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Der Weichser Gemeinderat befasst sich derzeit mit dem Haushalt für das laufende Jahr (Symbolbild).

Gemeinderat Weichs

Diskussionen über Bürgschaft und Grünzug

Der Gemeinderat Weichs hat über Ausgaben und den Haushalt 2020 beraten. Für Diskussionsstoff sorgte vor allem ein Antrag der Schützen.

VON HEINZ NEFZGER

Weichs In der Weichser Gemeinderatssitzung haben die Gemeinderäte in erster Linie über den Haushalt 2020 beraten. Positiv beschieden wurden dabei die Einzelhaushalte von Grundschule, Kläranlage, Feuerwehr und Bauhof, wobei für Letzteren über die Ersatzbeschaffung eines größeren Fahrzeuges noch nicht entschieden ist. Das gilt im Übrigen auch für das Kanalsanierungskonzept.

Auf der Tagesordnung stand überdies der gemeindliche Kindergarten Burzlbam, bei dem etliche Unterhaltsmaßnahmen anstehen. Das Gebäude befindet sich altersbedingt in einem renovierungsbedürftigen Zustand. Zudem erfüllen einige Inventarsachen wie festverbaute Ausstattungsgegenstände (Treppengeländer, Bodenbelag) nicht mehr dem heutigen Standard. Es soll ein Maßnahmenkatalog mit Priorisierung erarbeitet werden.

Der Gemeinderat stimmte außerdem einem neuen Stromkonzessionsvertrag mit der Bayern Netz GmbH zu sowie der Absichtserklärung für den Beitritt eines interkommunalen Zweckverbandes, der für die Verwertung des Klärschlamms aus den kommunalen Anlagen in den Landkreisen Dachau und Fürstenfeldbruck in der GfA Geiselbullach zuständig ist (siehe dazu Bericht auf Seite 1).

Mehr Diskussionsstoff lieferte ein Antrag auf Übernahme einer Bürgschaft der Gemeinde in Höhe von 45 000 Euro zur Erstellung einer Blockhütte der Weichser Stockschützen. Das Projekt kostet insgesamt 60 000 Euro, davon bringen die Stockschützen 15 000 Euro selbst auf. Während Robert Neisser (CSU) keinerlei Probleme mit der Bürgschaft sieht, bezweifelt Werner Dornstädter (FW), dass die Stockschützen jährlich 3000 bis 4000 Euro abbezahlen können. Stockschützenchef Rolf Schlecht trat dem entgegen und verwies auf Einnahmequellen seiner Abteilung – unter anderem bei verschiedenen Veranstaltungen. Hierzu wiederum merkte Dornstädter an: „Hoffentlich gibt es dann keine Reibungen mit dem neuen Wirt.“ Der Gemeinderat stimmte schließlich der Übernahme einer Bürgschaft zu.

Auch der Grünzug Ebersbach – hier ist eine Art Renaturierung geplant – stieß nicht bei allen Ratsmitgliedern auf positive Resonanz, auch wenn das Gremium dieser Maßnahme schon mal zugestimmt hatte. Es handelt sich dabei um ein Projekt des Jugendrates. Birgit Singer (CSU), die sich früher sehr dafür einsetzte, sieht die Sache mittlerweile ganz anders. Nachdem sich herausgestellt habe, dass zur Umsetzung des Projekts entsprechende Fachfirmen benötigt würden, sieht Singer es nicht mehr als ein Jugendratskonzept an. Zudem meinte sie, dass mittlerweile nicht mehr alle Jugendlichen hinter dem Projekt stünden. Dieser Ansicht traten jedoch Jugendreferent Christian Blumenschein (WBV) und Gemeindejugendreferentin Elisabeth Mohr entgegen. Die Grünzug-Maßnahme ist mit Kosten in Höhe von 60 000 Euro veranschlagt. 45 000 Euro gäbe es an Zuschüssen. Singer würde aber die verbleibenden 15 000 Euro lieber einsparen. Sie wies darauf hin, dass kürzlich von der Sparkasse Biotopmaßnahmen in diesem Gebiet erfolgt seien.

Am Ende ließ der Gemeinderat den Posten jedoch im Haushalt stehen. Man wolle nicht etwas stoppen, was bereits begonnen worden sei, und: Der Gemeinderat möchte nicht die Jugendlichen vor den Kopf stoßen.

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