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„Darf ich mal in die Tasche schauen?“ Die Sicherheitskräfte auf dem Volksfest dürfen.

Nach den Anschlägen in Bayern

Taschenkontrollen auf dem Volksfest: Sicher ist sicher

Dachau - Die Stadt hat die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Dachauer Volksfest heuer wegen der Gewalttaten in Würzburg, Ansbach und München verschärft: Alle Volksfestbesucher müssen erstmals ihre Taschen an den vier Eingängen von Sicherheitskräften durchsuchen lassen.

Dienstagmittag: Einige Seniorinnen mit kleinen Umhängetaschen spazieren munter an den zwei Ordnern am Volksfesteingang in der Nähe der Eisdiele vorbei. Ein kleiner Bub mit Schulranzen kommt dazu – der Sicherheitsmann tastet den Ranzen sporadisch ab. Auch eine Frau mit Kinderwagen und Handtasche marschiert anstandslos an der Kontrolle vorbei.

„Wir machen erst einmal eine Sichtkontrolle“, erklärt der Chef des gleichnamigen Sicherheitsdienstes, Stefan Kosuch: „Der Schwerpunkt unserer Kontrolle liegt auf denen, die wir nicht kennen oder die uns suspekt erscheinen.“ Auch bei großen Rucksäcken sollten die Alarmglocken bei seinen Sicherheitsleuten schellen, betont Kosuch. Bisher haben die jeweils drei Ordner, die v an den Eingängen stehen sollen, nichts Verdächtiges entdeckt, betont Kosuch.

„Aber manchen Besuchern sind die Kontrollen auch zu wenig“, sagt der Chef der Sicherheitsfirma. Wie zum Beispiel Cindy Walter aus Dachau. Ihr Sohn hat eine kleine Reisetasche mit aufs Volksfest gebracht. „Die haben nur ein bisschen draufgedrückt“, sagt die 38-Jährige: „Da sollte man schon ein bisschen genauer hinschauen, wenn man sich denkt, was momentan alles passiert.“ Auch bei Gerda Reininger aus Dachau haben die Sicherheitskräfte nicht lange kontrolliert: „Die haben nur kurz reingeschaut, und ich hab ihnen auch gesagt, dass ich keine Bombe dabei hab“, sagt die 75-jährigeund grinst. „Aber ich finde es schon positiv und notwendig, dass jemand die Taschen durchsucht.“

Martina Braun ist aus Berlin zu Besuch in Dachau und sagt: „Die Kontrollen könnten ruhig noch intensiver sein.“ Ihren Rucksack haben die Sicherheitskräfte nur kurz durchsucht, nachdem sie ihn selbst aufgemacht hat. Aber der 57-Jährigen ist auch klar: „Wenn jemand etwas reinbringen will, dann schafft er das auch. Die Handgranate kann er ja auch in der Hosentasche lassen.“ Denn einer Leibesvisitation werden die Volksfestbesucher bisher noch nicht unterzogen.

Insgesamt seien die Volksfestbesucher schon ein wenig vorsichtiger geworden, sagt Kosuch. Zum Beispiel als heuer eine Fahrradtasche im Biergarten oder ein Rucksack herrenlos auf dem Gang im Festzelt lag: „Den fasst in der heutigen Zeit keiner mehr an“, sagt Kosuch. Vielmehr gaben die Volksfestbesucher gleich den Ordnern im großen Zelt Bescheid.

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren wurde das Sicherheitspersonal dort verstärkt: Statt bisher acht bis zehn Kräften sorgen mindestens 14 Ordner für Sicherheit im Bierzelt. Das sind fast 60 Prozent mehr.

Außerdem hat das Rote Kreuz die Zahl der ehrenamtlichen Helfer auf dem Volksfest aufgestockt. Bisher waren es nachmittags fünf Mitarbeiter, jetzt sind es bis zu acht. Abends arbeiten mit zwölf Helfern sogar doppelt so viele wie in den vergangenen Jahren. „Wir haben uns wegen der Terrorwarnungen dafür entschieden“, erklärt BRK-Pressesprecherin Bärbel Schäfer. Die Entscheidung dafür fiel, als die Stadt die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Volksfest verschärfte. „Es ist einfach auch zur Beruhigung der Bürger für den Fall, dass etwas passiert.“

Auch mehr Polizisten sind heuer im Einsatz. Mona Ittner (20) aus Dachau gibt das ein gutes Gefühl: „Ich habe heuer schon viel mehr Polizisten gesehen. Ich finde es gut, dass sie da sind.“ Aber hundertprozentige Sicherheit auf dem Volksfest gebe es ohnehin nicht, sagt Sicherheitschef Stefan Kosuch: „Wenn man solche Kontrollen wollte, dann würde gar keiner mehr kommen."

ans

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