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Im romantischen Licht der untergehenden Sonne spielten die Musiker auf dem Steg. Dirigent Alexander Fries ist hier noch in Hose und Hemd...

 Musikverein Vierkirchen

Nasser Höhepunkt: Dirigent muss bei Sommerserenade im Naturbad Wettschulden einlösen

Die Sommerserenade des Musikvereins Vierkirchen war für einige Überraschungen gut. Angefangen bei der Örtlichkeit: Zum ersten Mal fand das Konzert des Jugend- und des Blasorchesters als Open-Air-Veranstaltung im Vierkirchner Naturbad statt. Eine weise Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.

von Stefanie Ritter

VierkirchenNach bisher eher verhaltenen Besucherzahlen beim Sommerkonzert hatte sich der Musikverein Vierkirchen zu einem Experiment durchgerungen: Sommerserenade im Naturbad. Prompt musste der Termin aufgrund von Regenwetter verschoben werden. Doch beim Ausweichtermin war den Musikern und Zuhörern ein lauer Sommerabend beschert, der schöner nicht hätte sein können. Auch die Besucherzahl war eine Überraschung für die Musiker. „So viele Gäste! Wir sind wirklich baff“, stellte der Vorsitzende Hans Kohmann fest.

Nach dem Bad dirigierte Alexander Fries im Handtuch.

Das Naturbad erwies sich bestens geeignet für ein Freiluft-Konzert. Auf dem sehr breiten Steg hatte das gesamte Orchester mit Dirigent Platz, die Besucher konnten sich bis kurz vor dem Konzert noch im Wasser abkühlen und anschließend einfach gemütlich auf eine Picknick-Decke legen, und die Kinder mussten nicht ruhig auf ihren Stühlen sitzen bleiben, sondern konnten sich zwischendurch auf dem Spielplatz austoben.

So kam eine wunderschöne Sommerabendstimmung auf, als die Musiker zu „Conquest of Paradise“ und einem goldenen Sonnenuntergang bedächtig einmarschierten. Zu den Liedern „Pirates of the Caribbean“, „Skyfall“ und „Golden Eye“, gespielt vom Jugendorchester, legten sich einige Zuhörer auf den Rücken, schauten in den orangeroten Himmel, und vergaßen die Sorgen der Arbeitswoche. Ein wenig Wehmut kam jedoch auf, als sich das Jugendorchester von seinem liebgewonnenen Dirigenten Daniel Reynolds verabschieden musste, der zum Studieren wegzieht. Auch ihm war die Traurigkeit anzumerken. „Ich bin sehr dankbar, dass ich vor drei Jahren diese Chance bekommen habe. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Wir sehen uns bestimmt bald wieder“, versprach er seinen Schützlingen.

Doch spätestens bei der bekannten Titelmelodie der Rosenheim Cops „Pfeif drauf“, war aller Abschiedsschmerz vergessen, viele pfiffen fröhlich mit und stimmten sich aufs Wochenende ein. Die gute Laune und fröhlich-verträumte Stimmung wurde fast schon kitschig, als während „Wunder gibt es immer wieder“ ein riesiger Schwarm von Zugvögeln über die Musiker gen Sonnenuntergang zog. Kurz: Die Musiker des Blasorchesters und Selina Leitensdorfer mit ihrem klaren Gesang schenkten den Vierkirchnern einen unbeschwerten Sommerabend, der so richtig Lust auf die kommenden Sommerferien machte.

Der Abend war also so oder so schon ein voller Erfolg, doch die größte Überraschung und damit das Highlight sollte erst noch folgen. Die Sonne war mittlerweile unter gegangen, und das Orchester wurde von bunten Lichtern angestrahlt. Am Rand des Wasserbeckens sorgten Kerzen für romantische Atmosphäre. Der Dirigent Alexander Fries hatte gerade zum letzten Stück des Abends, ein Medley aus Hits die Achtziger angesetzt, da durchbrach Vorsitzender Hans Kohmann die konzentrierte Stille mit dem Hinweis darauf, dass Dirigent Alexander Fries noch Wettschulden offen hatte. Und er war erbarmungslos: Vor versammeltem Publikum musste Alexander Fries die Hosen runterlassen – eine Badehose hatte er jedoch schon drunter – und eine Runde durch das Becken schwimmen. Den „Eighties Flashback“ und die beiden Zugaben „Those were the days“ und „Guten Abend gut Nacht“ dirigierte er mit einem Handtuch bekleidet. Dieses skurrile Bild war nun das Sahnehäubchen auf einem rundum gelungenen Abend.

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