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Gemeinderatsbeschluss

In Vierkirchen steigen die Kindergartengebühren

Die Kinderbetreuung bringt vielen Gemeinden ein Defizit. Das gilt auch für Vierkirchen. Deshalb wird jetzt an der Gebührenschraube gedreht.

Vierkirchen – Die Kindergartengebühren in Vierkirchen werden in Absprache mit den Trägern zum 1. September erhöht. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Die Beiträge für die Kindertagesstätten in Vierkirchen waren zu niedrig. Das stellten nicht nur alle drei Träger – Rotes Kreuz, Caritas und KITA-Verbund – fest, sondern das zeigte auch ein Vergleich der Gemeindeverwaltung mit den Gebühren aller umliegenden Kommunen.

Kämmerer Robert Szeidl legte dem Gemeinderat ein Beispiel vor: Besucht ein Kind in Vierkirchen täglich vier bis fünf Stunden den Kindergarten, müssen die Eltern bislang 93 Euro im Monat zahlen. Das sind 36 Prozent unter dem Durchschnitt der umliegenden Gemeinden, der bei 126,75 Euro liegt.

Was die Eltern freuen dürfte, treibt die Ausgaben für die Gemeinde weiter in die Höhe. Wurden früher, wie Bürgermeister Harald Dirlenbach (SPD) vorrechnete, Kindergärten rechnerisch ungefähr zu je einem Drittel vom Staat, der Kommune und den Eltern finanziert, entfielen heute alleine auf die Gemeinde 57,4 Prozent der Kosten. Für die vier Kindertagesstätten in Vierkirchen kommen von Bund und Freistaat 745 000 Euro pro Jahr. Den gleichen Betrag muss die Gemeinde drauflegen. Und wenn den Trägern am Ende des Jahres ein Defizit entstanden ist, muss die Gemeinde auch dieses ausgleichen. Für 2019 rechnet Kämmerer Szeidl so mit einem Defizit von 270 000 Euro.

Doch auch damit ist noch nicht Schluss. Denn die Betriebskosten zum Beispiel für Strom, Reinigung und Versicherungen erhöhen die Kosten allein für die Gemeinde Vierkirchen auf insgesamt 1,1 Millionen Euro, wie der Kämmerer im Gespräch mit der Heimatzeitung erläuterte.

Um die Kosten nicht weiter aus dem Ruder laufen zu lassen, schlug Kämmerer Robert Szeidl dem Gemeinderat auf Anraten der drei Träger vor, die Elternbeiträge zu erhöhen. Das halten die Träger deshalb für unumgänglich, weil nur so deren eigene Wirtschaftlichkeit erhalten bleiben könne, wie Szeidl sagte.

Für die vier bis fünf Stunden sollen künftig 125 Euro im Kindergarten fällig werden. Die Gebühr liegt immer noch 1,75 Euro unter dem Durchschnitt der umliegenden Gemeinden. Für jede Stunde mehr erhöht sich der neue Beitrag in Vierkirchen auf diesen Sockelbetrag jeweils um zehn Euro im Monat. Ab acht Stunden steigt er dann stärker, nämlich von bislang 141 auf 169 Euro. Für den derzeit noch nicht angebotenen Fall von neun bis zehn Stunden würde er erstmals um 29 Euro-Cent über dem Durchschnitt der Nachbargemeinden liegen und glatte 190 Euro betragen.

Auf die bisherigen Beiträge für Kindergartenkinder unter drei Jahren und für die Kinderkrippe werden auf den derzeitigen Elternbeitrag jeweils 15 Euro mehr fällig. Damit steigt der Sockelbetrag für vier bis fünf Stunden von 240 auf 255 Euro sowie pro Stunde mehr um 20 Euro und so weiter bis zu maximal neun Stunden für 335 Euro.

Das erschien dem Fraktionssprecher der Freien Wähler Pasenbach Gerhard Pechler als zu hoch. Bürgermeister Dirlenbach erwiderte: „Die jetzige Staatsregierung hat zwar die Eltern entlastet, aber nicht die Kommunen.“ „Alle Eltern bekommen Geld vom Staat“, bemerkte Gemeinde-Geschäftsleiterin Cornelia Hartl. Doch Pechler ließ nicht locker: „Der Sprung von über 30 Prozent ist einfach zu hoch.“

Mario Eichinger (SPD) fragte nach dem Umfang der Einsparungen für die Gemeinde, wenn die neuen Beiträge beschlossen würden. Die Antwort von Szeidl lautete: „Zwischen 80 000 und 90 000 Euro.“ Bürgermeister Dirlenbach räumte ein: „Da sind wir in der Vergangenheit auch selber schuld gewesen, dass wir die Beiträge nicht immer wieder angepasst haben. Aber von dieser sozialen Gebührenpolitik haben die Eltern auch lange profitiert.“

R.-DIETMAR SPONDER

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