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Blumen von Vertretern der Pfarrgemeinderäte für Sebastian Kottermair (2.v.l.)und Bärbel Guderley.

Emotionale Verabschiedung in der Kirche

Sebastian Kottermair hört  als Kirchenmusiker auf

Sebastian Kottermair hört nach 66 Jahren als Kirchenmusiker auf. Auch Kantonistin Bärbel Guderley zieht sich zurück.

Weichs/Vierkirchen – Feierlich und emotional ging es zu beim Sonntagsgottesdienst in der Weichser St.-Martin-Kirche zu. Der Grund: Mit Sebastian Kottermair wurde ein außergewöhnlicher Kirchenmusiker endgültig in den Ruhestand verabschiedet.

Der Albersbacher hat mit zwölf Jahren erstmals auf der Orgel in Westerholzhausen gespielt. Jetzt hört er nicht nur wegen seines Alters, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen endgültig auf. Natürlich ließ er es sich nicht nehmen, bei seiner Verabschiedung den Kirchenchor, der die Rathgeber Messe sang, an der Orgel zu begleiten. Mit dabei natürlich auch seine langjährige Kantonistin Bärbel Guderley aus Hilgertshausen, die jetzt ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen ihren Dienst beendet. Sie war auch nochmal am Saxofon zu hören.

Dekan Peter Dietz, der den Gottesdienst zusammen mit Pfarrvikar Dr. Clement N. Obielu, Pastoralreferent Johannes Fichtl und Gemeindereferentin Elisabeth Gilliar zelebrierte, erinnerte an die vielen Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen, die Kottermair musikalisch begleitet hat. „Nie haben sie gefehlt“, stellte er fest, „an keinem Sonntag, in all den Jahren hier in Weichs und dann auch in Vierkirchen. Für Sie gab es keinen Urlaub. Er herzliches Vergelt’s Gott dafür“.

In Weichs hat Kottermair fast auf den Tag genau vor 20 Jahren, es war der 29. Juni 1999, als Kirchenmusiker angefangen. Ab 2010 verrichtete er diese Aufgabe auch noch zusätzlich in der Pfarrei Vierkirchen. Seit 2005 stand ihm fast immer Bärbel Guderley, die bei ihm Orgel lernte und anschließend die C-Prüfung ablegte, als Kantonistin zur Seite. Sie war seine linke und rechte Hand, war scherzhaft zu hören. Und dies ehrenamtlich, wie Dietz betonte. Fast 15 Jahre waren die beiden, was die Kirchenmusik betrifft, unzertrennlich.

Im Namen der Pfarrgemeinderäte verabschiedeten Max Nefzger aus Weichs sowie Mariele Neubauer und Peter Höß aus Vierkirchen die verdienten Kirchenmusiker mit einem kleinen Geschenk. Nefzger betonte: „Schade, dass es Euch bei uns nicht mehr gibt. Wir haben in letzter Zeit erst gemerkt, als es beim Gottesdienst keine Kirchenmusik gab, wie diese fehlt!“ Sichtlich gerührt bedankte sich die Leiterin des Kirchenchores Gerlinde Hachinger-Hingl für die langjährige gute Zusammenarbeit und erinnerte an die vielen schweren Messen, die man gemeinsam gestaltet hat.

Still und nachdenklich wurde es in der Kirche, als ein von Ferdinand Kauppert erstellter kurzer Film gezeigt wurde, in dem Kottermair und Guderley Kirchenmusik machen. In musikalischer Form brachten Dekan Dietz, Pastoralreferent Johannes Fichtl und Elisabeth Gilliar als Vertreter des Seelsorgeteams ihre Wünsche für die Scheidenden vor.

Mit Tränen in den Augen gingen dann Kottermair, der seine außergewöhnliche Kirchenmusikerzeit und die verschiedenen Stationen, nochmal ein wenig Revue passieren ließ, und Bärbel Guderley ans Mikrofon, und sagten ihrem „Publikum“ danke – auch für manch gutes Wort, das ihnen in all den Jahren entgegengebracht wurde. Nachdem der Kirchenchor nochmal ein Überraschungslied sang, ging Kottermair ein letztes Mal auf die Empore, um eine eigene Orgelimprovisitation zu spielen. Bevor sich die Kirchgänger anschließend im schattigen Eingangsbereich vor der Kirche zu einem kleinen Stehempfang trafen, verabschiedeten sie Kottermair und Guderley mit langem, stehendem Applaus.

Mit Wast Kottermair ist eine außergewöhnliche Kirchenmusikerkarriere zu Ende gegangen. In den Pfarreien wird man an seine musikalischen Leistungen, und auch die von Bärbel Guderley, gerne zurückdenken. Es wird nicht leicht sein, ihre Lücken zu schließen. Da man trotz intensiver Suche bisher keine Orgelspieler fand, der die Aufgabe übernimmt, ist man froh, wenigstens Aushilfen gefunden zu haben, die in den Kirchen St. Martin in Weichs und St. Jakobus in Vierkirchen auf der Orgel abwechselnd spielen. 

 HEINZ NEFZGER

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