Alter Mann mit Seitenscheitel
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Starb mit 82 Jahren: Franz Jengkofer.

Franz Jengkofer gestorben – Ehrenmitglied bei der SpVgg, Bürgermedaille in Vierkirchen

Vierkirchen und Kammerberg trauern

Er war beliebt und geschätzt: Vor allem in Kammerberg und Vierkirchen trauert man um Franz Jengkofer, der im Alter von 82 Jahren verstorben ist.

Vierkirchen –Immer freundlich, immer ein „Servus, wie geht‘s Dir“ auf den Lippen, und ein kleiner Plausch, wenn er in Vierkirchen spazierte: So war Franz Jengkofer. Seine umgängliche Art wird den Vierkirchnern fehlen, denn Franz Jengkofer ist jetzt mit 82 Jahren verstorben.Mit halbem Herzen war „der Franz“ Vierkirchner, die andere Hälfte gehörte seinem Geburtsort Kammerberg. Dort wurde er am 27. Januar 1939 geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen mit zwei Brüdern, Martin und Rudi, auf. Er erlebte noch die letzten Kriegsjahre, war gerne Ministrant und begeisterter und talentierter Fußballer. Legendär waren die Derbys gegen den SC Vierkirchen, und nach Aussagen eines inzwischen 88-jährigen ehemaligen Gegners „war Franz immer schon ein harter Brocken beim Fußball“.

Auch nach zwei schweren Unfällen 1960 und 1965 blieb er dem Fußball treu, übernahm das Traineramt bei der SpVgg Kammerberg sowie mehrere ehrenamtliche Funktionen: Vorsitzender, Schiedsrichter und Schiedsrichterbeobachter. Außerdem leitete er mehrere Jahre die Theaterabteilung. Bei der SpVgg wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Toni Berngehrer, Vorsitzender der SpVgg: „Er prägte ein halbes Jahrhundert unseren Verein, war immer eingebunden, ein herzensguter Freund.“

20 Jahre lang übte Franz Jengkofer seinen erlernten Beruf als Maurer aus, und aus gut informierten Kreisen ist bekannt, dass halb Kammerberg von dem stets hilfsbereiten Hausbauer aufgemauert wurde. Besonders stolz war Jengkofer aber, als er ins Angestellten-Verhältnis bei der Volksbank-Raiffeisenbank Dachau übernommen wurde und dort bei der Zweigstelle Allach bis zu seiner Rente arbeitete.

Beim Tanzen im damaligen Bräusaal hat er seine spätere Frau Helga kennengelernt, 1963 wurde geheiratet, und 1969 kam zur großen Freude Sohn Rainer zur Welt. Vorher wurde noch das Haus der Schwiegereltern in Vierkirchen mit enormer Eigenleistung zu einem Doppelhaus erweitert. Zur Familie gehören inzwischen Schwiegertochter Sonja und die Enkeltöchter Julia und Nina, die Jengkofer so sehr liebte.

Vierkirchen wurde damals zur zweiten Heimat für Franz Jengkofer. Er integrierte sich ins Vereinsleben, wurde Mitglied in verschiedenen Vereinen und war unter anderem Gründungsmitglied der Vereinigung für Kultur und Brauchtum. Mit außergewöhnlichem Einsatz engagierte er sich beim Naturbadbau im Jahr 2003.

Als Capo der „Rentnerband“ leistete er viele Tausend Arbeitsstunden, etwa beim Faschingszug, beim Christkindlmarkt, beim Maibaumaufstellen und bei vielen anderen Aktivitäten. „Wenn mia amoi mit irgendwos fertig warn, dann kimmt der ,Oach’ (Bürgermeister Heinz Eichinger) und find wieda a neue Aufgabe“, sagte der Franz mit sympathischem Lächeln – und packte sofort an.

Für seine großen Verdienste für das Gemeinwohl wurde er mit der Bürgermedaille in Silber der Gemeinde Vierkirchen ausgezeichnet.

Mit großem Eifer war er auch Sänger im Viergesang Vierkirchen und freute sich über jeden Auftritt. „Für ihn waren Lieder Balsam für die Seele“, sagt Vierkirchens Altbürgermeister Heinz Eichinger, der Schwager von Franz Jengkofer.

Mit mehreren Schicksalsschlägen musste Franz Jengkofer fertig werden, der frühe Tod seines Bruders Martin, der Tod seiner Frau vor elf Jahren, die Versteifung seines Fußes. Zuletzt wurde eine Rundumpflege unerlässlich, und die letzten fünf Jahre verbrachte er im Pflegezentrum Esterhofen, wie seine Familie mitteilte, ohne Jammern und ohne Murren, stets zufrieden. Und so wird er den Vierkirchnern und den Kammerbergern in Erinnerung bleiben.

Brigitte Weber

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