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Die drei Birken bei der „Heignsei“ sind eine Behinderung für die neuen Anlieger.

Marterl auf Wanderschaft

Heignsei soll versetzt werden

Nach langem Hin und Her zeichnet sich für das „Heignsei“ in Weichs eine Lösung ab: Der Bund Naturschutz will das angrenzende Grundstück kaufen. Damit könnte das Flurdenkmal einen neuen Platz bekommen.

Weichs – Das Flurdenkmal „Heignsei“ stellt insbesondere wegen seiner drei Birken für einen Anlieger an der Ostseite im Neubaugebiet „Aufhausener Feld“ ein Problem dar: aufgrund eines gewaltigen Höhensprungs seines Grundstücks, der eine Gartennutzung sehr einschränkt (wir haben berichtet). Er will, dass das Marterl versetzt wird - nun gibt es Hoffnung.

Eigentlich wollte der Gemeinderat über die weitere Vorgehensweise auf der jüngsten Sitzung entscheiden. Mittlerweile hat sich die Sachlage aber geändert. 

Bund Naturschutz will die Heignsei-Wiese kaufen

Bürgermeister Harald Mundl informierte, dass der Bund Naturschutz Dachau das angrenzende Grundstück „Heignsei-Wiese“ von den Eigentümern erwerben möchte. Die Verhandlungen sollen kurz vor dem Abschluss stehen. Auch die BN-Ortsgruppe Weichs würde sich an den Kosten beteiligen.

Mundl: „Sobald der Kauf zustande gekommen und der BN Dachau Eigentümer dieser Fläche ist, stünde nichts entgegen, wenn die Heignsei auf dessen neues Grundstück versetzt wird“. 

Bauherr will die für die Fällung der Bäume aufkommen

Man könnte dann dem derzeit erheblich davon betroffenen Bauherren signalisieren, dass er die dann freigewordene etwa 30 bis 35 Quadratmeter große Fläche, auf der das Flurdenkmal derzeit steht und die der Gemeinde gehört, nach der Versetzung erwerben kann.

Möglicherweise bestünde dann die Möglichkeit einer gemeinsamen Böschungslösung für mehrere der neuen Grundstücksbesitzer neben der Wiese.

Marterl soll versetzt werden

Der direkt betroffene Bauherr hat schon im Vorfeld erklärt, für die Fällung und Neupflanzung der Bäume aufzukommen. Die Kosten für die Versetzung des gemauerten Marterls, die laut Gemeinderat Simon Kammermeier (SPD) nicht ganz einfach sein wird, müsste die Gemeinde tragen.

Während Martin Betz (CSU) schriftlich etwa das Begehungsrecht und die Pflege des kleinen Denkmals fixiert haben möchte, lehnte sein Fraktionskollege Robert Neisser das ab: „Da habe ich volles Vertrauen in den Bund Naturschutz, da brauche ich nichts Schriftliches.“

Gemeinderat Günther Schilcher (WBV) wollte nicht verstehen, warum für einen Einzelnen so ein Aufwand betrieben wird und die Gemeinde auch noch die Versetzung zahlen soll. Falls die Maßnahme zum Tragen kommt, steht eines fest: Eine Mauer dürften die betroffenen Anlieger zur Wiese hin wegen der Hanglage nicht errichten.

Von Heinz Nefzger

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