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Solche Unterkünfte wie in Karlsfeld hätte die SPD-Stadtratsfraktion gerne überall im Stadtgebiet. Ist aber leider nicht überall realisierbar, sagt der Landrat.

Stadträte beschäftigen Verwaltung

Ein völlig überflüssiger Antrag

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Dachau - Die SPD will, dass künftig alle Flüchtlingsunterkünfte nur noch in Holz-Massivbauweise errichtet werden. Und stellt einen Antrag an die Stadtverwaltung. Dabei hätte es auch völlig gereicht, Landrat Stefan Löwl (CSU) direkt zu fragen. Denn im Grunde ist der Antrag überflüssig.

Die SPD-Stadtratsfraktion fordert in einem Antrag, dass die Stadt das Landratsamt auffordern soll, zukünftig für die Unterbringung von Asylbewerbern in Dachau nur noch Gebäude in Holz-Massivbauweise zu verwenden. Keine schlechte Idee. Verwunderlich ist nur, welch einen Umweg die SPD für eine so einfache Bitte nimmt. 

OB Florian Hartmann, der hoffentlich Bescheid weiß über die Anträge seiner Fraktion, hätte doch mal Landrat Stefan Löwl (CSU) fragen können, was der davon hält. Der hätte ihm dann gesagt, dass er schon seit Monaten in jeder Gemeinde und auch in der Stadt um Holzständer-Standorte „bettelt“. Und er hätte ihm auch Auskunft geben können über die 24 Standorte, die die Stadt dem Landratsamt vorgeschlagen hat – und warum es nicht so einfach ist, Standorte für die Holzständer-Unterkünfte in Dachau zu finden (Kasten). Aber darüber weiß ja hoffentlich auch der OB Bescheid. Aber offenbar nicht seine Partei. Irgendwo gibt’s wohl ein Kommunikationsproblem. 

Mit dem Antrag der SPD-Fraktionsvorsitzenden Christa Keimerl wird nun der Verwaltungsapparat der Stadt angeschmissen, deren Mitarbeiter ohnehin überlastet sind. Ein mögliches Szenario: Ein Mitarbeiter der Stadt hält Rückfrage mit den zuständigen Abteilungsleitern bei der Stadt und Stadtbau, formuliert eine Anfrage und schickt sie an das Landratsamt. Der Landratsamts-Sachbearbeiter fragt beim Landrat nach, formuliert eine Stellungnahme, schickt das Ganze zurück an die Stadt. Der Stadt-Mitarbeiter arbeitet eine Sitzungsvorlage aus, die dann in einer Auschusssitzung verlesen wird. 

Der kurze Dienstweg hätte so aussehen können: OB fragt Landrat, OB informiert Stadtrat. 

Doch zurück zum Antrag: Keimerl will also, dass im Stadtgebiet Dachau künftig nur noch Gebäude in Holz-Massivbauweise errichtet werden. Sie fordert, dass die Gebäude von der Stadtbau GmbH in Abstimmung mit dem Landratsamt geplant errichtet werden und dann an das Landratsamt bzw. den Freistaat zur Unterbringung der Asylsuchenden vermietet werden. Vorteile seien „die Möglichkeit einer Nachnutzung und deren Nachhaltigkeit“. Holzmassivbauten können ruckzuck ab- und woanders wieder aufgebaut werden, später für Kitas, Begegnungszentren, Seniorentreffs oder Wohnungen genutzt werden. Keimerl macht Druck: Zwei Asylbewerberunterkünfte seien derzeit in Planung – Container in Himmelreich und die Traglufthalle in Augustenfeld –, und es „sollte zügig mit der Planung der noch erforderlichen Unterkünfte begonnen werden“. Conatiner und Traglufthallen seien „für den Freistaat kostenintensiv und für die Menschen nicht optimal“.

Das findet auch der Landrat, und übrigens auch der OB: „Wir müssen alle Möglichkeiten prüfen, die Flüchtlingsunterbringung auf einen anderen Standard zu bringen“, ließ Hartmann kürzlich in einer Pressemitteilung von MdL Martin Güll verlautbaren. Die beiden SPD-Politiker besuchten damals eine Modell-Unterkunft für Flüchtlinge in Holzbauweise in Langenbach (Landkreis Freising). Da hätten sie allerdings nicht so weit fahren müssen: Nur eine Woche nach ihrem Ausflug eröffnete die Holzständer-Unterkunft in Karlsfeld – die eben auch modellhaft ist.

Landrat Löwl lobt die Karlsfelder Bauweise schon seit Monaten und bemüht sich darum, auch in der Stadt Dachau und in den Gemeinden derartige Unterkünfte errichten zu lassen. Das Problem: Für Unterkünfte in Holzständerbauweise muss Baurecht geschaffen werden, weil die Nutzungszeit 10 bis 15 Jahre beträgt – „abhängig von den Erschließungskosten“, so Löwl. Es wäre unwirtschaftlich, die Unterkünfte in Holzständerbauweise nur für einen kurzen Zeitraum zu nutzen, ergänzt Wolfgang Reichelt, Pressesprecher des Landratsamtes. Container dagegen können auf Grundstücken ohne Baurecht errichtet werden, weil die Nutzung auf drei Jahre beschränkt wird. Die Übersicht über die 24 vorgeschlagenen Grundstücke auf Stadtgebiet zeigt, dass nur drei Standorte für die Unterkünfte in Holz-Massivbauweise geeignet seien, so Löwl (siehe Kasten). 

Fazit: Überall seien die Holzständer-Unterkünfte nicht umsetzbar, „aber überall, wo es geht, werden wir die Bauweise realisieren“, so Löwl. Die Dachauer SPD liegt also voll auf einer Linie mit dem Landrat. Nur darüber sprechen müssen sie noch.

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