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Handarbeit in Zeiten von Corona: Franziska Haller (rechts) und Schwiegertochter Cornelia bei der Produktion ihrer Atemschutzmasken für ein Münchner Klinikum. Die beiden würden sich über Nachahmer(innen) freuen.

Coronakrise: Masken Marke Eigenbau für Klinikum Dritter Orden

Nähen gegen den Masken-Mangel

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Das Klinikum Dritter Orden in München suchte Freiwillige, die Atemschutzmasken selbst nähen. Die Hobbynäherin Franziska Haller aus Ebersbach hörte den Aufruf und war begeistert.

Ebersbach – „Ungewöhnliche Zeiten erfordern eben ungewöhnliche Maßnahmen“, findet Petra Bönnemann, Sprecherin am Klinikum Dritter Orden in München. Und weil ihr Arbeitgeber eben gerade knietief in diesen ungewöhnlichen Zeiten steckt und dort vor allem die Hygieneabteilung dringend auf der Suche nach Schutzbekleidung aller Art war, hätten sich zwei Kolleginnen – eine Kinderkrankenschwester sowie eine Mitarbeiterin des Kinderhauses „Atemreich“ – zu einer besonders ungewöhnlichen Maßnahme entschlossen: Sie starteten einen Aufruf, in dem sie Freiwillige baten, die Einrichtung mit selbst genähten Atemmasken zu versorgen. Die Aktion, so Sprecherin Bönnemann, habe auf Anhieb „große Kreise“ gezogen – und zwar Kreise, die bis nach Ebersbach bei Weichs reichten.

Franziska Haller, Hobbyschneiderin und derzeit zuhause in Urlaub – „die geplante Reisen musste ich absagen“ – war direkt Feuer und Flamme. Gemeinsam mit zwei Schwiegertöchtern besorgte sie sich die Näh-Anleitung im Internet, durchsuchte ihren Hausstand nach verwendbaren Stoffresten und legte los.

Wobei, das ist Petra Bönnemann in diesem Zusammenhang wichtig zu betonen: Die Masken, die von den Freiwilligen genäht werden, „sind kein Medizinprodukt“, das heißt, sie werden nicht verwendet für den Kontakt mit Patienten. Aber: „Wir brauchen sie dringend für unsere Mitarbeiter in den Bereichen Reinigung und Logistik. Es geht einfach darum, mit den Masken die Tröpfchen den Mundschutzträgers abzuhalten.“

Franziska Haller hat bereits 50 Masken genäht, mittlerweile braucht sie nur noch „im Schnitt 20 Minuten“ pro Maske. Neben dem geringen Zeit sei aber auch der Materialaufwand gering: Für die innere Lage verwende sie ein 20 mal 16 Zentimeter großes weißes Baumwolltuch – etwa alte Bettlaken. Der äußere Teil ist ebenfalls aus Baumwolle und 22 mal 26 Zentimeter groß. Hier, so die 62-Jährige, könne man sogar alte Vorhänge wiederverwerten: „Hauptsache, es ist aus Baumwolle und bei 60 Grad waschbar.“

Klar, der Teil um die Nase sei etwas „mühselig“ zu falten, aber man „gewinnt schnell Routine“. Um den Bogen um die Nase zu verstärken, verwendet Haller einfach die kleinen Metallstücke aus Büro-Heftstreifen. Dann noch „links und rechts eine Gummischlaufe dran – und fertig ist die Maske“! Alles in allem, findet die Ebersbacherin, sei das ganz sicher „kein Hexenwerk, das kann wirklich jeder“.

Neben dem Klinikum Dritter Orden, das trotz massenweiser Masken-Lieferung laut Bönnemann immer noch Bedarf hat, ist mittlerweile auch Hallers Sohn ein dankbarer Abnehmer. „Der hat die Masken schon an seinem Arbeitsplatz verteilt“, berichtet die Mama.

Doch nicht nur Krankenhäuser haben derzeit erhöhten Bedarf an Schutzkleidung. Auch Altenheime, glaubt Sprecherin Petra Bönnemann, seien sicher dankbar. Sie glaube, „dass sich die Kollegen dort sehr freuen würden“.

Doch Hobbynäherin Haller wird ihre Maskenproduktion bald etwas drosseln müssen. Ihr Urlaub ist vorbei. Ganz aufhören will sie aber dennoch nicht. Die aktuelle Lage habe einfach Priorität. „Und drum bleiben wir natürlich dran.“

Im Landkreis Eberberg hat sich eine ähnliche Initiative zusammengefunden und ist dem Aufruf des Klinikums Dritter Orden gefolgt.

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