Rathaus Weichs
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Im Rathaus Weichs bleibt das Thema Baugebiet in Ebersbach aktuell

Vor zwei Jahren im Gemeinderat Thema, wohin es jetzt der Bauausschuss erneut verweist

Debatte um kleines Baugebiet in Ebersbach

Weichs/Ebersbach – Ende 2020 beantragte ein Architekt im Namen eines Ehepaares aus Aufhausen eine Baulandausweisung mit zwei Wohnhäusern für deren Kinder westlich der Aufhauser Straße am Ortsende von Ebersbach. Der Gemeinderat hat sich dann bereits im Januar mit dem Antrag bezüglich der Anwendung eines Baulandmodels befasst und einer Baulandausweisung zugestimmt.

Da man, so war von Bürgermeister Harald Mundl (WBV) jetzt zu hören, Bauland nur in Verbindung damit schafft, dass sich die Kommune mit Flächen „einkauft“, fasste man eine Ausweitung der ursprünglich zwei Häuser ins Auge. Man beabsichtigte einen Bebauungsplan aufzustellen, der links vom Ebersbach an der Aufhauser Straße und auch rechts des Baches entlang des Siedlungsweges aus Sicht von Aufhausen her jeweils drei bis vier Wohnhäuser vorsieht. Eine gleichzeitig angedachte Baulandausweisung rechts vom Siedlungsweg entlang der Häuser rief bei den dortigen Grundstückseigentümern kein positives Echo hervor.

Um eine Planungsgrundlage zu erhalten und eine mögliche Bebauung zu erörtern, wurde ein Planungsbüro eingeschaltet. Auf Anfrage bei verschiedenen Fachbereichen wie der Unteren Naturschutzbehörde bekam man kritische Stellungnahmen. Deshalb wurde das Thema jetzt nochmal im Bau- und Umweltausschuss debattiert.

Robert Neisser (CSU) verwies auf die erste Abstimmung und dass es seither die Naturkatastrophe im Ahrtal gegeben hat. Er will keineswegs, dass die Gemeinde nur wegen eines eigenen Gewinns in der Nähe eines Überschwemmungsgebietes ein größeres Bauland schafft – „da hängen ganze Existenzen dran“. Dem stimmte Simon Kammermeier (SPD) zu, der ursprünglich ebenfalls für die Ausweisung war. Er glaubt, dass vielleicht die Karten von Gebieten, in denen Überschwemmungen drohen, wegen der zunehmenden Starkredenereignisse bald umgeschrieben würden.

Ganz anders sieht es Florian Betz (WBV), der davon sprach, dass es auch in der Ortsmitte von Weichs schon Hochwasser gab – „dem Käufer eines Bauraumes dort in Ebersbach muss bewusst sein, was er kauft“. Auch Bürgermeister Mundl sieht kein Problem, dort ein Baugebiet auszuweisen: „Wir haben oberhalb in Aufhausen schon viel für den Hochwasserschutz des Ebersbach getan“.

Zu dem Hinweis der Behörden meinte er, dass sich das Landratsamt halt immer absichern wolle. Herbert Rahn (FW) sieht die Lage kritisch. Die beiden beantragten Häusern an der Aufhauser Straße würde er genehmigen – „sie wissen ja, wo sie hinbauen“.

Matthias Hermann (WBV) und Andreas Lamprecht (CSU) könnten sich eine abgespeckte Bebauung auf nur einer Seite des Ebersbachs vorstellen. Als sich keine Einigkeit einstellte, sah das Gremium von einer Abstimmung ab. Somit geht die endgültige Entscheidung wieder an den Gemeinderat zurück, der darüber bereits am morgigen Mittwoch beraten wird.

Heinz Nefzger

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