„Kultur ist fast überall defizitär“

Kulturressortleiter Heinrich Fitger über Kultur in Weichs

Weichs - Unter der Führung von Kulturreferent Heinrich Fitger organisiert das Kulturressort der Gemeinde Weichs seit Jahren verschiedene Veranstaltungen. Im Interview verrät Fitger, was die Weichser heuer erwartet.

Herr Fitger, Sie führen seit 2008 mit großem Engagement das Kulturressort der Gemeinde Weichs. Was darf man 2016 an besonderen kulturellen Highlights, die von Ihnen organisiert werden, bei „Kultur in Weichs“ erwarten?

Das hängt von den Erwartungen und dem Geschmack unseres Publikums ab. Ich habe mich immer bemüht, für jeden etwas zu organisieren. Für 2016 hatte ich mir als Highlight den Auftritt des bekannten politischen Kabarettisten Christian Springer vorgestellt. Aber der „Fonsi“ wäre nur noch mit den letzten Vorstellungen eines auslaufenden Programms zu haben gewesen, gewesen, was viele vielleicht schon gekannt hätten. Da in Indersdorf, Schwabhausen und Dachau ebenfalls immer wieder erstklassiges Kabarett geboten wird, habe ich für 2016 darauf verzichtet, mich um andere Künstler zu bemühen. Also bieten wir wieder Theater und Musik an. Das Hoftheater Bergkirchen spielt bei uns in der fünften Saison. Am 19. Februar „Sechs Tanzstunden“ und am 4. Juni „1 1/2 Stunden Verspätung“. Musikalisch gibt es eine große Vielfalt: Am 1. Juli Big-Band-Stücke als Open-Air mit der Band des Indersdorfer Gymnasiums und am 15. Oktober eine Rock Nacht mit Robert Freudenberg und befreundeten Bands. Für mich persönlich wird wohl am 11.März das Konzert des Kammerorchesters Petershausen unter der Leitung von Eugen Tluck ein besonderer Höhepunkt sein. Als Schlusspunkt ist am dritten Advent ein stimmungsvolles Konzert in St. Martin geplant. Ob es mir gelingt, für den Sommer noch eine Ausstellung unserer Hobbykünstler zusammenzubringen, ist noch offen.

Es gab in letzter Zeit einige nicht so gut besuchte Veranstaltungen, bei denen die Kommune doch etliche Euro draufzahlen musste. Wie wollen Sie dem künftig entgegenwirken? Ihr Vorschlag einen Kultursponsorenkreis zu bilden, für den Sie die örtliche Geschäftswelt gewinnen wollten, fand unter ihren Gemeinderatskollegen keine Zustimmung.

Kultur ist bekanntlich fast überall defizitär und von Zuschüssen der öffentlichen Hand abhängig. Wir haben in Weichs seit 2008 im Haushalt immer einen Betrag für kulturelle Veranstaltungen vorgesehen. Als gegeben müssen wir hinnehmen, dass wir eine kleine Gemeinde sind und dass unsere Nachbargemeinden in kultureller Hinsicht auch sehr rührig sind. Das heißt, das Reservoir an interessiertem Publikum ist begrenzt. Wir haben beim Kartendruck oft finanzielle Hilfe von der Sparkasse bekommen. Auch großzügige Hilfe von privater Seite ist uns zugeflossen. Ob ein Sponsorenkreis unserer örtlichen Geschäftswelt eine Chance hätte, ist bisher nicht wirklich ausgelotet worden. Allerdings war die Reaktion einiger Gemeinderatsmitglieder eher enttäuschend. Man muss beim Programm immer einen Ausgleich finden zwischen „ach, die schon wieder!“ und „ja, wer ist das denn?“. Manches scheitert auch einfach daran, dass die Bühne nicht beliebig vergrößert werden kann oder dass wir kein ordentliches Tasteninstrument – zum Beispiel einen kleinen Flügel – haben. Vielleicht könnte man auch die Werbung noch intensivieren.

Sie hatten vor Monaten angeregt, dass das Kulturessort auf mehre Schultern verteilt werden soll, damit die ganze Arbeit nicht bei Ihnen alleine hängen bleibt. Haben Sie mittlerweile Helfer gefunden, die Sie bei der ehrenamtlichen Arbeit unterstützen?

Der Kulturkreis Weichs entstand schon im Spätsommer 2014. Er hat gute Ideen hervorgebracht. Es gab auch viel tatkräftige Hilfe beim Umräumen des Saales und an der Abendkasse. Dafür bin ich dankbar. Aber ich gestehe gern, dass wir ein paar Leute mehr sein könnten.

Das Gespräch führte Heinz Nefzger

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