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Wasser sparen macht Wasser teurer

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Petershausen - Der Petershausener Gemeinderat beschließt höhere Wasserpreise. Das Paradoxe, je mehr Wasser gespart wird, desto teurer wird es.

Einstimmig segnete der Petershausener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die bereits im Werkausschuss beschlossene Erhöhung des Trinkwasserabgabepreises (wir berichteten) auf 1,53 Euro pro Kubikmeter ab. Gegen die Stimmen von Dr. Ernst Nold und Andrea Stang (beide FW) wurde auch die Erhöhung des Abwasserpreises auf 1,41 Euro pro Kubikmeter beschlossen.

Außerdem steigt die Grundgebühr für Wasserzähler bei 2,5 Kubikmeter Durchfluss pro Stunde von drei auf vier Euro. Das betrifft 98 Prozent aller Petershausener Wasserabnehmer. Größere Gebäude mit sechs Kubikmeter pro Stunde Durchflussgeschwindigkeit zahlen künftig 9,50 Euro. Bei einigen Abnehmer mit bis zu zehn Kubikmeter pro Stunde steigt der Zählerpreis von zwölf auf 16 und bei noch höherem Durchfluss von 90 auf 120 Euro. Diese Beträge sind auch für die neue Grundgebühr fürs Abwasser fällig. Niederschlagswasser kostet künftig 26 Cent pro Kubikmeter. Alle neuen Preise gelten bereits ab 1. Januar.

Warum diese höheren Gebühren nötig seien, wollte Margarate Scherbaum (FW) wissen. „Wir müssen die Preises von Zeit zu Zeit anpassen“ erklärte Bürgermeister Günter Fuchs (CSU). „Das ist nötig und wir sollten auch vor der anstehenden Wahl so ehrlich sein, das den Bürgern zu sagen.“ „Es wurde weniger Wasser verbraucht“, stellte Werkleiter Alexander Wieringer ergänzend fest. „Aber 90 Prozent unserer Kosten“, so der Bürgermeister, „sind Fixkosten. Nur zehn Prozent sind verbrauchsabhängig. Die meisten Einnahmen haben wir jedoch von Verbrauchsgebühren. Somit ergibt sich das Paradoxon, je mehr Wasser gespart wird, desto teurer wird der Kubikmeterpreis.“

Hier zeigte sich Andrea Stang doch etwas irritiert, denn der Wasserverbrauch, etwa von Waschmaschinen, sei zwar in den vergangenen Jahren gesenkt worden, doch jetzt sei das Ende der Fahnenstange erreicht. „Wenn die Wäsche überhaupt noch sauber werden soll, kann man die Wassermenge nicht mehr weiter senken.“ Daher konnte Stang nicht verstehen, warum in den Berechnungen des Kommunalen Eigenbetriebs Petershausen (KUP) trotzdem von einem weiter sinkenden Wasserverbrauch ausgegangen werde. Fuchs machte deutlich, dass der in den vergangenen vier Jahren durch niedrigeren Wasserverbrauch aufgelaufene Verlust des KUP in Höhe von 150 000 Euro wieder abgebaut werden müsse. Stang sah die Ursache eher in den Verzögerungen bei den Projekten Gewerbegebiet Eheäcker und dem Danuvius-Demenzheim.

Zwar schlage sich auch dieses etwas nieder, meinte Werkleiter Wieringer, aber in der Hauptsache gehe der Verlust auf den geringeren Wasserverbrauch zurück. Gerhard Weber wies zudem darauf hin, dass die Wasserleitungen in Petershausen zum Teil schon 50 Jahre und älter seien und daher dringend saniert werden müssten. Fuchs strich hier die Erfordernis der Versorgungssicherheit heraus. Einstimmig genehmigte der Gemeinderat den Wirtschaftsplan 2014 und den Finanzplan bis 2017.

Der Wirtschaftsplan sieht für 2014 Erträge bei Wasserversorgung und Abwasserentsorgung von 1,54 Millionen Euro sowie Aufwendungen von gut 1,47 Millionen Euro vor.

(rds)

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