen getroffen: „Es gab Rum, ein bisschen Halli-Galli, und wir haben Steelband-Musik gehört.“ Steelband ist eine typische karibische Musikrichtung, bei denen die Musiker auf blechernen Schlaginstrumenten spielen.
Die vier Tanderner sind also nicht nur in das karibische Meer eingetaucht, sondern auch in das tropische Fieber der kleinen Antillen.

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