+
Viel Spaß hatten die Schüler bei den vierten Boudler-Meisterschaften der Landkreis Schulen. 

Klettern ohne Seil und Gurt: Die vierten Boudler-Meisterschaften für Schüler im Landkreis Dachau

Klettern ohne Seil und Gurt, immer an den bunten Griffen entlang: Bouldern ist beliebt wie nie. Das zeigte sich auch bei den vierten Boudler-Meisterschaften, die die Karlsfelder Mittelschule für alle Schüler aus dem Landkreis ausrichtete.

KarlsfeldDie Route 11 ist extrem: Da geht es erst in die schräge, graue Wand, dann muss man sich um 90 Grad umschrauben und die grade, gelbe Fläche erklimmen. Wer oben ist, hat es ist längst nicht geschafft: Der Weg nach unten hat es auch noch in sich. Manche lassen sich nach ein paar Rück-Schritten die letzten Meter einfach fallen – was aber eigentlich nicht sein darf. Aber was soll man machen – wenn die Kraft für einen geordneten Abstieg nicht reicht.

Zum vierten Mal richtete die Mittelschule Karlsfeld eine Schul-Bouldermeisterschaft im Landkreis Dachau aus. Sportlehrer Christian Steinberger und sein Kollege Andreas Palitza, geborener Härtl, machen sich jede Menge Arbeit, um das auf die Beine zu stellen, was immer beliebter wird: Klettern ohne Seil und Gurt. Sprachlich leitet es sich ab vom englischen Wort „boulder” für „Felsblock“. Man hangelt sich allerdings meist an künstlichen Kletterwänden hoch. Über sogenannte „Smarties“ geht die Route, die genauso bunt sind wie die Nascherei, aber nichts Süßes an sich haben: Griffe für die Hände zum Hochziehen und der „Boden“ für die Füße zum Abdrücken. Verschiedene Farben stehen für den Schwierigkeitsgrad der jeweiligen Route.

Heute sind es die grünen Smarties, die an der Boulderwand des ASV in der Georg-Scherer-Halle einen eher leichten Weg nach oben weisen. Wobei „oben“ bei dieser Wand maximal 3,70 Meter sind – eine Höhe also, bei der man auch im Falle eines Fallens noch ohne Verletzungen auf der gepolsterten Matte landen könnte. „Das Hauptproblem ist nicht das Runterfallen“, erklärt Christian Steinberger, „sondern auf jemanden drauf zu fallen“. Deshalb gibt es die Regel: „Nicht auf der Matte stehen.“

Im Wettkampf postieren sich immer zwei Jugendliche in gebührendem Abstand vor der Wand, breiten beide Arme aus und verhindern so, dass andere sich unterhalb des Kletterers aufhalten. Der Sportlehrer ermahnt noch: „Teilt Eure Kräfte ein, und immer schauen, ob die Route frei ist.“ Und was auch ganz wichtig ist: „Habt Spaß!“

Und den haben sie. 40 energiegeladene Mädchen und Buben wärmen sich erst mal auf und probieren die grünen, roten, gelben, blauen und lila farbenen „Smarties“ aus. Dann wird es ernst: Der Wettkampf beginnt. Geklettert wird in vier Klassen: Jeweils Mädchen und Jungen aus den Jahrgängen 2006 und jünger (die „Kleinen“), Mädchen und Jungen aus den Jahrgängen 2002 bis 2005 (die „Großen“). Jedes Jahr werden es mehr Schulen, die mitmachen. „Das spricht sich rum“, freut sich Steinberger.

Diesmal sind dabei die Mittelschule Karlsfeld, die Mittelschulen Dachau Süd und Dachau Ost, das Ignaz-Taschner-Gymnasium und die Förderschule Garching. Ganz alleine vertreten hat Richard Bauer die Realschule Weichs. „Das ist toll, dass bei unserer Meisterschaft verschiedene Schularten mitmachen,“ betont Mitorganisator Andreas Palitza. Siegerin bei den „großen Mädchen“ wurde Karla Fehrenbach vom Ignaz-Taschner-Gymnasium (ITG), vor Magdalena Neuberg aus der gleichen Schule. Bei den jüngeren war es Alessa Schumacher, ebenfalls ITG. Den zweiten Platz in dieser Gruppe erreichte Hanna Pauli von der Mittelschule an der Anton-Günther-Straße in Dachau Ost.

Bei den kleinen Jungen setzte sich Paul Meyer von der Mittelschule Dachau-Süd knapp durch, vor Elvis Thaqi von der Mittelschule Karlsfeld. Bei den großen Jungs holte sich den Titel Leo Fischer vom ITG. Zweiter wurde der allein für seine Schule kämpfende Richard Bauer von der Realschule in Weichs. Wie im vergangenen Jahr gab es wieder so genannte Chalkbags als Preis. Das sind kleine Säckchen, die Kletterer auf ihrem Weg nach oben bei sich haben, um ihre Hände damit zu bestäuben.

Und das brauchen sie auch: Die Anstrengung steht ihnen ins Gesicht geschrieben, sie schwitzen und kommen schnaufend wieder auf die Matte. Die Hände sind danach ganz rot, aber die Schüler  sind glücklich. Und das wiederum macht die Organisatoren glücklich, trotz des Riesenaufwands, den sie meistern müssen: „Wir fühlen uns sehr gut angesichts zufriedener und leuchtender Augen der Kinder und Jugendlichen“, sagt Steinberger später. „Uns liegt es sehr am Herzen, dass wir immer wieder attraktive Sportangebote anbieten. Der Klettersport ist hier eine perfekte Spielart, um Selbstbewusstsein und körperliche Fähigkeiten zu entwickeln. Und die Kinder zu stärken.“

Ganz beflügelt vom Erfolg der 4. Bouldermeisterschaft planen sie schon eine kleine „Jubiläumsveranstaltung“ beim 5. Durchlauf im nächsten Jahr. Die Kids werden es ihnen danken.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Explosion bei der Tonnenleerung: Ätzende Flüssigkeit spritzt aus Trommel
Bei der Tonnenleerung der Müllabfuhr ist es am Donnerstag in Karlsfeld zu einer Art von Explosion gekommen. Zwei Mitarbeiter wurden verletzt. Die Feuerwehren Karlsfeld, …
Explosion bei der Tonnenleerung: Ätzende Flüssigkeit spritzt aus Trommel
Mehr Sicherheit, weniger Parkplätze
Die Stadträte im Umweltausschuss waren sich einig: Um den Verkehr, und dabei vor allem den Radverkehr, besser und sicherer durch das Stadtgebiet fließen zu lassen, muss …
Mehr Sicherheit, weniger Parkplätze
Bürger haben Angst vor Elektrosmog und lautem Surren
Der Stromnetzbetreiber Tennet baut eine Höchstspannungsleitung durch den Landkreis. Viele Anwohner haben Sorgen, sogar Angst vor Auswirkungen.
Bürger haben Angst vor Elektrosmog und lautem Surren
Karlsfeld will mehr für den Klimaschutz tun - Erster Schritt ist getan
 Die Gemeinde Karlsfeld will mehr für den Klimaschutz tun. In einem ersten Schritt bewirbt sie sich  für  ein  Förderprojekt. 
Karlsfeld will mehr für den Klimaschutz tun - Erster Schritt ist getan

Kommentare