Mit 83 Jahren ist Michaeel Nefzger gestorben.

Er schuf die Modelle der historischen Gebäude

Vierkirchen trauert um Michael Nefzger

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Die Gemeinde Vierkirchen hat einen  verdienten Bürger verloren: Michael Nefzger ist im Alter von 83 Jahren gestorben.

Pasenbach – Am Freitag wurde er zu Grabe getragen. Bekannt war er vor allem für seine originalgetreuen Modelle von historischen Gebäuden in der Gemeinde. Zum Leonhardiritt wurden die bis zu einer Tonne schweren Nachbauten dann feierlich in dem Festumzug mitgeführt.

Seine Liebe zum Handwerk hat sich bei Michael Nefzger schon früh entwickelt. Als ältestes von sechs Kindern hätte er eigentlich die Möglichkeit gehabt, die Landwirtschaft seiner Eltern in Fürholzen bei Freising zu übernehmen. Stattdessen schlug er eine ganz andere Berufslaufbahn ein: Er erfüllte sich seinen Berufswunsch und wurde Maurer. Die Lehre absolvierte er in München, bevor er dann lange in Indersdorf und Vierkirchen als Maurerpolier arbeitete. Später wechselte er dann in das Unternehmen seines Sohnes.

Seine Liebe zum Werkstoff Holz entwickelte Michael Nefzger allerdings erst nach seinem Renteneintritt. Von da an konnte ihn dann nichts mehr bremsen. In detailverliebter Kleinarbeit fertigte er sechs Modelle von historischen Vierkirchener Gebäuden. In jedes Modell steckte er ein ganzes Jahr Arbeit. Los ging es mit der St.-Leonhards-Kirche in Pasenbach. Darauf folgten das strohgedeckte Schusterhäusl, das Benefiziatenhaus, das ehemalige Pasenbacher Schloss, die Unterweikertshofer Kirche und schließlich die Vierkirchener Kirche.

Die Idee dafür war ihm bei den Leonhardiritten in Inchenhofen gekommen. Dort schmückten lebendige Figuren die Motivwagen. Seine Arbeit brachte ihm allerhöchste Anerkennung in der Gemeinde ein. Für sein Engagement erhielt er von der Gemeinde die Ehrenmedaille und die Ehrennadel in Silber.

Weitaus schmerzhafter trifft der Verlust aber die Familie des fleißigen Baumeisters. Acht Kinder, mehr als 20 Enkelkinder und auch schon einige Urenkel haben einen liebevollen Vater, Opa oder Ur-Opa verloren. Sein handwerkliches Talent nutzte er nicht nur zum Bau der Modelle, sondern er bastelte und fertigte auch Spielsachen oder Dekorationen für die ganze Familie. Sein Wissen um das Maurerhandwerk kam ebenfalls der ganzen Familie beim Hausbau zu Gute. „Wir haben ein Leben lang gebaut“, hatte seine Ehefrau Irmgard einmal gesagt.

Sie war eine wichtige Stütze in Michael Nefzgers Leben. Kennengelernt haben sich die beiden beim Ferkellaufen. Ihre gemeinsamen Interessen schweißten das Ehepaar zusammen. Sie gingen gemeinsam auf Reisen, fuhren zum Schwimmen nach Bad Gögging. Und auch bei kleineren Arbeiten an den Modellen für den Leonhardiritt half Irmgard Nefzger mit.

Mit diesen Modellen wird Michael Nefzger auch lange nach seinem Tod in Vierkirchen im Gedächtnis bleiben. Der Familie bleiben die selbstgefertigten Spielsachen und die Erinnerungen an den liebevollen Ehemann, Familienvater, Opa und Ur-Opa. Die Lücke, die Michael Nefzger hinterlässt, wird nur schwer zu schließen sein.

THOMAS BENEDIKT

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