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Baugebiet Aufhausen: Gemeinderat kippt den eigenen Beschluss

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Hochwassergefahr: Vor der Ortseinfahrt von Ebersbach dürfen keine weiteren Häuser gebaut werden.
Hochwassergefahr: Vor der Ortseinfahrt von Ebersbach dürfen keine weiteren Häuser gebaut werden. © nef

Es gibt nun doch keine Bebauung am Ortsrand von Ebersbach wegen Bedenken wegen Hochwasser.

Weichs – Ursprünglich hatte ein Grundstückbesitzer aus Aufhausen für seine beiden Söhne Baurecht für zwei Häuser an der westlichen Ortseinfahrt von Ebersbach, von Aufhausen kommend, beantragt. Auf Anregung von Bürgermeister Harald Mundl (WBV) war dazu sogar die Ausweisung von einem größeren Baugebiet links und rechts des durch das Gelände fließenden Ebersbaches ins Auge gefasst worden. Der Gemeinderat sprach sich Letztenendes – bei drei Gegenstimmen – für die Aufstellung eines Bebauungsplans für eine Bebauung zwischen der Aufhauser Straße und dem Siedlungsweg in Ebersbach aus. Dieser Beschluss wurde aber in der jüngsten Ratssitzung bei nur einer Gegenstimme (Basti Brummer/WBV) wieder einkassiert.

Der Meinungsumschwung liegt darin begründet, dass sowohl zwei Planungsbüros, als auch die Untere Naturschutzbehörde, der Fachbereich rechtliche Belange im Landratsamt und sogar das Wasserwirtschaftsamt München eine Baulandausweisung in diesem Bereich als äußerst kritisch ansehen.

Behörden warnen

So war zum Beispiel der Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamts zu entnehmen, dass bei einer Bebauung an dieser Stelle eine konkrete Gefährdung durch Hochwasser und wild abfließendes Wasser bestünde. Zudem werde ein ökologisch wertvoller Bereich der Talaue, der gleichzeitig wichtig für den natürlichen Rückhalt von Hochwasser ist, zerstört. Aus fachlicher Sicht wird daher von einer Bebauung im Talbereich des Ebersbaches dringend abgeraten.

Aufgrund der Bedenken und der aufgezeigten Gefahren, die für eine Baulandausweisung an dieser Stelle bestehen, beschloss der Gemeinderaat schließlich die Einstellung des Verfahrens und die Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses vom vergangenen November.

Vizebürgermeister und Sitzungsleiter Martin Hofmann (CSU) betonte, dass sich die Gemeinde rechtlich angreifbar machen könnte, sollte man an einer Baulandausweisung festhalten. Als einziger dachte Basti Brummer an technische Möglichkeiten, die es geben könnte, um hier doch Bauland zu schaffen. Er dachte dabei unter anderem an eine Stelzenbauweise.

Simon Kammereier (SPD) dazu: „So einen Käse habe ich schon lange nicht mehr gehört.“ Brummer forderte, generell für mehr Hochwasserschutz am Ebersbach von Aufhausen bis zur Glonn zu sorgen. Auch wenn es den meisten Diskussionsteilnehmern für die Bauwilligen leid tat, wollten sie keine Zustimmung erteilen. Die ablehnenden Signale, die von den Behörden kamen, waren zu eindeutig.

Es wurde auch an die Umweltkatastrophen wie im Ahrntal erinnert. Man dürfe nicht in von Hochwasser gefährdeten Flächen neuen Baugrund ausweisen.

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Heinz Nefzger

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