Gabionenwand im Bauauschuss

Präzedenzfall in Weichs? Lärm- und Sichtschutzzaun umstritten

Eine Gabionenwand statt einer Hecke? Mit dieser Frage musste sich der Weichser Bau-Ausschuss befassen - und kam zu einem klaren Ergebnis.

Weichs – Auf Klagen von Gemeindebürgern hin, dass man bei der Einfahrt von der Ludwig-Thoma-Straße in die Freisinger Straße in Weichs wegen einer langen Hecke, die in den Gehsteig ragt, eine schlechte Sicht auf den von links kommenden Verkehr hat, hat die Gemeinde die Beseitigung der Hecke vor dem Dreispänner-Gebäude gefordert. Eine hohe Gabionenwand als Ersatz wurde seinerzeit von der Kommune abgelehnt.

Jetzt haben die drei Anwohner gemeinsam noch einmal einen Antrag gestellt, als Heckenersatz einen etwa 33 Meter langen und zwei Meter hohen Zaun zu errichten, der jeweils abwechselnd aus Gabionenfeldern mit einer Breite von 2,50 Metern und Pflanzen oder Holzfelder mit einer Breite von zwei Metern unterteilt werden soll. Laut Bebauungsplan ist aber nur eine maximale Zaunhöhe von 1,2 Meter zur Staatsstraße hin erlaubt.

Die Antragsteller schreiben unter anderem, dass, wenn sie wie gefordert die Hecke zurückschneiden würden, der „tote“ innere Teil der Sträucher zum Vorschein käme. Dadurch würde das schöne Ortsbild verschandelt. Deshalb wollen sie die Hecke grundsätzlich entfernen und einen gleichwertigen Ersatz anbringen. Dieser soll, „da unsere Familien direkt an der Hauptstraße wohnen, vor einer immensen Lärmbelästigung schützen“.

Sie weisen auch auf den Schmutz hin, den vorbeifahrende Last- und Personenwagen aufwirbeln und der sich in den Gärten niederlässt.

Bürgermeister Harald Mundl (WBV) hatte nichts gegen das Vorhaben und sieht auch keine Tunnelwirkung, da andere Gärten in der Umgebung nicht zur Straße, sondern hinter den Häusern liegen, und „ich glaube an keinen Präsenzfall“.

Simon Kammermeier (SPD) fand den Vorschlag mit Gabionen nicht schön. Er plädierte für einen kompletten Holzzaun auf die gesamte Länge, worauf ein Anliegerehepaar auf der Zuschauerbank einwendete: „Der braucht dann immer streichen, und wir werden ja auch älter“.

Robert Neisser (CSU) befürchtet durchaus einen Präzedenzsfall. Er könnte sich höchstens eine Höhe von 1,50 Metern vorstellen. Auch Thomas Sänger (WBV) war dagegen: „Dann kann man überall einen so hohen Zaun fordern“.

Eine Gabionenwand, auch mit Unterbrechungen, lehnte schließlich der Bauausschuss einstimmig ab. Gegen die Stimmen von Neisser und Sänger fand die Abstimmung für eine zwei Meter hohe Lärmschutzwand aus Holz, die einen halben Meter von der Straße zurückversetzt angebracht und der Streifen außen bepflanzt würde, eine Mehrheit. Eine endgültige Entscheidung muss nun der Gemeinderat treffen. Und dann hängt es noch von den Hausbesitzern ab, ob sie alle drei dem neuen Lösungsvorschlag auch nachkommen wollen.

Heinz Nefzger

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