Eine Baustelle mit einem Gerüst vor dem Rohbau
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Nicht alles nach Plan läuft beim Kinderhausbau in Weichs. Die Gemeinde hofft jetzt auf den Einzug im November.

Kinderhausbau wird zum Ärgernis

Erhebliche Kostensteigerung und zeitliche Verzögerung beim Kinderhausbau in Weichs

Der aktuelle Stand zum Kinderhaus in Weichs gibt Grund zum Ärger: Das Bauprojekt ist nicht nur viel teurer als geplant, auch zeitlich hängt man beim Bau hinterher.

Weichs – Im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Gemeinderatssitzung informierten Vertreter vom Architekturbüro Kern aus Mindelheim über den aktuellen Stand zum Bau des neuen Kinderhauses (wir haben kurz berichtet). Auf Nachfrage der Dachauer Nachrichten hatte Bürgermeister Harald Mundl keine guten Nachrichten: Die Gesamtkosten erhöhen sich auf 10,8 Millionen Euro gegenüber den zunächst geschätzten 9,9 Millionen.

Das Kinderhaus, in dem der Hort, die Kinderkrippe und der Kindergarten St. Martin untergebracht werden sollen, wird nicht wie geplant zum neuen Betreuungsjahr und Schulstart im September fertig. Für Mundl sind es vielfältige Gründe, die zum Kostenanstieg und der Verzögerung führten bzw. führen: Wegen Corona fallen bei den derzeit tätigen Firmen immer wieder Bauarbeiter, teilweise ganze Bautrupps und aktuell sogar eine ganze Firma aus. Damit können einzelne Arbeitsbereiche nicht beendet werden und andere, die darauf aufbauen, nicht beginnen.

Darüber hinaus gibt es in einigen Branchen Lieferengpässe, die sich derzeit deutlich auf den Bauzeitenplan auswirken. Im Bereich Holz, Baurohstoffe und Stahl ist der Markt fast leergefegt, und die Baufirmen bekommen derzeit nicht ausreichend oder nur mit langen Wartezeiten das benötigte Material von ihren Zulieferern. Sämtliche Holzbestände und Stahl gingen derzeit nach Amerika und China, nachdem beide Länder diese Rohstoffe zu horrenden Preisen aufkauften und diese damit in Deutschland fehlen oder rar würden.

Derzeit laufen noch einige Ausschreibungen für die letzten Gewerke am Kinderhaus, wie zum Beispiel die Schreinerarbeiten für Garderoben, Küchen und Möblierung, Verputzarbeiten und Stahlarbeiten (Treppen und Geländer), die genau diese Branchen betreffen, wo es derzeit besonders Probleme gibt.

Mundl: „Dass sich der Kinderhausbau dadurch verteuert, ist die eine Sache. Dass es aber nicht rechtzeitig fertig wird, ist viel schlimmer und schmerzt mich innerlich sehr“. Unter Vorbehalt geht man in der Gemeinde im Moment von einem Einzug im November aus.

Heinz Nefzger

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