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Bauherr: Josef Kreitmair begrüßt die Gäste. Rechts Dekan Dietz und Ministranten.

Ein kirchliches Kleinod geschaffen

Privatkapelle in Erlhausen feierlich eingeweiht

Trotz Regens kamen rund 500 Besucher, als jetzt in Erlhausen eine , neue, kleine Privatkapelle eingeweiht wurde. Bauherr und Eigentümer ist Josef Kreitmair. Er hat innerhalb von nicht einmal einem Jahr Bauzeit ein Schmuckstück schaffen lassen, das künftig für jedermann zugänglich sein soll.

Weichs/Erlhausen – Nicht nur für den Weichser Ortsteil Erlhausen, sondern auch für die gesamte Pfarrei, dies belegten die vielen anwesenden Gläubigen, die auch von weiter her kamen, war es ein besonderer Tag, als die neue Kapelle von Dekan Peter Dietz der Heiligen Maria geweiht wurde. Eigentlich hätte der Himmel dazu lachen müssen, doch das Gegenteil war der Fall. Er weinte.

Trotz teils strömenden Regens wollten rund 500 Gläubige bei der Feier dabei sein. Der Festgottesdienst fand in einem großen Zelt statt. Bei der Aufstellung halfen die Erlhauser Maibaumfreunde tatkräftig mit. Dekan Dietz sprach davon, dass diese Einweihung eigentlich gegen den Trend geht, da immer mehr Leute aus der Kirche austreten und mehr Kirchen und Kapellen abgerissen oder etwa zu Kulturräumen umgestaltetwerde, als dass neue gebaut würden. Er freute sich, dass es sich hier zwar um eine Privatkapelle handelt, die aber als sichtbares Bekenntnis zum Glauben für jeden zugänglich sein wird, um sich hier etwas zurückzuziehen.

Während die Gottesdienstbesucher im Zelt, wo sie später von der Metzgerei Gschwendtner bestens bewirtet wurden, sitzen blieben, weihte zwischendurch der Dekan die festlich mit roten Rosen geschmückte Kapelle, in der anschließend erstmals die bereits 123 Jahre alte Glocke läutete. Außerdem beteten die Enkelkinder des Bauherren, Laura (5 Jahre) und Lukas (3), andachtsvoll gemeinsam ein „Gegrüßet seist du Maria“.

Bauherr und Eigentümer der Kapelle, mit einer Größe von etwa sechs mal vier Metern, ist Josef Kreitmair, der unweit wohnt. Als Grund für den Bau nennt er einerseits, dass er aus Erzählungen aus seiner Kindheit weiß, dass auf dem Grund, wo jetzt sein Wohnhaus steht, einst eine Kapelle gestanden haben soll, und man deshalb auch von einem Kapellenacker sprach.

Außerdem will der rüstige Rentner damit seinen Dank ausdrücken, dass er in seinem Leben bisher sehr viel Glück gehabt hat, wenngleich seine Frau zu früh verstarb.

Sehr einladend: Der Innenraum der neuen Marienkapelle in Erlhausen.

Baubeginn war im Oktober 2017. Ganz bewusst hat Kreitmair einen, nach seinen Worten, einfachen Baustil gewählt, womit sich das nach den Plänen von Architekt Thomas Wallner errichtete Bauwerk harmonisch in die Landschaft einfügt. Schon von weitem ist das große goldene Kreuz auf dem acht Meter hohen Glockenturm zu sehen. Die Kapelle präsentiert sich als wahres Schmuckstück.

Bereits am Eingang, der behindertengerecht gestaltet wurde, steht eine große Marienfigur aus Stein. Der Innenraum mit zwölf Sitzplätzen lädt förmlich zum Verweilen und einer kurzen Andacht ein. Die Sitzbänke, und der Altar wurden vollständig aus hellem Eichenholz von einem Kirchenschreiner aus Niederbayern gefertigt. Der Boden ist aus Naturstein gefertigt worden. Auf dem großen Altarbild ist die Hl. Maria zu sehen. Links davon steht eine Statue der Hl. Elisabeth, rechts des Hl. Lukas. Im hinteren Bereich sind außerdem Statuen der Hl. Barbara und des Hl. Franziskus angebracht. Außerdem sind an den Seitenwänden die 14 Kreuzwegstationen abgebildet.

Über den Preis will Kreitmair nicht sprechen. Doch dass er keine Kosten und Mühen gescheut hat, um dieses kirchliche Kleinod zu schaffen, ist unübersehbar. Unterstützt wurde er insbesondere von seinem Sohn Georg und Schwiegertochter Anni. Die Kapelle, die unweit von schönen Obstbäumen steht, könnte auch für kleinere kirchliche Feierlichkeiten genutzt werden. Das Einweihungsfest der neuen Marienkapelle, manche Ortsansässige nennen sie schon humor- und liebevoll „Erlhauser Dom“, bewies, dass die Kirche, auch wenn die allgemeinen Gottesdienstbesuche dies eigentlich nicht belegen, lebt.

Heinz Nefzger

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