Organisator Josef Schuster im Interview

Volksfest Indersdorf: "Wir haben ein Hammer-Programm"

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Markt Indersdorf - Seit zehn Jahren organisiert Josef Schuster das Volksfest in Markt Indersdorf und jedes Jahr hat er das gleiche Ziel: "Das geilste Indersdorfer Volksfest aller Zeiten".

Im Interview spricht Josef Schuster über die Aufregung vor seinem allerersten Anstich sowie über schwierige und schöne Zeiten. Zudem verrät er, ob er jemals hinschmeißen wollte und welche Attraktionen er für sein zehnjähriges Jubiläum nach Indersdorf geholt hat. Er selbst spricht von einem Hammer-Programm.

- Wie kam es vor zehn Jahren, dass Sie das Volksfest übernommen haben? 

Nach dem Besitzerwechsel der Klosterbrauerei und des dazugehörigen Festplatzes haben wir gemeinsam überlegt, wie wir das Volksfest weiterführen können. Die Brauerei war zum damaligen Zeitpunkt ja bereits nicht mehr aktiv und man verständigte sich mit dem ehemaligen Veranstalter – im gegenseitigem Einverständnis – darauf, dass ein Wechsel stattfindet. 

-Warum wollten Sie das machen?

 Ehrlich gesagt hatte ich da gar nicht lange Zeit zu überlegen. Das nächste Volksfest stand an und musste organisiert werden. Um jemanden anderen für den Job zu finden, fehlte die Zeit. Ich wurde sozusagen ins kalte Wasser geworfen. 

-Wie sollte das Fest aussehen, wenn Sie es organisieren? 

Welchen Charakter wollten Sie ihm geben? Das Volksfest gab es ja schon lange Zeit vorher und wurde vom Vorgänger gut etabliert. Den Indersdorfern war ihr Volksfest immer schon wichtig. Deshalb war es für mich natürlich eine umso größere Verantwortung, dafür zu sorgen, dass es das traditionelle Fest weiterhin gibt. Mir war es wichtig, an Traditionen festzuhalten, aber auch den Mut zu haben, etwas zu verändern und dem Fest meine eigene Handschrift zu geben. Ich wollte die Leute davon überzeugen, dass das Volksfest keine kommerzielle One-Man-Show ist, sondern ihr Fest ist, dass ich lediglich organisiere und ausrichte. Ich denke, das ist mir gelungen. Jeder verbindet mit dem Indersdorfer Volksfest etwas anderes. Ich denke aber, für die meisten ist es einfach ein schöner Ort zur Kommunikation, um alte Bekannte zu treffen, zu lachen und um Spaß und Freude zu haben – sozusagen ein guter Auftakt der schönsten Jahreszeit nach einem langen Winter. 

"Ich bin nicht der Typ, der einfach hinschmeißt"


-Waren Sie nervös vor Ihrem ersten Anstich und wie sieht das heute aus? 

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie aufgeregt ich bei meinem ersten Volksfest war – ich glaube, ich habe schon Tage zuvor nicht mehr richtig geschlafen und war unheimlich nervös. Mittlerweile ist das natürlich schon viel besser, aber kurz vor Beginn habe ich nach wie vor noch gehörig Lampenfieber. 

- Was hat Ihnen in den vergangenen zehn Jahren am meisten Sorge bereitet? 

Natürlich läuft in zehn Jahren Volksfest nicht immer alles reibungslos ab. Dann gilt es, schnell zu reagieren, und das Beste aus der Situation zu machen. Es ist halt nicht immer alles zu hundert Prozent planbar, und Pannen können passieren. Das macht wahrscheinlich auch den Reiz aus und stellt jährlich eine neue Herausforderung dar. Grundsätzlich kann ich aber zurückblickend auf die letzten zehn Jahre mehr als zufrieden sein. Hinzu kommt, dass sowohl der jetzige Altbürgermeister Josef Kreitmeir wie auch sein Nachfolger Bürgermeister Franz Obesser dem Indersdorfer Volksfest immer sehr positiv gegenüber standen bzw. stehen. Hier bin ich in Sachen Volksfest mit meinen Ideen und Vorstellungen nie auf taube Ohren gestoßen. 

-Gibt’s Momente, bei denen Sie sich gedacht haben, Sie schmeißen das alles hin?

 Ehrlich gesagt nein – für einfach Hinschmeißen bin ich nicht der Typ. Die Verantwortung für ein Fest in dieser Größenordnung kann man nicht einfach so abgeben und sagen, das geht mich alles nichts mehr an. Wenn ich aber irgendwann merken würde, dass ich für den Job nicht mehr der Richtige bin, weil mir die Leidenschaft dafür abhanden gekommen ist oder ich den Anspruch an mich selbst nicht mehr habe, jedes Jahr von neuem das „geilste Indersdorfer Volksfest aller Zeiten“ zu organisieren, würde ich mich um einen geeigneten Nachfolger umsehen, der das Fest im Sinne der Gemeinde Indersdorf vernünftig weiterführt. 

- Was ist für Sie das Schönste an den zehn Jahren Volksfest? 

Das klingt jetzt nach nicht viel, aber es berührt mich jedes Mal wieder, wenn ich sehe, dass die Leute Spaß haben. Das freut mich ehrlich sehr. 

Indersdorfer Volksfest 2016: "Wir haben ein Hammer-Programm"


- Wie hat sich das Fest in den vergangenen zehn Jahren entwickelt? 

Seit Beginn meiner Tätigkeit bis heute können wir auf sehr erfolgreiche Jahre zurückblicken. Während viele andere Volksfeste mit Umsatzeinbußen zu kämpfen haben, konnte auf dem Indersdorfer Volksfest gerade bei Festwirt und Brauerei der Absatz gesteigert werden. Auch bei den Buden- und Fahrgeschäftebetreibern ist nun wieder ein enormer Aufwärtstrend erkennbar. Über diese positive Entwicklung freue ich mich sehr, denn so kann auch jedes Jahr Geld investiert werden, damit das Volksfest auch weiterhin attraktiv und aktuell bleibt. Gerade die Festwirtsfamilie Lanzl hat in den letzten zwei Jahren sehr viel Geld in eine neue, zeitgemäße Ausstattung des Zeltes investiert. Am meisten freue ich mich über die Entwicklung des Volksfesteinzuges zum Festzelt. Dieser hat sich mittlerweile fest etabliert und es machen mehr als 40 Vereine der Gemeinde mit. 

-Wollen Sie zum Zehnjährigen irgendwas Besonderes bieten? 

Ich versuche natürlich jedes Jahr etwas Besonderes zu bieten, aber zum Jubiläum habe ich mir mit dem 30-minütigen-Gastauftritt der Band „Free Beer And Chicken" selbst ein kleines Geschenk gemacht. Die Band vermischt karibische Rhythmen mit Blues, Boogie und Jazz zu einem sehr eigenständigen Stil. Das in Verbindung mit traditioneller Blasmusik von den Langenpettenbachern und einem weiteren Gastauftritt der Gruppe „Zwirbeldirn – Geigengroove mit Dreigesang“ lässt auf einen zugegeben etwas unkonventionellen, aber mit Sicherheit sehr abwechslungsreichen und gelungenen Volksfestauftakt hoffen. 

-Wie sieht das restliche Programm heuer aus? 

In Zusammenarbeit mit Festwirtin Michaela Kemper haben wir ein Hammer-Programm zusammengestellt und keine Kosten gescheut, damit im Festzelt richtig gute Stimmung aufkommt. Diese Spitzenkapellen können in dieser Anzahl nicht für jedes Jahr engagiert werden – so haben wir heuer zum Beispiel gleich am ersten Samstag die Blechblos’n gebucht, für den Mittwoch die Band „Skandal aus Bayern“ gefolgt von den „Jetzendorfer Hinterhofmusikanten“ und die Ludwig-Thoma-Musikanten am Vatertag, sowie für das letzte Wochenende gleich zweimal in Folge die Stimmungsband Ois Easy. Aber selbstverständlich gibt es auf dem Indersdorfer Volksfest auch heuer wieder die Tage, an denen man sich bei gepflegter Blasmusik, einem Hendl und einer Mass Bier einen nicht so ganz hektischen, schönen Abend machen kann.

 -Heuer kann an vielen Abenden nicht reserviert werden. Wieso?

 Lediglich am ersten Samstag bei der Blechblos’n sowie am Freitag und Samstag bei Ois Easy können heuer keine Tische reserviert werden. Da es an diesen Abenden erfahrungsgemäß sehr voll im Zelt wird, wollen wir Besucher, die keinen freien Tisch mehr reservieren konnten, nicht verärgern, und allen die Möglichkeit geben, einen tollen Abend im Festzelt zu erleben. Nach dem Motto „Sitz die hera dann samma mehra“ empfehle ich jedem, einfach früher da zu sein oder sich einfach dazu zu setzen und bissal zammzrutschn. Für Vereine oder Betriebe bietet sich zum Beispiel der Mittwoch sehr gut an, da kommen zwar auch viele Besucher, aber es kann reserviert werden.

Volksfest Indersdorf 2016: "Spannende Auswahl an Fahrgeschäften"

 -Wie sieht’s fahrgeschäftsmäßig heuer aus? 

Der Organisator des „Vergnügungsparks“, Florian Diebold, hat auch für dieses Jahr wieder eine spannende Auswahl an Fahrgeschäften ausgewählt. Schön finde ich, dass es dieses Jahr seit langem mal wieder gelungen ist, das mittlerweile schon nostalgische Kult-Fahrgeschäft „Rund um den Tegernsee“ für Indersdorf zu gewinnen.

 -Gibt es irgendwo ein After-Volksfest-Programm? 

Soviel ich weiß, können Besucher nach dem Volksfest noch die Lokale „Mexicanos“ und das neu eröffnete „Memories“ am Marktplatz für einen Drink aufsuchen. Auch der Schießstand im Industriegebiet hatte die letzten Jahre und ich denke auch heuer geöffnet. Manchmal lasse ich mich nach einem Volksfestabend auch noch auf einen Besuch überreden – aber bei zehn Volksfesttagen hintereinander muss ich aufpassen, dass ich am nächsten Tag wieder fit bin. 

-Zum Abschluss: Was wünschen Sie sich fürs Jubiläumsfest?

 Für das diesjährige Volksfest wünsche ich mir neben einer guten Volksfeststimmung und zufriedenen Gästen vor allem, dass alles sicher und friedlich abläuft. Die Sicherheitsvorkehrungen sind ein Hauptbestandteil der Organisation. Wir bemühen uns, in Zusammenarbeit mit der Polizei Dachau und einem sehr gut organisierten Sicherheitsdienst, Risiken vor und während des Festes so gut wie nur möglich auszuschließen. Ausgebildete Sanitäter sowie Sicherheitskräfte der Polizei Dachau sind während der Volksfestzeit vor Ort, so dass bei Bedarf schnell gehandelt werden kann. Auch die penible Einhaltung aller behördlichen Auflagen und nicht zuletzt der positive Umstand, dass wir überwiegend sehr vernünftige und freundliche Besucher haben, tragen dazu bei, dass man auf das Indersdorfer Volksfest seit vielen Jahren,ohne sich Sorgen machen zu müssen gehen kann.

Der Servicebereich rund um das Indersdorfer Volksfest: Alle Infos rund ums Fest.

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