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„Wir vergessen immer wieder, wie krank die Kinder eigentlich sind“, berichtet Emely Weich (links). Am Nachmittag spielen sie und ihre Mitvolontärin Laura Gnann mit den Kindern – oder machen einfach mal Quatsch. 

18-jährige Vierkirchnerin volontiert für ein Jahr in Indien

Die große Schwester für kranke Kinder

Emely Weich aus Vierkirchen ist nach ihrem Abitur nach Indien gegangen, 7400 Kilometer. In einem kleinen Dorf kümmert sie sich um HIV-infizierte Kinder und Jugendliche. 

Vierkirchen– Sie wollte nach der Schule unbedingt eine längere Zeit im Ausland verbringen, berichtet Emely Weich aus Vierkirchen. Seit September hat sie diesen Wunsch in die Wirklichkeit umgesetzt: Ein Jahr lang wird sie in Indien, genauer gesagt in Nilavaarapatti im südindische Bundesstaat Tamil Nadu, im „Don Bosco Care Home“, leben – zusammen mit 79 Jungs, mit vier Salesianern, ihrer Mitvolontärin Laura Gnann, zwei Köchen sowie weiteren Mitarbeitern.

Die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 22 Jahren sind mit HIV (Humanes Immundefizienz-Virus) auf die Welt gekommen. Im Don Bosco Care Home bekommen sie kostenlose medizinische Versorgung, eine schulische Ausbildung und Unterstützung. Basierend auf dem Leben und Werk Don Boscos (1815-1888), Priester, Pädagoge und Pionier der Jugend, hat sich die römisch-katholische Organisation zusammen mit der 1859 gegründeten Ordensgemeinschaft der Salesianer den Nöten und Sorgen vernachlässigter sowie benachteiligter Kinder und Jugendlicher angenommen.

„Unsere Hauptaufgabe ist das Unterrichten der Kleinen“, berichtete Emely Weich. Die Kinder der 1. bis zur 8. Klasse werden direkt im Projekt unterrichtet. Die größeren Jungs fahren jeden Morgen entweder mit dem Fahrrad oder dem Schulbus in eine weitere Schule oder in ein Collage.

Mit Kindern kann Emely gut umgehen, sie war langjährige Übungsleiterin der Schwimmabteilung des TSV Indersdorf. „Ich hatte eine eigene Trainingsgruppe in meinem Schwimmverein, in der ich den Kleinsten unseres Vereins das Schwimmen beigebracht habe“, schreibt Emely in ihrem Blog.

Emely Weichs erste Monate im Freiwilligendienst in Indien sind geprägt von vielen neuen Eindrücken: „Im Care Home angekommen, wurden wir von allen Jungen mit Liedern und Blumen begrüßt. Laura und ich standen etwas überfordert in der Mitte, als uns alle 70 Jungs die Hand schüttelten, und haben einfach mal gelächelt.“

Nach der Schule beginnt „unsere schönste Aufgabe,“ berichtet Emely. Dann kommen alle Jungen zur „Games-Time“ zu ihren sogenannten „Sisters oder Akkas“ – das heißt in Tamil große Schwestern – im Projekt zusammen. Nun hat man Zeit, Sport zu machen, Brettspiele zu spielen, zu reden oder einfach mal mit den Kindern Quatsch zu machen.

Außerdem begleiten Emely und Laura die Jugendlichen abwechselnd zum Arzt. Aufgrund ihres geschwächten Immunsystems sind die Jungen anfälliger für Infekte, so dass es vorkommt, dass innerhalb weniger Tage plötzlich zwölf Kinder für mehrere Tage auf der Krankenstation liegen. In der Zeit versuchen die deutschen Mädchen durch Geschichten, Bilder oder einfach nur durch ihre Anwesenheit, die Kinder glücklicher zu machen. Umso schöner ist es dann für die beiden, wenn sie die Kinder wieder auf dem Sportplatz antreffen und mit ihnen herzlich lachen können.

„Innerhalb des Alltags vergessen wir immer wieder, wie krank die Kinder eigentlich sind, weil sie so unglaublich fröhlich, aufgeweckt und voller Energie stecken“, schildert Emely Weich ihre Eindrücke. „Vor allem im Sport haben wir immer wieder Schwierigkeiten, mit ihnen mitzuhalten.“ 

Das Projekt „Don Bosco Care Home“ finanziert sich durch Spenden. Informationen sowie Emelys Blog gibt auf der Website https://blogs.donboscovolunteers.de/donboscocarehomemoolakadunilavaarapattipost/

mm

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