Der Vierkirchner Gemeinderat hat den Haushalt 2021 verabschiedet. Das Geld ist knapp.
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Der Vierkirchner Gemeinderat hat den Haushalt 2021 verabschiedet. Das Geld ist knapp.

Haushalt 2021 verabschiedet

Vierkirchen macht 4,7 Millionen Euro neue Schulden

Der Vierkirchner Gemeinderat hat den Haushalt 2021 verabschiedet. Ohne neue Schulden geht es heuer nicht.

Vierkirchen – Ohne große Diskussion verabschiedete der Gemeinderat Vierkirchen den Haushalt für dieses Jahr. Debattiert wurde nur kurz über die Anfrage von Florian Drexler (Freie Wählergemeinschaft Pasenbach), der anregte, die Ausgaben für die Reparatur der Friedhofswege zu überdenken. „Ist das in der angespannten finanziellen Lage wirklich notwendig?“ Doch die Gemeinderatskollegen waren alle dafür, dass die Maßnahme in nächster Zeit durchgeführt werden soll.

Kämmerer Robert Szeidl informierte über den Haushaltsplan sowie den Finanz- und Investitionsplan bis 2024. Die Höhe des Gesamthaushaltes beträgt 17,5 Millionen Euro, der Haushalt hat damit in etwa das gleiche Volumen wie im Vorjahr. Aufgrund von Hebesatzerhöhungen rechnet die Gemeinde mit Mehreinnahmen bei der Grundsteuer und geringeren Einbußen bei der Gewerbesteuer. Beim Einkommensteueranteil wird mit coronabedingten Einnahmeausfällen gerechnet.

Der mit Abstand größte Ausgabeposten ist die Kreisumlage. Hier werden bei der Gemeinde Vierkirchen heuer mehr als 3,6 Millionen Euro fällig. Trotz einer Erhöhung der Elternbeiträge steigt der Kostenanteil der Gemeinde bei der Kinderbetreuung weiter an. In diesem Jahr kommen in diesem Bereich voraussichtlich Kosten von 1,1 Millionen Euro auf die Gemeinde zu. Nicht berücksichtigt sind die Investitionen im Bereich Kinderbetreuung. Diese betragen im Zeitraum von 2017 bis 2022 über 7 Millionen Euro (davon staatliche Förderung rund 3 Millionen).

Allein für die Erweiterung der Kindertagesstätte Villa Kunterbunt ist heuer mit Kosten von etwa 2,1 Millionen Euro zu rechnen. Die Fertigstellung wird bis Mitte nächsten Jahres angestrebt.

Für Grundstückskäufe stellt die Gemeinde 1,5 Millionen Euro in den Haushalt ein. Eine knappe Million wird 2021 im Bereich Abwasserbeseitigung investiert. Bei planmäßigem Verlauf müssen Neukredite über insgesamt 4,7 Millionen Euro aufgenommen werden.

Die Mindestzuführung zum Vermögenshaushalt kann nicht erwirtschaftet werden. Dies ist aber aufgrund der Verordnung über kommunale Erleichterungen im Zuge der Corona-Pandemie sanktionsfrei.

Robert Szeidl zog als Fazit: „Durch weitsichtiges und strukturiertes Handeln in 2020 können wir eine Unterdeckung im Verwaltungshaushalt 2021 vermeiden. Die höheren Einnahmen aus den Elternbeiträgen und Friedhofsgebühren sowie Steuermehreinnahmen in Folge der Hebesatzerhöhungen waren von elementarer Bedeutung.“ So könnten unter anderem weiterhin freiwillige Leistungen (Zuschüsse für Vereine, Naturbad usw.) geleistet werden. „Die Auswirkungen der Corona-Krise werden uns aber auch 2022 noch massiv beschäftigen.“   

Von allen Fraktionen erhielten der Kämmerer und die Verwaltung viel Lob für den „vernünftigen Haushalt und das sparsame wirtschaften“ (Siegfried Nefzger, CSU). „Man muss eben im Moment jeden Cent zweimal umdrehen.“ Bürgermeister Harald Dirlenbach blickte schon ein wenig in die Zukunft: „Durch eine solide Finanzführung muss man sich auf die Zukunft vorbereiten. Denn die Digitalisierung, die verschobene Umsatzsteuer und viele andere Aufgaben warten noch auf die Gemeinde.“

Brigitte Weber

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