Dirk Hohmann kehrt zurück zum TSV.kra

Wahlversammlung: Eklat bei Karlsfelder Leichtathleten

Karlsfeld - Die Leichtathleten des TSV Eintracht Karlsfeld haben eine neue Abteilungsführung gewählt - auf einer turbulenten Jahresversammlung und mit einem überraschenden Ergebnis.

Selbst die Vereinsführung ging zu Beginn der Veranstaltung davon aus, dass kein Nachfolger für den langjährigen Abteilungsleiter Dr. Manfred Gimbel bereitstünde. Während der Versammlung erklärten sich indes die beiden Straßenläufer Dirk Hohmann und Andreas Mauke bereit, die Führung zu übernehmen und präsentierten ein komplettes Team. Hohmann fungiert als Abteilungschef (wir berichteten), Mauke übernimmt als Stellvertreter die Organisation des Läufercups.

Der erst 19-jährige Tobias Zoghaib ist verantwortlich für den Seelauf, die größte Laufveranstaltung des Landkreises und eines der sportlichen Aushängeschilder nicht nur der Gemeinde Karlsfeld, sondern der ganzen Region. Mittlerweile hat sich auch der erfahrene Christian Huber (47) bereit erklärt, bei der Vorbereitung und Durchführung der Großveranstaltung zu helfen.

So weit so gut. TSV-Vizepräsident Gerd Brenneisen zeigte sich unserer Zeitung gegenüber „erfreut, dass sich nun ein junges Team engagieren will.“ Der Wahl waren allerdings heiße Diskussionen vorausgegangen, die sich am Rechenschaftsbericht des scheidenden Leichtathletik-Chefs Manfred Gimbel entzündet hatten. Dessen Rückschau geriet zu einer „Abrechnung“ (Brenneisen) - mit der Vereinsführung, der Gemeinde und Abteilungsmitgliedern. „Manchmal muss man die Wahrheit sagen, auch wenn es weh tut“, so Gimbel gegenüber unserer Zeitung.

Während Gimbels Rede erhob sich der Geschäftsführer des Vereins, Roland Lorber, und beantragte, dass der Bericht des Abteilungsleiters sofort abgebrochen werde. Der Vereinsangestellte war gegenüber den Dachauer Nachrichten zu keiner Stellungnahme bereit.

Nach einigen Diskussionen um die Bewertung der Stimmenthaltungen fuhr Gimbel jedoch fort - worauf der Senioren-Beauftragte des Vereins, Wolfgang Elias, und 15 weitere Vereinsmitglieder den Versammlungsraum verließen. Der Eklat war perfekt.

Die neue Führungsmannschaft wird es nicht einfach haben, wieder Ruhe in die Abteilung zu bringen. Nicht zuletzt, weil auch Hohmann eine Angriffsfläche bietet. Der frühere Stellvertreter Gimbels, der nach internen Differenzen im vergangenen Jahr das Handtuch warf, ist seit Anfang des Jahres Mitglied bei der SG Indersdorf. Eine schwierige Situation, wenn der profilierte Wettkampf-Läufer gleichzeitig die Straßenlauf-Abteilung der Eintracht voranbringen will. „Eigentlich hatte ich mit dem Kapitel Karlsfeld für mich abgeschlossen“, sagte der 42-Jährige. Der Plan, mit einem eigenen Team zu kandidieren, sei erst in den letzten Wochen diskutiert und wenige Tage vor der Versammlung spruchreif geworden.

Zu spät für Hohmanns Startpass - das Dokument ist wichtig für Landes- oder Bundesmeisterschaften und ist jetzt auf die SG Indersdorf ausgestellt. Gewechselt kann erst wieder zum neuen Jahr. Hohmann ist sich der Problematik seiner Doppelmitgliedschaft bewusst und deutete im Gespräch mit den Dachauer Nachrichten eine Rückkehr in der neuen Saison an. Nicht zuletzt, weil er begeistert vom Enthusiasmus seiner jungen Truppe ist: „Es macht richtig Spaß, mit dem Team zu arbeiten. Jeder ist motiviert und will etwas auf die Beine stellen.“

Die erste Bewährungsprobe steht unmittelbar bevor: Am 15. Mai startet der Läufercup, eine Veranstaltung, die von Gimbel und seiner Mannschaft in die erste Reihe der südbayerischen Stadionmeetings katapultiert wurde. (kra)

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