Legionellengefahr im Schulsanitärbereich

Warmduscher haben es jetzt schwerer

Legionellen sind eine Gefahr für die Gesundheit. Bei einer routinemäßigen Untersuchung wurden diese Bakterien in den Sanitärbereichen der Schule Altomünster festgestellt. Schule und Schulverband haben sofort darauf reagiert.

Von Sabine Schäfer

Altomünster – Momentan kommt das Warmwasser in den beiden Sanitärbereichen der Sporthalle zentral über einen Boiler und Warmwasserspeicher im Heizungsraum des Schulgebäudes. Von dort wird es in die Abnahmestellen weitergeleitet.

Ende 2016 waren Schule und Schulverband alarmiert. Bei einer Wasserprobe wurde eine deutliche Belastung des Warmwassers mit Legionellen festgestellt. Hervorgerufen wird so etwas meist durch eine niedrige Temperatur und durch lange Verweilzeiten in den Leitungen. Will heißen: Es wird gar nicht so oft oder fast nie geduscht nach dem Sport.

Dies bestätigten die beiden Lehrkräfte in der Schulverbandsversammlung am Dienstagabend. Verbandsrat Markus Hagl berichtete Ähnliches aus dem Vereinsbereich. Die meisten Sportler zögen es vor, zu Hause zu duschen.

Als erste Maßnahme wurde daher unverzüglich die Warmwasserversorgung für den Sanitärbereich ersatzlos gestrichen. Eine einfache Erhöhung der Temperatur sei aus technischen Gründen nicht möglich, so Geschäftsleiter Christian Richter in der Sitzung. Wenig praktikabel, weil mit erhöhtem Personalaufwand verbunden, sei auch die Maßnahme, den Hausmeister zu veranlassen, die Abnahmestellen spätestens alle 72 Stunden zu spülen. Der Einbau automatischer Spülungen kostet andererseits rund 75 000 Euro.

Zudem ging es allen Verbandsräten darum, eine dauerhafte Verbesserung zu erreichen. Dazu lagen mehrere Lösungen auf dem Tisch. Die einfachste, nämlich in den Sanitärbereichen zukünftig komplett auf Warmwasser zu verzichten, wurde als zu radikal angesehen. Auch einen der beiden Sanitärbereiche quasi zuzusperren, wurde verworfen.

Deshalb einigten sich die Verbandsräte darauf, nur einen Duschbereich auf eine dezentrale Warmwasserversorgung umzustellen und einen neuen Pufferspeicher zu installieren. Dabei handelt es sich um Speicher, in dem momentan nicht benötigte überschüssige Energie von Wärmeerzeugern zwischengespeichert wird. Auch die Mischventile werden ausgetauscht, um die Leitungen dauerhaft mit einer erhöhten Wassertemperatur zu beschicken. Ein so genannter Verbrühschutz ist aber nur an den Waschbecken notwendig. Im anderen Sanitärbereich wird es ab sofort nur noch Kaltwasser geben.

Die Kosten für diesen „Mittelweg“, wie ihn Markus Hagl gefordert hatte, betragen rund 100 000 Euro und sind bereits im Haushalt des Schulverbands berücksichtigt. 

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