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Der Vorstand der Männer mit (3.v.l.) BBV-Bezirksdirektor Walther Pittroff: (von links) Kreisobmann Anton Kreitmair, Simon Sedlmair, Josef Riedlberger, Simon Wallner, Josef Kari, Peter Gradl und Josef Wagner.

Wahl beim Bauernverband Dachau

Sie fordern Stärke und Geschlossenheit

Dachau/Stetten - Mit fast hundert Prozent wurden Kreisobmann Anton Kreitmair und Kreisbäuerin Emmi Westermeier wieder gewählt. Sie zählen auf die Mitarbeit ihrer aktiven Mitglieder – und auf die Gemeinsamkeit.

Nach den Wahlen in den einzelnen Ortsverbänden im Bayerischen Bauernverband haben die Ortsobmänner und Ortsbäuerinnen in getrennten Versammlungen im Landgasthof Lachner in Stetten den Kreisobmann und die Kreisbäuerin wiedergewählt: Sowohl Anton Kreitmair als auch Emmi Westermeier hatten keine Gegenkandidaten, und wurden beide mit fast hundert Prozent der Stimmen gewählt – mit jeweils genau einer Enthaltung (Kreitmair: 53 von 54 Stimmen; Westermeier: 57 von 58 Stimmen). Bestätigt wurden auch die jeweiligen Stellvertreter: Simon Sedlmair aus Puchschlagen blieb stellvertretender Kreisobmann und Roswitha Göttler aus Günding stellvertretende Kreisbäuerin.

Kreitmair beglückwünschte aber die neu- und wiedergewählten Ortsobmänner und wünschte sich eine aktive Mitarbeit. Bei den Wahlen in den 67 Ortsverbänden konnten allerdings zwei nicht besetzt werden. Gemeinsam wolle man sich nun für den Berufsstand einsetzen, denn die Herausforderungen werden auch in Zukunft steigen, so Kreitmair. Im Landkreis Dachau hat der BBV aktuell 1463 Mitglieder.

Rückblickend hob Kreitmair die zahlreichen Aktivitäten im Kreis Dachau hervor, wie Hoffeste, Erntepressefahrten, Kreisbauerntage mit namhaften Referenten oder die Teilnahme an Demonstrationen. Gegründet wurden auch Arbeitskreise für den Bereich Milch, Fleisch und Energie und für Nebenerwerbslandwirte. Sie spielen eine wichtige Rolle, denn rund 50 Prozent der Landwirtschaft wird von Nebenerwerbslandwirten geführt. Bayernweit wurde nun, unabhängig vom BBV, die neue Organisation „Unsere bayerischen Bauern“ gegründet, die eine Vielzahl von Organisationen bündelt und zur Aufklärung der Verbraucher über moderne Landwirtschaft beitragen soll. Für Kreitmair haben auch die Gespräche mit Politikern aller Parteien eine große Bedeutung. Hinterfragt werden müsse die Ausgleichsflächensituation. Die stärkere Förderung für kleinere Betriebe sei ein Erfolg der Berufsvertretung.

Der Kreis-Vorstand der Landfrauen (von links) mit Bezirksbäuerin Christine Singer, Barbara Wallner, Vroni Eisenhofer, Roswitha Göttler, Kreisbäuerin Emmi Westermeier, Franziska Fischer, Maria Schwarz und Klaudia Kölbl.

Dass die Landfrauen im BBV zum positiven Image der Landwirtschaft beitragen, betonte Kreisbäuerin Emmi Westermeier in der nachmittäglichen Ortsbäuerinnentagung. 16 Ortsbäuerinnen konnte sie zur Neuwahl gratulieren. „In Zeiten großer Veränderung mit steigenden Anforderungen ist Stärke und Geschlossenheit notwendig, um den Wandel aktiv zu begleiten“, sagte sie. Mit ihren gut besuchten Veranstaltungen, wie den Landfrauentagen, den jährlichen Gebietsversammlungen und Adventsfeiern, der Mitwirkung bei Hoftagen, der Teilnahme an der Bauernmarktmeile in München und dem Kuchenbacken für das ZLF haben die Landfrauen großen Zusammenhalt bewiesen. Ein besonders großer Erfolg wurde das Projekt „Landfrauen machen Schule“: Schulkassen besuchen die Bauernhöfe. Ein Erfolg sei auch das Patenprojekt: Eine Patenbäuerin begleitet dabei eine Schulkasse über ein ganzes Jahr hinweg. Die Landfrauenausflüge wurden mit über 600 Frauen gut angenommen. Bezirksbäuerin Christine Singer lobte die Dachauer Landfrauen für ihre großartigen Aktivitäten. Die diesjährigen Landfrauentage stehen unter dem Thema „Landfrauen tragen Verantwortung“, kündigte Singer an. Die Landfrauen präsentieren sich „selbstbewusst“, so Singer. Die Ortsbäuerinnen mit ihren Mitgliedern rief sie dazu auf, gemeinsam die kommenden Herausforderungen zu meistern.

BBV-Bezirksdirektor Walther Pittroff von der Hauptgeschäftstelle in München sprach abends über die großen Herausforderungen der Landwirtschaft. Von 1980 bis 2015 ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland um rund zwei Drittel zurückgegangen, die Zahl der Erwerbstätigen hat sich in etwa halbiert. „Immer weniger Landwirte erzeugen immer mehr“, so Pittroff, die Produktivität in der Landwirtschafft sei in den letzten 20 Jahren „deutlich schneller“ gestiegen als in der gesamten Wirtschaft. Gleichzeitig wuchs auch die Konkurrenz um Produktionsmittel, vor allem um den Boden – die Bodenpreis seien geradezu „explodiert“. Der durchschnittliche Kaufpreis für landwirtschaftliche Flächen ist in Bayern laut Pittroff von 2014 bis 2015 um 14,3 Prozent gestiegen. Für diese hohen Preise ist auch die verstärkte Nachfrage nach Bebauungs-, Verkehrs- und Ausgleichsflächen verantwortlich. Daraus erhebt sich die Forderung des BBV nach weniger Flächenverbrauch.

Gleichzeitig habe sich die Einstellung vieler Bürger und Verbraucher zur Landwirtschaft verändert. Landwirtschaft sei zum großen Teil aus dem Alltag der Bevölkerung verschwunden, so der BBV-Bezirksdirektor. Damit sei das Ansehen der Landwirtschaft weit mehr als früher „von Sympathie oder Abneigung der Meinungsmacher abhängig“, so Pittroff. So könnten sich viele Bürger nichts mehr „unter der Haltung von Nutztieren vorstellen, und lehnen deshalb die moderne Tierhaltung ab“. Die durchschnittliche Betriebsgröße in Bayern liege bei rund 34 Hektar, doch: „Viele sehen unsere Landwirtschaft als Monokulturenschaffende Agrarindustrie, mit vielen gemutmaßten Auswirkungen“, so Pittroff. Deshalb sei eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit des Bauernverbandes von größter Bedeutung. Den bäuerlichen Familienbetrieb nannte er als „Leitbild“.

Termine

Der Landfrauentag wird am 8. März in Gut Häusern stattfinden. Der Bezirkslandfrauentag findet am 12. März im Hofbräuhaus in München. Die Dachauer Landfrauen können sich dazu bei hren Ortsbäuerinnen anmelden und werden mit der S-Bahn zur Veranstaltung fahren.

Franz Hofner

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