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Andreas Scheuer kümmert sich persönlich

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Selina Seebauer bei ihrem Referat im Garten.
Selina Seebauer bei ihrem Referat im Garten. © privat

Vierkirchen – Da habe Andreas Scheuer, wohl „keinen Bock gehabt auf Geschichten wie: Mädel sitzt draußen im Schnee und hält ein Referat“, sagt Christian Seebauer (53) über den überraschenden Telefonanruf, den er gestern erhielt. Der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur sprach persönlich mit dem Vater aus Vierkirchen-Rettenbach und dessen Tochter Selina (17).

Die Schülerin der 13. Klasse der Städtischen Fachoberschule (FOS) für Gestaltung München-Giesing hatte wie gestern berichtet, am Montag um 8.15 Uhr dick vermummt im Schneetreiben draußen im Garten des Hauses ihrer Eltern ein Referat im Fach Englisch halten müssen, weil es im Haus keine ausreichende Internet-Verbindung für eine Videokonferenz mit der Lehrerin gibt.

Seit der Auftragsbestätigung am 18. Juli 2019 warten die Seebauers, dass die zuständige Telekom ihr Anwesen endanschließt, nachdem die Glasfaserkabel bereits seit langem im Boden sind. Nun soll plötzlich alles ratzfatz gehen. Bereits am kommenden Montag soll das Haus der Seebauers und sogar der gesamte Straßenzug in Rettenbach in den Genuss schnellen Internets kommen.

„Wir haben 40 Minuten lang mit Scheuer telefoniert“, sagt Christian Seebauer, „er war genau gebrieft und hat gewusst, wo bei uns die Kabel verlegt sind.“ Offensichtlich habe sich der Minister auch mit der Telekom kurzgeschlossen. Wäre der Artikel nicht in der Presse gestanden, „wäre ich doch niemals an Scheuer rangekommen“, so Seebauer. Wie ebenfalls berichtet, hatte der Vater per Facebook an Kultusminister Michael Piazolo sowie die CSU Oberbayern geschrieben sowie eine E-Mail an das Kultusministerium verfasst und auf die Homeschooling-Situation seiner Tochter aufmerksam gemacht. Piazolo und die CSU hatten bis zum Artikel in den Dachauer Nachrichten am Donnerstag gar nicht geantwortet, das Ministerium schickte ein Standardschreiben ohne Unterschrift.

Selina Seebauer fand das Gespräch mit Scheuer „total witzig. Am Anfang hat er uns nicht erwischt und auf den Anrufbeantworter gequatscht“, so die 17-Jährige. Aber der Minister probierte es wieder. Als er Selina am Apparat hatte, „hat er mir alles gute fürs Abi gewünscht“, so die FOS-Schülerin.

Die Seebauers hoffen nun, dass sie kein medienträchtiger Einzelfall bleiben. „Es gibt bei uns in Bayern noch ganz viele weiße Flecken, was schnelles Internet angeht. Und es gibt viele Eltern und Kinder, die das beim Homeschooling betrifft. Ich hoffe, dass sich bald noch mehr bewegt.“

Der CSU-Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass seine Partei ein Programm für schnelles Internet aufgelegt habe, was natürlich auch die Gemeinde Vierkirchen umfasse. Die Telekom wiederum habe „versprochen, bis Ende 2020 die Häuser in Rettenbach anzuschließen“. Stets habe die CSU versucht, dass das Unternehmen das macht. Bislang jedoch habe die Telekom nicht reagiert. Jetzt habe Andreas Scheuer gehandelt.

Thomas Zimmerly

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