Hand streifte Bikinihose

Frau meldet sexuelle Belästigung in Familienbad

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Dachau - Eine 37-jährige Dachauerin hat sich am Sonntag im Familienbad sexuell belästigt gefühlt. In einer E-Mail wandte sie sich an die Behörden.

Die Frau war am Sonntagnachmittag mit ihrer Familie im Dachauer Freibad. Als sich die 37-jährige Frau aus Dachau ein Eis kaufen wollte, seien ihr auf dem Weg zum Kiosk zwei Männer entgegengekommen, berichtet sie. Ihrer Beschreibung nach waren die Männer zwischen 30 und 35 Jahre alt, hatten dunkles Haar und dunklen Teint. „Einer streifte mit der Hand an meiner Bikinihose vorne entlang“, beschreibt die Dachauerin den Übergriff. „Ich war entsetzt, schaute den Mann an und sagte: Hey!“ Seine Reaktion: „Er grinste und sagte in gebrochenem Deutsch Tschuldigung.“ 

Den Vorfall meldete die 38-Jährige weder beim Freibadpersonal noch bei der Polizei. „Ich war so perplex und wollte in dem Moment kein großes Aufheben machen“, erklärt sie. Stattdessen verließ sie das Freibad. Im Nachhinein aber bereut sie, nicht Bescheid gesagt zu haben. Darum schrieb sie jetzt eine E-Mail an Florian Hartmann und Stefan Löwl.

Die beiden haben Kontakt mit den Stadtwerken als Betreiber des Familienbades aufgenommen. Im Familienbad hat man jedoch nichts von derartigen Belästigungen mitbekommen. „Es war übermäßig voll“, so einer der Bademeister. „An uns hat sich auch niemand gewandt.“ 

Weder am Sonntag noch an anderen Badetagen seien Meldungen über sexuelle Belästigungen eingegangen, erklärt Gerald Nübel, technischer Werkleiter der Stadtwerke: „Es ist der erste Vorfall in der Form, der uns geschildert wurde.“ Auch die Polizei weiß von keinerlei Belästigungen. 

Bei schönem Wetter unterstützen zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes die Bademeister und passen auf, dass es keine Taschendiebstähle gibt. „Meiner Meinung nach muss man das Sicherheitspersonal aufstocken, gerade an solchen Tagen“, sagt die Dachauerin. 

Nübel sieht das anders, da es bis jetzt nie Probleme gegeben hätte. „Aus meiner Sicht macht es keinen Sinn, aufzurüsten“, sagt er. Das findet auch Hartmann: „Was passiert ist, ist natürlich sehr schlimm, aber ich sehe nicht, was man mehr machen kann.“ Sollte sich jemand belästigt fühlen, rät der OB: „Immer sofort zum Personal gehen. Dann kann man den Täter vielleicht gleich stellen oder Polizei holen.“

Landrat Löwl hat die Asylsozialberatung und den Helferkreis über die Sache informiert – „mit der Bitte, die Asylsuchenden und Flüchtlinge auf die Sensibilität sowie die Verhaltenserwartungen hier in Deutschland gerade in diesem Bereich hinzuweisen."

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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