Derzeit wird der freie Platz noch mit vielen großen Wahlplakaten von der Straßenseite her verdeckt, die aber bald wieder der Vergangenheit angehören werden.
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Derzeit wird der freie Platz noch mit vielen großen Wahlplakaten von der Straßenseite her verdeckt, die aber bald wieder der Vergangenheit angehören werden.

Im Herbst soll ein Bürgerdialog stattfinden – Arbeitskreis aus dem Gemeinderat tagt

Erste Planung für die Weichser Ortsmitte

Weichs – Etwa die Hälfte des freien Platzes in der Ortsmitte an der Freisinger Straße in Weichs gehört der Gemeinde. Er wurde vor einigen Jahren erworben, um dort ein neues Rathaus zu bauen, was sich aber aus finanziellen Gründen vorerst und vermutlich auch auf längere Sicht zerschlug. Auch die Pläne der Sparkasse, ihre Zweigstelle dorthin zu verlegen, haben sich zerschlagen.

Um das brachliegende Gelände an der Ortsdurchfahrt etwas schöner zu gestalten, hat sich im Gemeinderat ein Arbeitskreis unter der Leitung von Simon Kammermeier (SPD) aus Mitgliedern sämtlicher Fraktionen gebildet, der sich dieses Themas annimmt.

Mittlerweile traf man sich zu einer ersten Besprechung, bei der Kammermeier, von Beruf Landschaftsarchitekt, drei mögliche Vorgehensweisen zur Neugestaltung vorstellte. Zum einen könnte über einen Spendenaufruf mehr Geld für die Umgestaltung der Ortsmitte gesammelt werden, um den Gestaltungsumfang erhöhen zu können, was er favorisiert hätte.

Der zweite Weg wäre die Organisation und Durchführung der Neugestaltung über die Gemeinde mit den bereits zugesagten Mitteln im Haushalt von 2022 in Höhe von 10 000 Euro. Als drittes dachte er an die Einbindung der Bürgerschaft bei der Planung und Umsetzung im Rahmen einer Bürgerbeteiligung.

Bürgermeister Harald Mundl (WBV) sah in der Arbeitskreissitzung einen Spendenaufruf als sehr kritisch an, da man nicht wisse, wie lange die Ortsmittengestaltung Bestand habe. An den Bau eines neuen Rathauses denkt er dabei nicht mehr, „da aufgrund der jetzigen hohen Schuldenlast ein Neubau für über zwei Millionen Euro auf Dauer nicht mehr zu stemmen ist“. Bei der Ortsmitteplanung denkt er eher an den Wohnungsbau.

Dem Gemeinderat zeigte Kammermeier unter dem Titel „Neue grüne Mitte“ die Möglichkeiten eines Interims-Parks auf. Er beteuerte, dass auch mit bescheidenen finanziellen Mitteln eine ansprechende Freiraumgestaltung geschaffen werden kann. Gedacht ist dabei unter anderem an die Aussaat von Blumenwiesen und Rasenflächen, Wege aus verdichtetem Mineralbeton statt Pflasterbelag sowie ein paar Bäume und Bänke. Die Arbeiten könnten einfach und effizient Laien und mit Unterstützung von landwirtschaftlichen Geräten erfolgen, wie auch die spätere Pflege.

Da man unbedingt die Bürger mit in die Gestaltung der Ortsmitte einbeziehen will, soll noch im Herbst zu einem Bürgerdialog eingeladen werden. Auch wenn es sich bei der Vorstellung nur um einen Punkt zur Kenntnisnahme handelte, wie Vizebürgermeister Martin Hofmann (CSU), der die Sitzung leitete, sagte, gab es doch einige Wortmeldungen. So wollte Martin Betz (CSU) die Umsetzung nicht schon wie vorgesehen im Frühjahr 2022, sondern erst 2023 sehen, „wenn wir wissen, wie es mit unseren Gemeindefinanzen weiter geht und was wir wegen eventuellen Engpässen dann etwa aus dem Grundstück machen“. Er möchte nicht, dass deshalb jetzt schon auf die Schnelle 10 000 Euro zuzüglich vieler freiwilliger Arbeitsleistungen von Bürgern „verbraten“ werden. Kammermeier versicherte, dass man die Thematik schon debattiert hat, doch die 10 000 Euro sollte man, auch wenn es vielleicht nur um eine Übergangslösung handelt, „verschmerzen“ können.

Heinz Nefzger

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