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Sagt nach fünf Jahren „Lebt Wohl“: Reiner Hertweck.

Nach fünf Jahren im Amt

Weichser Realschuldirektor verabschiedet

Schon in der dritten Klasse stand für ihn fest: Ich will einmal Lehrer werden. Diesen Wunsch hat sich Reiner Hertweck erfüllt – am Ende arbeitete er sogar als Rektor. Jetzt wurde der Realschulleiter in Weichs verabschiedet.

Weichs – Im Beisein von zahlreichen Gästen aus Politik, Schule und Kirche wurde an der Erzbischöflichen Theresia-Gerhardinger-Realschule Rektor Reiner Hertweck in den Vorruhestand verabschiedet. Schon von Kindheit an wollte er nur einen Beruf ausüben: den des Lehrers.

Dafür gibt es sogar einen Beweis: Nachweislich wurde von ihm als Drittklässler schon niedergeschrieben: „Ich möchte ein Lehrer werden, weil ich da die Kinder lehren darf.“ Auch wenn mit fünf Jahren die Amtszeit von Hertweck nicht gerade lang war, hat er hier viel bewegt, wie die Einführung des Ganztagesunterrichts und die IPad - Klasse. Das war aus den Reden der Gäste zu hören.

Mit eindrucksvollen Worten verabschiedete Ordinariatsdirektorin Dr. Sandra Krump den 63-jährigen Realschuldirektor. „Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang“, sagte sie, „in Ihrem Fall muss man aber präziser sein: Kurz ist nur Ihr dienstliches Leben als Schulleiter der Weichser Realschule, aber die Kunst der Kunstfertigkeit, mit der sie diese Funktion ausgefüllt und mit Leben erfüllt haben, hat Veränderungen bewirkt., die über eine sehr lange Zeit Wirkungen entfalten werden.“ Sie ließ kurz sein schulisches Leben Revue passieren, so auch die jahrzehntelange Tätigkeit an der Maria-Ward-Realschule in Nymphenburg. „Gemeinsam mit einem hoch engagierten Kollegium haben Sie in Weichs ein wahres Feuerwerk von Ideen, Initiativen und langfristigen Entwicklungen gezündet, die Antworten auf zentrale Fragen unserer Zeit sind.“ Bei einer Beurteilung über Hertweck hat sie herausgelesen: „Vor der Klasse steht ein freundlicher, souveräner Lehrer, der durch kleine scherzhafte Bemerkungen die Stunde auflockern kann“. Abschließend stellte sie fest, dass Hertweck zu den Lehrern gehörte, die aus Überzeugung und mit Herz und Verstand ihren Beruf ausüben.

Landrat Stefan Löwl sprach von einer segensreichen Arbeit, die Hertweck hier fünf Jahre geleistet hat. Der Landkreis sei stolz auf die kirchlichen Schulen mit ihren hohen Übertrittsquoten. Löwls Dank galt auch Hertwecks Frau, „denn ohne einer starken Partnerin im Hintergrund hätten Sie das alles nicht leisten können“.

Bürgermeister Harald Mundl merkte etwas scherzhaft an: „Da nach 14 Bauabschnitten das Ende immer noch nicht ganz in Sicht ist, haben Sie wahrscheinlich den Joker zur Altersteilzeit gezogen, bevor es baulich weitergeht.“

Ebenfalls humorvoll gaben Schüler aus dem Wahlfach Schulspiel in kleinen Sketchen nette „Eigenschaften“ aus der Schulleitertätigkeit Hertwecks preis. So erhielt er eine Urkunde für den Entwurf der besten Dienstformulare. In Vertretung des verhinderten Ministerialbeauftragten Ernst Fischer würdigte Walter den scheidenden Rektor. So stellte sie fest: „Das ganz Wichtige haben Sie nie aus den Augen verloren. Sie haben die Kinder mit Kopf und Herz erzogen.“

Wehmut und Erleichterung empfindet er heute gleichzeitig, sagte Hertweck bei seiner Abschiedsrede. Symbolisch hatte er einen Schulleiterkoffer dabei. Aus diesen werden jetzt viele Sachen wie Verwaltungsprogramme, Terminkalender usw. ausgeräumt, und dafür viel Privates eingepackt. Da er alles erlebt hat, reine Buben- (als Schüler)- und Mädchenschule (als Lehrer) und jetzt die koedukative Schulform (als Rektor), merkte er an, dass er nicht sagen kann, was besser ist: „Jede ist anders und hat ihre Berechtigung“.

Als pfiffiges Moderatorenduo führten die Schüler Paula Neumayr und Julian Gisel durch das Programm, das musikalisch vom Lehrerchor und einem Bläserquartett aufgelockert wurde. Vor dem Festakt fand ein feierlicher Gottesdienst in der St. Martin Kirche mit Monsignore Pfarrer Michael Bartmann statt.

Zwar ist der scheidende Rektor in seiner fünfjährigen Amtszeit bestimmt kein Weichser geworden, aber eine Anmerkung über den Ort von ihm wird den Anwesenden aus der Gemeinde sicher sehr gefallen haben: „Ich bin dankbar in Weichs, der Perle im Glonntal, gewesen zu sein. Gleichzeitig wurde der Abschluss von 14 Bauabschnitten an der Schule gefeiert. (Ein ausführlicher Bericht folgt).

Heinz Nefzger

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