Kinder hören Mann zu, viel Werkzeug an der Wand
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Führung: Simon Kammermeier bringt Schülern das bäuerliche Leben von früher näher. nef

Simon Kammermeier führt Schulklassen durch Räume in Ebersbach

Neuer Hausherr im Bauernhofmuseum

Ebersbach – Das private Bauernhofmuseum „Auf der Puit“ in Ebersbach wurde zwischen 1983 und 1996 von Dr. Alois Kammermeier aufgebaut. Seither wird es auch bewohnt. Es besteht aus zwei Hauptgebäuden aus dem 18. Jahrhundert und Nebengebäuden wie Back- und Taubenhaus, Bienenstand und Remise. Und jetzt ist noch mehr Leben drin.

Bei dem unter Denkmalschutz stehenden „Doimerhaus“ handelt es sich um das Wohn-Stallgebäude eines Vollbauern aus Günzenhausen in der Holledau, das 1793 in Blockbauweise errichtet und dessen Stallteil im 19. Jahrhundert durch Ziegelmauerwerk ersetzt wurde.

Beim zweiten Haus handelt es sich um eine so genannte Sölde, das Wohn-Stallgebäude eines Dorfschusters aus dem drei Kilometer entfernten Pasenbach, das 1971 abgebrochen wurde.

Von dem ursprünglichen Blockbau aus dem 18. Jahrhundert konnte nur die Schlafkammer im Originalzustand erhalten bleiben, die heute eine Schusterwerkstatt beherbergt, alle übrigen Teile mussten ersetzt werden.

Auf der Nordseite der Dreiseithofanlage steht ein nachgebautes Backhaus von 1893, aus dem nahen Mittermarbach, ein Ziegelbau mit einfach gedecktem Rofendach, das heute eine Sammlung bäuerlichen Gerätes aus der vorindustriellen Zeit beinhaltet. Außerdem sind Nebengebäude für verschiedene Nutzung, ein Bauerngarten und reichlich Tiere von klein bis groß anzutreffen.

Das private Bauernhofmuseum ist mittlerweile in den Besitz von Sohn Simon Kammermeier übergegangen. Kürzlich hatte dieser dabei eine Premiere. Nach dem Tod seines Vater hat er erstmals selbst eine Führung abgehalten. Im Rahmen eines Wandertages waren zwei Klassen der Grundschule Petershausen zu Gast.

Mit Interesse ließen sie sich anschaulich etwa das bäuerliche Leben von früher erklären. So erfuhren sie unter anderem, dass mit einem Dreschflegel die Spreu zum Beispiel vom Weizen getrennt wurde und daher auch der Begriff die Spreu vom Weizen trennen stammt.

Simon Kammermeier bietet auch künftig Besichtigungen an. Aber ausschließlich für Schulkassen unter Voranmeldung per Telefon 01 79/ 5 27 80 59 oder simonkammermeier@mac.com. Näheres dazu ist auch auf der Homepage unter www.ebersbach-lebenimmuseum.de/ zu finden. HEINZ NEFZGER

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