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Meist übervoll ist der Bus schon, wenn in der Früh die Kinder in Ebersbach den Bus besteigen.

Weinende Kinder in Angst

„Kinder werden zerdrückt“: Schulbus-Wahnsinn beim MVV - Brandbrief zeigt Wirkung

Der MVV-Bus 729 in Weichs (Lkr. Dachau) war zuletzt jeden Tag überfüllt - kleinere Kinder wollten aus Angst nicht mehr zusteigen. Nach der Berichterstattung durch die Heimatzeitung hat der MVV nun reagiert.

Update vom 29. Oktober, 17 Uhr: Die Schüler aus Ebersbach haben ab dem kommenden Montag eine zusätzliche Fahrtmöglichkeit zur Weichser Grundschule. Wie berichtet, herrschten im Bus der Linie 729 zuletzt jeden Morgen chaotische Zustände, weil der Bus heillos überfüllt war. Wie das Landratsamt nun verkündete, wird zusätzlich eine Fahrt der MVV-Regionalbuslinie 728 die Grundschule Weichs anfahren. Abfahrt in Ebersbach ist am Seniorenwohnpark um 7.15 Uhr und am Maibaum um 7.16 Uhr. Ankommen wird die Fahrt an der Grundschule um 7.20 Uhr. Bürgermeister Harald Mundl freut sich sehr, dass das Landratsamt schnell auf die Probleme reagiert und eine Lösung gefunden habe, um das Busproblem zu entzerren.

Weichs - Der Bus 729 mit der Route Erlhausen-Fränking-Edenpfaffenhofen-Aufhausen-Ebersbach-Weichs befördert in der Früh überwiegend Grund- und Realschüler nach Weichs. An der Bushaltestelle in Ebersbach bietet sich jeden Morgen das gleiche Bild: Eine Traube von Schulkindern drängt sich an der Tür des überfüllten Busses. Alexandra Wolff, die Leiterin der Grundschule, berichtet, dass „durch den übervollen Bus schon zweimal Kinder zu spät kamen, da diese nicht mehr mitgenommen wurden“.

MVV-Schulbus in Weichs: Kinder in Angst - Eltern müssen Schul-Taxi spielen

Teilweise fahren die Eltern ihre Kinder nun schon mit dem Auto zur Schule, „was aber auch keine Lösung sein kann“, so Wolff. Zwei Kinder seien an einem Tag gar nicht zur Schule gekommen, da die Mutter keinen Transport am Vormittag organisieren konnte. „Diese Situation ist untragbar – zumal wir dem Mama- und Papa-Taxi zur Schule eigentlich entgegen wirken möchten“, sagt die Schulleiterin.

Elternbeiratsvorsitzende Nicole Kropf aus Ebersbach, deren Kinder den Bus benutzen, hat sich die Situation in der Früh schon ein paar Mal angeschaut und war schockiert, wie sich die Kinder am Schulranzen gegenseitig reinziehen, damit der Busfahrer die Tür schließen kann. Das Problem gibt es schon länger, sagt sie, „doch seit diesem Schuljahr ist es extrem und gefährlich“. Kropf: „Da die Erstklässler oft schüchtern sind, kam es schon öfters vor, dass sich einige wegen Überfüllung nicht in den Bus trauten, und die Eltern sie dann zur Schule nach Weichs fahren mussten“.

MVV-Schulbus komplett überfüllt: Bürgermeister schreibt Brandbrief - „Kinder werden zerdrückt“

Bürgermeister Harald Mundl hat sich mittlerweile mit einem Brief an das Landratsamt Dachau gewandt. Er erklärt, dass Grundschulkinder teilweise nicht mehr mitgenommen werden können – „oder alle quetschen sich so rein, dass sie – und ich spreche hier von sechsjährigen Kindern – teilweise zerdrückt werden. Kinder steigen weinend aus dem Bus aus und haben enorme Probleme und Angst, am darauffolgenden Tag überhaupt noch in den Schulbus einzusteigen“. Für Mundl liegt das Problem unter anderem auch daran, dass mit dieser Linie auch Realschüler mitfahren, obwohl diese auf andere Buslinien ausweichen könnten.

MVV-Schulbus überfüllt: Landratsamt verweist auf Ausweichmöglichkeiten

Das Landratsamt habe sich schon Ende September an den MVV gewandt, erklärt Pressesprecher Wolfgang Reichelt. „Eine Rückmeldung hierzu steht leider noch aus. Wir setzen uns zeitnah mit erneut mit dem MVV in Verbindung und fragen nach.“ Das Landratsamt weist allerdings darauf hin, dass es zwischen 7.12 Uhr und 7.27 Uhr sechs Fahrtmöglichkeiten zwischen Ebersbach und Weichs mit den MVV-Regionalbuslinien 708, 728, 729 und 785 gibt.

Allerdings sei die Fahrt der MVV-Regionalbuslinie 729 die einzige Fahrt, die direkt an der Grundschule in Weichs hält. Die anderen Fahrten halten an der Haltestelle „Ludwig-Thoma-Straße“, die etwa 400 Meter von der Grundschule entfernt liegt. Eine dieser fünf weiteren Fahrten sei ebenfalls voll. Aber die anderen Fahrten können von den Grundschülern genutzt werden.

Bei soviel Stress rund um die MVV ist es fraglich, ob weitere Regionen sich der Tarif-Vereinigung anschließen werden. Zumindest die Verantwortlichen im Landkreis Miesbach denken derzeit über einen Beitritt zur MVV darüber nach. Das Verfahren würde dennoch einige Jahre in Anspruch nehmen. Im Landkreis München dagegen gibt es nun Positives zu vermelden. Der Landkreis will Pendler, die eine MVV-Jahreskarte besitzen, künftig mit 5,7 Millionen Euro jährlich unterstützen.

Heinz Nefzger

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