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Jesus zieht am Palmsonntag in Jerusalem ein: Etwa zehn Mal pro Jahr wechselt die Szene am Weichser Jahreskripperl.  

Pfarrkirche St. Martin in  Weichs

Jahreskripperl – eine Tradition lebt fort

In der Weichser Pfarrkirche St. Martin gibt es eine Besonderheit: eine Krippe, die das ganze Jahr über steht - mit wechselnden Szenen.

Weichs – Kripperl gibt es in vielen Kirchen. Nicht aber eine Jahreskrippe wie in der St.-Martins-Kirche von Weichs. Fast schon etwas versteckt befindet sich das Kleinod unter der Treppe zur Empore.

Auch wenn sie nicht mehr ganz die Anziehungskraft von früher besitzt, als Eltern und Großeltern mit ihren Kindern zum „Kripperl schauen“ gingen, erfreut es sich doch bei vielen noch besonderer Aufmerksamkeit. Neben Kindern sind es auch immer wieder ältere Pfarrangehörige, die gerne auf die Szenen hinter die Glaswand des Kripperls schauen.

Eine Jahreskrippe ist deshalb so besonders, weil sie mehrmals im Jahr neu gestaltet wird. In Weichs macht dies mit viel Liebe und Geschick seit etwa fünf Jahren Simone Spaderna. Derzeit heißt das Motto „Einzug in Jerusalem“. Simone Spaderna hat das „Kripperlgen“ wohl von ihrer Mutter geerbt, die selbst zehn Krippen zu Hause hat. Sie gestaltet die Weichser Kirchenkrippe etwa zehn Mal im Jahr den Ereignissen im Kirchenjahr angepasst um. Ihre Mutter hat viele Figuren neu bekleidet.

Die Kirchenkrippe hat eine über 70-jährige Tradition. 1946 soll es die Pfarrhaushälterin Walburga Zimmermann gewesen sein, die die ersten Krippenfiguren mit Wachsköpfen nach Weichs brachte. Fortan baute sie biblische Szenen nach. Für sie soll das Kripperl kein Hobby gewesen sein, sondern ein Mittel der Glaubensverkündigung, vor allem an die Kinder.

Eine besondere Liebe zum Kripperl hatte auch die langjährige Mesnerin Sr. Landoine, die insbesondere durch ihr Wetterläuten bei vielen Weichsern noch in bester Erinnerung ist. Von Sr. Gunifortis, die 1952 als Kunsterzieherin ins Kloster kam, ließ sie neue Figuren anfertigen. Auch Hubert Bücherl und Manfred Öttler haben sich jahrelang um die Pflege und die Gestaltung des Kripperls verdient gemacht. Auch Albert Weingärtner darf nicht unerwähnt bleiben, der einst mit viel Fingerspitzengefühl einen Stall für die Krippe gebaut hat.

„Allein schon, weil so ein großer Schatz an Figuren vorhanden ist“, ist für Spaderna die Fortführung der Kripperltradition zu einer Herzensangelegenheit geworden. Eine ältere Weichser Bürgerin erinnert sich noch gerne daran, als früher vor dem Kripperl eine kleine Figur stand. Wenn man ein Zehnerl in die Figur warf, bewegte sie sich. Dazu erklang eine Melodie. Besonders die Kleinen staunten darüber immer wieder.

Heinz Nefzger

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