Heuer gibt’s keinen bunten Himmel. Volksfestbesucher werden in Indersdorf kein Feuerwerk des Pyrotechnikers Peter Sauer sehen. foto: Archiv

Organisator will Natur einen Gefallen tun 

Kein Feuerwerk am Indersdorfer Volksfest

Heuer wird es kein Feuerwerk am Indersdorfer Volksfest geben. Zum einen sei das Interesse an der bunten Knallerei in den vergangenen Jahren zurückgegangen, vor allem wollen Veranstalter und Festwirt mit der Absage aber: der Natur einen Gefallen tun.

Josef Schuster junior weiß als Hundebesitzer genau, wie schlimm die Knallerei zum Beispiel an Silvester für Tiere ist. „Das Feuerwerk ist für Tiere jedes Mal die Hölle. Jeder, der ein Haustier hat, weiß das.“ Und weil das Indersdorfer Volksfest an das Landschaftsschutzgebiet der Glonnauen grenzt, haben sich Schuster und Festwirt Georg Lanzl entschlossen, heuer aus Naturschutzgründen auf ein Feuerwerk zu verzichten.

Untersagt von einer Behörde wurde das Feuerwerk zwar nicht, aber Alexander Wolfseder, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, bestätigt: „In den Glonnauen gibt es sehr viele Bäume, in denen Vögel nisten und brüten.“ Und gerade laute Knallerei verschreckt die Tiere. „Böllerschützen bewirken zum Beispiel, dass die Nester künftig leer bleiben, und es sterben viele Jungvögel. Für Tiere ist das eine Tortur.“ Bunte Feuerwerkskörper in größer Höhe seien allerdings „weniger ein Problem“.

Zudem haben Volksfestveranstalter und Festwirt die Beobachtung gemacht, dass das Interesse am Feuerwerk nachlässt. „Viele Leute gehen gar nicht mehr raus und schauen zu“, sagt Josef Schuster. Er und Lanzl wollen heuer nicht nur die Natur schützen, sondern auch die Inderdorfer Fußballjugend unterstützen. Mit einer Finanzspritze: „Wir spenden die Feuerwerkskosten heuer teils an die Fußballer und unterstützen mit dem Rest ein Naturschutzprojekt,“ sagt Schuster.

Zudem sei nicht gesagt, dass es von nun an gar kein Feuerwerk mehr am Indersdorfer Volksfest mehr gibt, so der Veranstalter. Denkbar sei es bei besonderen Anlässen.

Christiane Breitenberger

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