Vierkirchen

Aggressive Hündin büxt immer wieder aus

Seit einiger Zeit treibt ein 50 Kilogramm schwerer Vierbeiner in Vierkirchen sein Unwesen. Einige Hundebesitzer bewaffnen sich bereits mit Pfefferspray, um sich im Ernstfall verteidigen zu können. Es geht um eine Berner Sennenhündin.

Vierkirchen – Ausgefuchst wie sie ist, beobachtet sie ihre Hundemama genau, um im richtigen Moment Reißaus zu nehmen. Dann streift sie durch die Straßen und, nun ja, fängt hier und dort Streit mit ihren vierbeinigen Nachbarn an. Das Problem: Die Zweibeiner sind damit überhaupt nicht einverstanden.

„Seit dem letzten halben Jahr sind mir 16 Vorfälle bekannt geworden“, berichtet Stefanie Schmidt. Die Vierkirchnerin hat Angst um ihren eigenen Hund – und um ihren Sohn. Ihr zufolge fällt die Hündin ohne Vorwarnung andere Hunde an. „Zu Verletzungen ist es bisher nur noch nicht gekommen, weil die Besitzer sofort eingreifen“, erklärt sie.

Ohne einen Schadensfall hat die Kommune aber wenig Möglichkeiten, gegen den Besitzer vorzugehen. „Mir sind bis jetzt nur drei Vorfälle gemeldet worden“, teilt Bürgermeister Harald Dirlenbach mit. Als Zeuge müsse man die Vorfälle auch melden, damit etwas dagegen getan werden könne.

Alexandra Rabl hat dies längst getan. Im November wurde ihr drei Monate alter Welpe von der großen Hündin angegangen. Seitdem meidet sie den Ortskern Vierkirchens oder nimmt ihren Mann mit zum Spazieren. „Wir wollen alle nur, dass die Hündin in kompetente Hände kommt, die sich auskennen, sich mit ihr beschäftigen und sich um sie kümmern“, versichert Rabl. Denn eigentlich wolle niemand, dass die Hündin angekettet werden oder im Zwinger leben muss.

Das sieht die Besitzerin der auf einem Hof lebenden Hündin genauso: „Ein Leben im Zwinger wäre Tierquälerei. Ich versuche, den Hund immer unter Kontrolle zu haben, aber ich leugne nicht, dass er ab und an abhaut.“

Ihr zufolge will der Berner Senne nur spielen und seinen Hof beschützen. Streit mit den Nachbarn wegen des Hundes will sie auf gar keinen Fall. Deshalb hat sie nach dem letzten Vorfall auch angeboten, zusammen mit den anderen Hundebesitzern auf einer Wiese ein Zusammentreffen zu üben. „Ich habe schon so viel Geld ausgegeben, wir waren in der Hundeschule, aber er büxt einfach immer noch aus“, erklärt sie ihre verfahrene Situation.

Eine Leinenpflicht besteht aufgrund der Schulterhöhe des Hundes sowieso. „Das Verfahren muss schrittweise erfolgen“, erklärt Dirlenbach. Eine Maulkorbpflicht könne er nur auferlegen, wenn es bereits zu Beißattacken mit Verletzungen gekommen wäre. Die Besitzerin wurde mehrfach auf ihre Pflichten hingewiesen und musste erklären, wie sie in Zukunft das freie Herumlaufen des Hundes verhindern wolle. Letztendlich geht es auch um die Sicherheit der Hündin, denn nicht jeder Autofahrer legt eine Vollbremsung hin.

Eva-Maria Dillitz

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