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Goldenes Priesterjubiläum von Georg Reichl

Auch nach 50 Jahren noch engagiert

Ruhestand? Ist für den ehemaligen Pfarrer Georg Reichl ein Fremdwort. Der beliebte Geistliche hat sich mit seiner Arbeit über rund drei Jahrzehnte in den Pfarreien Weichs und Vierkirchen unvergesslich gemacht. Engagiert wie eh und je, hat er jetzt sein Goldenes Priesterjubiläum gefeiert.

Weichs/Vierkirchen/Buchbach – Insgesamt 28 Jahre lang war Georg Reichl in den Pfarreien Weichs und Vierkirchen als Pfarrer tätig. In Weichs wurde er für sein unermüdliches Engagement sogar mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. 2011 ging er in den Ruhestand und zog nach Ampfing. Zur Ruhe gesetzt hat er sich aber keinesfalls:

Im großen Nachbarpfarrverband Buchbach, Ranoldsberg, Grüntegernbach und Walkersaich, wo auf dem Schafdornhof auch seine Wiege stand, ist er seither als Ruhestandspriester tätig. Auf dem Schafdornhof ist er auch nach seinem Kirchendienst fast jeden Sonntag anzutreffen. Er kommt zum Mittagessen und spielt dann mit der Schwägerin und anderen Familienmitgliedern Karten. Ein bisschen Freizeit muss er sich dann doch gönnen.

In Konzelebration mit dem Ortspfarrer Herbert Aneder, der gleichzeitig auf sein 20-jähriges Priesterjubiläum zurückblicken konnte, feierte Reichl vergangenen Sonntag sein 50-jähriges Priesterjubiläum. Die bis auf den letzten Platz gefüllte große Kirche von Buchbach war ein Beweis, dass Reichl längst auch hier als Seelsorger beliebt und geschätzt ist. Mit dem Bus und Privatautos kamen auch viele Weichser und Vierkirchner, darunter auch Pastoralreferent Johannes Fichtl und Gemeindereferentin Elisabeth Gilliar, nach Buchbach, um dem früheren Dekan zum Goldenen Jubiläum die Ehre zu erweisen.

Sie trafen auf einen Pfarrer, der vor Freude aus dem Strahlen fast nicht mehr herauskam. Trotz seiner 77 Jahre ist er drahtig wie eh und je - und leidenschaftlich, insbesondere, wenn es um den Glauben geht. Besonders in seiner Predigt wurde dies wieder deutlich.

Eingangs blickte Reichl etwas wehmütig zurück, dass in seiner Zeit noch 23 Priester geweiht wurden, die Zahl aber kontinuierlich zurückging. „Heuer sind es nur drei in der Diözese, wie viele werden es in zehn Jahren sein?“ Man rechne damit, sagte er, dass es in zwölf Jahren 30 Prozent weniger Priester sein werden, und somit die Zeit kommen wird, dass manche Pfarrverbände keinen Geistlichen mehr haben werden. „Wer spendet dann die Sakramente“. Deshalb fragte er provokant: „Hat die Kirche in Europa keine Zukunft mehr?“ Er fuhr fort: „Oh doch, Jesus hat die Kirche für alle Zeit geschaffen, mit Binde- und Lösungsmöglichkeiten. Auch wenn die Zeit jetzt noch nicht reif ist, sonst würde eine Kirchenspaltung drohen, wird es soweit kommen, dass auch nicht studierte Männer und Frauen, die den Glauben leben, zu Priester geweiht werden können. Es muss ja nicht für die ganze Lebenszeit sein. Wir müssen beten, dass unsere Kirche neue Wege wagt, dass unser Glaube erhalten bleibt.“

Für seine eindrucksvollen Worte erhielt Reichl spontanen und respektvollen Applaus. Viele lobende Worte gab es für den umtriebigen Ruhestandspriester von Bürgermeistersprecher Thomas Einwang aus Buchbach und dem stellvertretenden Pfarrverbandsratsvorsitzenden Mathias Palloch. Stellvertretend für die Pfarreien Weichs und Vierkirchen sprach Max Nefzger von „unserem“ Pfarrer“, der in vielerlei Hinsicht positive Spuren hinterlassen habe. Viel geschmunzelt wurde, als er an Reichls „Fußballerzeit“ in Weichs erinnerte, wo sich der Pfarrer beim Sternstundenspiel trotz fortgeschrittenem Alter schier nicht auswechseln lassen wollte. Als kleines Geschenk wurde Reichl, ein Edelfan des FC Bayern, zu einem Heimspiel des Deutschen Meisters in die Allianz Arena eingeladen. Inbegriffen sind Abholung in Ampfing, essen und Übernachtung in seiner ehemaligen Pfarrei.

Im Anschluss zogen Pfarrer Reichl und Herbert Aneder in der Kutsche in Begleitung von Blasmusik, vielen Fahnenabordnungen und Kirchenbesuchern zum Pfarrsaal, wo ein kleiner Stehempfang stattfand. Dort wartete auch eine Videobotschaft aus Ecuador auf den Jubilar: Ein junger Bewohner des dortigen Indianhochlandes zeigte, was aus den Spendengeldern aus Buchbach geschieht. Die Kollekte und auch die Geldspenden zu Reichls Jubiläum werden für dieses soziale Werk verwendet.

Das Goldene Priesterjubiläum war eine besondere Feier. Ein mitgereistes Ehepaar aus der Pfarrei Vierkirchen fand es lediglich schade, dass keiner der drei Bürgermeister aus seinem früheren Wirkungskreis (Weichs, Vierkirchen und Röhrmoos), an der Feier teilnahm. „Sie hätten ja wenigstens einen Stellvertreter schicken können“, sagte das Paar. Dies tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch. Vielmehr saßen die Festgäste noch lange auf Einladung des Jubilars im Wirtshaus von Walkersaich zusammen, wo Pfarrer Reichl seine Verwandten und natürlich auch die Gäste aus dem Landkreis Dachau frei hielt: Bei der herzlichen Verabschiedung freute er sich schon, dass er Anfang August in seinen früheren Pfarrei wieder zur Urlaubsvertretung kommen kann.

Heinz Nefzger

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