Finder und Glückspilze: Christina, Renate Schmidt, Emeran Märkel und Basti (von links) trafen sich auf O’ahu bei der Übergabe des verlorenen Eherings.

Verrückte Geschichte

Vierkirchner verliert Ehering auf Hawaii - so bekam er ihn zurück

  • schließen

Ein Mann verliert auf Hawaii seinen Ehering. Ein anderer findet diesen im Meer. Hier die unglaubliche Geschichte, wie das Schmuckstück wieder zu seinem Träger nach Vierkirchen kam.

Hawaii/Vierkichen – Dafür, dass Renate Schmidt (54) und Emeran Märkel (61) ihre Hochzeit eigentlich geheim halten wollten, müssen sie jetzt eine ganze Menge erzählen. Aber die Geschichte ist auch einfach zu gut. So gut, dass sie nicht mal die Braut selbst glauben kann.

Kristallklares Wasser, gigantische Unterwasserwelten. Renate Schmidt und Emeran Märkel wollten die letzen Tage ihrer Hochzeitsreise auf Hawaii noch richtig genießen. Vier Wochen, vier Inseln, eine Hochzeit mit Priesterin, die beim Ja-Wort in eine Muschel bläst, Ringe tauschen – für die beiden ein Traum. Am Ende der Reise gehen sie noch einmal auf der Insel O’ahu schnorcheln. An der Küste, genau mit Blick auf Honolulu. Ein traumhafter Tag. Doch zurück im Hotelzimmer dann der Schock: Emeran Märkels goldener Ehering ist weg. Doch das Paar gehört nicht den Menschen, die lange Trübsal blasen. „Sowas bringt einfach nichts, davon hab’ ich ja nichts“, sagt Märkel. Noch am selben Abend ziehen die beiden los und kaufen sich zwei neue Ringe. Zwei, die sie an Hawaii erinnern sollen. Der verlorene Ring: abgeschrieben.

Da hatten sie den Ring noch: Renate Schmidt und Emeran Märkel nach der Trauung mit Priesterin Bobbie Jo Cur ly (links).

Um zwei Uhr nachts vibriert im Hotelzimmer Renate Schmidts Handy: Die Patentochter aus München schreibt. Jetzt kommt der Punkt der Geschichte, an dem man dazu sagen muss, dass das Ehepaar bereits im Dezember 2016 heimlich in Vierkirchen geheiratet hatte – absolut niemand wusste Bescheid, nicht einmal Emeran Märkels erwachsene Kinder. Die Trauzeugen: durften nichts verraten. Bereits damals tauschten sie die goldenen Ringe, graviert mit den Vor- und Nachnamen und dem Hochzeitsdatum. Gottseidank, wie sich auf Hawaii zeigte.

Renate Schmidt sitzt also um zwei Uhr nachts in ihrem Hotelzimmer und starrt auf ihr Handy. Kann nicht fassen, was ihre Patentochter gerade geschrieben hat. Es sind nicht viele Worte – nur „Das ist nicht Eurer, oder?“ Dazu ein Foto von einer öffentlichen Nachricht auf Facebook. Zusammengefasst sucht darin ein junger Deutscher, der auch auf der Insel O’ahu Schnorcheln war, eine Renate Schmidt. Er hat nämlich den Ehering ihres Mannes gefunden. Das kann doch unmöglich unser Ring sein. Und wieso weiß meine Patentochter, tausende Kilometer weit weg, in München, davon?, denkt Renate Schmidt. Die Facebookgemeinde hatte die Nachricht des Ringfinders bereits hundertfach geteilt und weiterverbreitet, bis sie die junge Frau in München entdeckt und an Renate Schmidt nach Hawaii schickt.

„Emeran und ich sind beide nicht bei Facebook, wir hätten diese Nachricht nie gesehen“, sagt Renate Schmidt heute, ein paar Wochen später. Sie kann ihr Glück immer noch kaum fassen. „Die Geschichte ist auch einfach zu verrückt“, sagt sie und lacht. Die Patentochter schickte die Handynummern an die Finder Christina und Basti, ein deutsches Ehepaar, das auf der Insel lebt, und von dem die Vierkirchner bis heute keinen Nachnamen kennen.

Wem gehört der Ring? Der Facebook-Post.

Gleich am nächsten Tag kontaktierten die Glückspilze die Finder. Basti wollte nur ein paar Infos zur Gravur wissen, die vier verabredeten sich zu einem Treffen. „Der Ring war schon fast komplett im Sand verschwunden, hat uns Basti erzählt“, sagt Emeran Märkel. „Er hat nur noch etwas glitzern sehen, deshalb ist er runtergetaucht.“ Nachdem der Finder zusammen mit seiner Ehefrau erfolglos den ganzen Strand abgelaufen war, startete er die Suchaktion auf Facebook. Den Namen von Renate Schmidt hatte er ja aus der Gravur.

Die Ersatzringe waren allerdings nicht umsonst, Renate Schmidt will sich das Hochzeitsdatum von Hawaii eingravieren lassen – als Erinnerung daran, wie gut der Inselstaat zu ihnen war. Emeran Märkel sieht für seine beiden Ringe allerdings nur einen sicheren Ort: den Safe zu Hause in Vierkirchen. Gefeiert wurde dann zu Hause, bei einem Gartenfest mit Familie und Freunden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Eine unglaubliche Einbrecherjagd - wie im Krimi
Ein Einbrecher und sein Komplize sind am Donnerstag der Polizei ins Netz gegangen. Ein 22-jähriger Kiemertshofener hatte den Täter in seinem Wohnhaus bemerkt, wurde mit …
Eine unglaubliche Einbrecherjagd - wie im Krimi
Erst wird gemessen und gerechnet, dann erst wird entschieden
Sie war heiß ersehnt und lange angekündigt: die Informationsveranstaltung der Stadtwerke Dachau über das geplante Windrad im Sigmertshauser Holz. Knapp 100 Interessierte …
Erst wird gemessen und gerechnet, dann erst wird entschieden
Dieter Schneider (✝70): Große Trauergemeinde nimmt Abschied
Unzählige Trauergäste haben Dieter Schneider am Donnerstag auf seinem letzten Weg in Röhrmoos begleitet. Das zeigt, welch große Wertschätzung dem 70-Jährigen …
Dieter Schneider (✝70): Große Trauergemeinde nimmt Abschied
Autofahrerin wird ohnmächtig und rammt Motorrad
Eine 64-jährige Dachauerin ist am Steuer ihres Autos ohnmächtig geworden. Sie rammte ein geparktes Motorrad.
Autofahrerin wird ohnmächtig und rammt Motorrad

Kommentare