Bürgerversammlung

Die Pasenbacher fragen nach

Flächenfraß, Tempo 30, unansehnlicher Spielplatz: Die Pasenbacher hatten bei ihrer Bürgerversammlung im Feuerwehrhaus so manche Frage an Bürgermeister Harald Dirlenbach.

VON BRIGITTE WEBER

Pasenbach – Die Pasenbacher kamen so zahlreich zur Bürgerversammlung, dass die Feuerwehr sogar noch Bänke aufstellen musste.

Mit Informationen über den Haushalt, einer Rückschau über das vergangene Jahr und einer Vorschau auf die nächsten Ereignisse gestaltete Bürgermeister Dirlenbach den ersten Teil der Versammlung. Nach der Pause ging es dann in die Diskussion mit dem Publikum.

Paul Lang bat um eine genaue Erklärung des Begriffs „Abwassersplitterung“. Laut Bürgermeister Dirlenbach „kommt da noch eine große Sache auf die Gemeinde zu“. Das Gesetz besagt, dass die Bürger nicht ungleich mit Kosten belastet werden dürften. Dies bedeutet – wer ein Grundstück hat, das mehr versiegelt ist, muss auch mehr bezahlen, da er mehr Abwasser in den Kanal leitet. Um dies aber alles genauestens zu recherchieren, braucht die Gemeinde externe Firmen, die jedes Grundstück genau erfassen und auswerten. Erst danach werden die Gebühren aufgeteilt.

Wann der Baubeginn und das Bauende für den neuen Kindergarten seien, wollte Martin Huber wissen. Man plane 2020 mit dem Neubau und mit der Fertigstellung spätestens Juni 2022, so der Bürgermeister.

Auch Hans Stichlmeyr sprach das Thema Kindergarten an: Seiner Ansicht nach sollte man nicht soviel Fläche versiegeln, sondern stattdessen lieber in die Höhe bauen. Der Flächenfraß bei der einzeiligen Bauweise wäre zu hoch, und die zwei Geschosse könnte man ja auch anderweitig nutzen – zum Beispiel für die Volkshochschule.

Wie Bürgermeister Dirlenbach erklärte, habe sich dies die Gemeinde bereits überlegt, doch die Kosten seinen dabei so immens gestiegen, dass die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben war. Bei zwei Geschossen müsste einen Aufzug einbauen, aus Gründen der Barrierefreiheit. Unterstützung bekam der Bürgermeister von einem Zuhörer, der erklärte, selbst schon mal in einem Kindergartenbau involviert gewesebn zu sein. Er bestätigte, dass die Auflagen für einen zweistöckigen Bau enorm seien.

Albert Kugler, ein Anwohner der Schlossstraße, fragte nach, ob es die Möglichkeit einer Verkehrsberuhigung an dieser Straße gebe, entweder in Form einer 30er Zone oder einem Zebrastreifen. Da es sich bei dieser Straße um eine Kreisstraße handelt, ist der Landkreis zuständig und erklärte Dirlenbach. Bereits mehrfach hätte die Gemeinde Vierkirchen versucht, eine Lösung zu finden doch bisher ohne Erfolg. Er werde die Angelegenheit aber nochmals an den Landkreis weiterleiten, sagte Dirlenbach zu. Vielleicht besteht wegen des Seniorenheims doch noch eine Möglichkeit.

Wieso die drei Kreisverkehre neu angelegt wurden, wollte Mathias Großmann-Neuhäusler wissen. Auch hier konnte der Bürgermeister nur auf den Landkreis verweisen. Dieser sei für die Bepflanzung und Pflege zuständig. „Momentan sehen die Kreisel etwas karg aus, aber es sollen bienenfreundliche Gewächse blühen“, erklärte der Bürgermeister.

Richard Pacina bemängelte, dass in der Weichser Straße der Gehsteig nur 60 Zentimeter breit sei. Er wollte wissen, ob sich dies im Zuge der Fahrbahnsanierung noch ändern lässt. „Dies ist nicht vorgesehen“, hieß es von Seiten der Gemeinde. Des Weiteren fragte Pacina, ob alle Gehwege wieder hergerichtet werden, nachdem der Glasfaserausbau fertig ist. Nach Auskunft der Gemeinde wird die Deutsche Glasfaser alle Baustellen nach Abschluss der Bauarbeiten in Ordnung bringen – in Zusammenarbeit mit der Gemeinde.

Johannes Stetter befürchtet wegen der Neubauten am Rechthaler Weg Engpässe auf der Straße durch geparkte Autos. Dirlenbach gab zu Bedenken: Jedes Gebäude wurde nur genehmigt mit den entsprechenden Stellplätzen im Grundstück. Natürlich könne die Gemeinde niemand zwingen, die Stellplätze auch zu benützen. „Es entspricht nicht der Wahrheit, dass die Gemeinde die Stellplätze abgelöst hat!“ Er wolle allerdings die Situation an der Straße im Auge behalten, so Dirlenbach.

Die Frage von Valentin Großmann, wie es mit den Asylbewerbern weiter geht, konnte der Bürgermeister nicht beantworten. „Die allgemeine Situation lässt sich einfach nicht einschätzen“, so Dirlenbach. Kosten für die Gemeinde fallen jedoch nicht an, weil es sich um eine staatliche Aufgabe handelt.

Themen wie der Radweg von Vierkirchen nach Schönbrunn oder das Baugebiet Pasenbach Nord können laut Dirlenbach noch nicht abschließend behandelt werden. „Es fehlen Zustimmungen von Behörden oder Grundstückseigentümern. Die Gemeinde bleibt dran.“

„Dass der Kinderspielplatz in Pasenbach etwas mitgenommen aussieht“, beanstandete Anneliese Schmid. Dirlenbach erklärte jedoch: „Als Hauptspielplatz ist der Spielplatz in Vierkirchen gedacht, und der wird zur Zeit saniert.“ Allerdings will die Gemeinde auch den Spielplatz in Pasenbach prüfen.

Als letztes Anliegen wurde die Frage von Andreas Stichlmeyr behandelt, der den Weg zur Vereins- und Kulturhalle bemängelt, weil sich hier ständig Schlaglöcher auftun. Bauhofarbeiter Hans Wagner solle sich das anschauen und Lösungen erarbeiten.

Rubriklistenbild: © bw

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