Vierkirchen investiert 14,4 Millionen

Gemeinderat beschließt Rekord-Haushalt

Die Gemeinde Vierkirchen macht neue Schulden in Höhe von rund 3,3 Millionen Euro. Goldene Wasserhähne werden dafür aber nicht gekauft. Sondern nur Pflichtaufgaben erledigt.

Vierkirchen – Die Gemeinde Vierkirchen hat für 2018 einen Rekord-Haushalt aufgestellt. 14,4 Millionen Euro werden heuer investiert. Das sind rund 13 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Es gilt, hohe Investitionen zu schultern. Allen voran die Fertigstellung des Kinderhortes an der Grundschule. Das Projekt wird heuer voraussichtlich 2,1 Millionen Euro verschlingen – der Hort soll aber auch heuer fertig werden.

Für 550 000 Euro sollen Grundstücke gekauft werden. Und 420 000 Euro werden in die Sanierung der Kläranlage und eine neue Photovoltaik-Anlage gesteckt. Für diverse Straßenbaumaßnahmen will die Gemeinde 300 000 Euro ausgeben. Jeweils 280 000 Euro werden der Breitbandausbau und Brandschutzmaßnahmen an der Grundschule kosten.

Um all diese Investitionen finanzieren zu können, muss ein Darlehen von knapp 3,3 Millionen Euro aufgenommen werden. „Ich weiß, diese Schuldenaufnahme hört sich jetzt erst einmal dramatisch an, sie ist aber unterm Strich nicht so schlimm“, versuchte Bürgermeister Harald Dirlenbach im Gemeinderat zu relativieren. Schließlich kann die Gemeinde mit einem staatlichen Zuschuss von fast einer Million Euro rechnen.

Außerdem fehlt es der Gemeinde auch nicht an Einnahmen. Gerechnet wird mit 2,5 Millionen Euro durch die Gewerbesteuer und knapp 3,8 Millionen Euro Einkommenssteuer. Diese erfreuliche Einkommenslage hat jedoch zur Folge, dass die Kreisumlage knapp 2,5 Millionen Euro beträgt.

Dirlenbach bleibt dennoch gelassen: „Ich halte den Finanzhaushalt für solide durchdacht. Wir können das im Moment so schultern.“ Außerdem gibt der Bürgermeister zu bedenken, dass im Grunde alle Investitionen „Pflichtaufgaben“ sind, um die die Gemeinde über kurz oder lang nicht herum kommt: „Wir bauen hier ja keine goldenen Statuen, sondern investieren in unsere Zukunft.“

Eine Investition in die Zukunft stellt auch die Erweiterung des Kinderkartens Villa Kunterbunt dar, die vom Gemeinderat beschlossen wurde. In einem neuen Anbau, der mit dem bestehenden Gebäude verbunden werden soll, sollen drei weitere Gruppen unterkommen. Diese werden als „Flexi-Modell“ gestaltet. Das heißt, dass die Räume so gestaltet werden, dass je nach Bedarf sowohl Kindergarten- als auch Krippen-Gruppen eingerichtet werden können. „Damit haben wir hoffentlich endlich mal wieder Luft bei der Kinderbetreuung. Mit dem bestehenden Angebot sind wir auf Anschlag“, erklärt Dirlenbach.

Die Gemeinderäte waren zufrieden mit dem Haushalt – und dem neuen Kämmerer Robert Szeidl. Leiser Unmut regte sich nur über die stark gestiegenen Personal- und Verwaltungskosten. Die Personalkosten sind im Vergleich zum vergangenen Jahr um knapp 200 000 auf fast 1,7 Millionen Euro gestiegen. Eine Erhöhung in diesem Bereich war laut Dirlenbach jedoch unumgänglich. Die Gemeinde sei über lange Zeit personell viel zu dünn besetzt gewesen, habe mit immer mehr Aufgaben zu tun und nun noch zwei Langzeiterkrankte mitzutragen gehabt. Nun sei die Gemeinde personell für die nächsten Jahre abgesichert.

Kritik hagelte es am Freistaat Bayern. Sätze wie „An den Kommunen wird alles ausgelassen!“ oder „Die Regierung lässt uns im Stich!“ kamen aus den verschiedensten politischen Lagern. Den Räten geht es dabei um die Kinderbetreuung.

sr

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