Baustelle, Mann trägt was
+
Thema in fast allen Gemeinden und Städte: die Abstandsflächen bei Wohnungsbauten

Einstimmiger Beschluss im Gemeinderat

Auch Vierkirchen regelt Abstandsflächen selbst

Auch die Gemeinde Vierkirchen reagiert auf die Neuerungen in der bayerischen Bauordnung: Sie will Abstandsflächen bei Wohnbauten selbst regeln.

Vierkirchen – Wie viele Gemeinden im Landkreis regelt auch die Gemeinde Vierkirchen ihre Abstandsflächen bei Wohnbauvorhaben selbst. Der Gemeinderat folgte den Empfehlungen der Verwaltung und votierte einstimmig für den Erlass einer entsprechenden Satzung. Grund für die Abstandsflächensatzung ist der Gesetzentwurf der Staatsregierung, die bereits am 1. Februar in Kraft treten soll. Kernpunkt der neuen Bauordnung ist bei Neubauten die Nähe zum Nachbargebäude. Musste bislang der Abstand der Gebäudehöhe des Neubaus entsprechen (also „1H“) so setzt die neu BayBO nun den Wert bei 0,4 H fest, sodass dichter gebaut werden könnte.

Das würde den Charakter von Vierkirchen verändern, mit einer doch deutlichen Nachverdichtung. Es bestehe ein hoher Siedlungsdruck in der Gemeinde, und die steigenden Grundstückspreise werden dazu führen, dass die Mindestmaße ausgenutzt werden, sodass sich schon damit die Wohnqualität nachhaltig ändern werde.

Deshalb schlug Bürgermeister Harald Dirlenbach eine Regelung von 0,8 bzw. 0,4 H vor: Zwischen den Gebäuden muss ein Abstand des 0,8-Fachen der Höhe der Außenwand gehalten werden. Bei zwei Außenwänden von nicht mehr als 16 Metern Länge gilt der Faktor 0,4. In beiden Fällen beträgt der Mindestabstand weiterhin drei Meter. Geltungsbereich ist das gesamte Gemeindegebiet, ausgenommen sind Gewerbe-, Kern- und urbane Gebiete.

Damit erklärten sich alle Gemeinderäte einverstanden. Auf die Frage von Werner Polt (CSU) nach der Rechtssicherheit der Satzung musste der Gemeindechef passen: „Wahrscheinlich schon“, aber Rechtssicherheit bestehe erst, wenn Gerichte ein entsprechendes Urteil fällen.  

Brigitte Weber

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare