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„Ich verlasse eine Gemeinschaft“, war bei der Rede der Weichser Realschulabsolventen zu hören (v.l.): Armin Aumüller, Paula Neumayr und Christoph Pütz. 

Weichser Realschule verabschiedet Absolventen

„Brav müsst Ihr nicht sein, aber tapfer“

Es gab viele strahlende Gesichter bei der Abschlussfeier der Theresia-Gerhardinger-Realschule Weichs. Das Motto der Feier für 93 Absolventen: „Freiheit leben – Leben annehmen“.

Weichs– Das Leben der Weichser Realschulabsolventen wird sich in einigen Wochen ziemlich verändern, denn es geht in einer anderen Form weiter: im Beruf, einer weiterführenden Schule oder bei einem sozialen Jahr. Zuerst galt es aber den erfolgreichen Abschluss in der Aula zu feiern.

Und für die Abschlussfeier hatten Musiklehrerin Gerlinde Hachinger-Hingl, das Schulorchester und einige Schüler ein ansprechendes musikalisches Programm zusammengestellt. Unter anderem war „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen zu hören – optimal ausgewählt für die Feier: Denn dabei war ein Hauch von Spannung, Freude, aber auch Erleichterung und Wehmut zu spüren unter den Schülern, ihren Angehörigen und der Schulfamilie aus Lehrern und Mitarbeitern.

Bei diesem Lied bekamen die festlich gekleideten Jugendlichen ihr Abschlusszeugnis – nach sechsjähriger Schulzeit. Und Schulleiterin Anita Aumüller-Menz sagte, dass der heutige Tag für die Eltern vermutlich genauso aufregend sei wie für ihre Sprösslinge. Außerdem zeigte sie alte Klassenfotos vom Beginn der Schulzeit und aktuelle. Viele schmunzelten.    

In besonderer Erinnerung geblieben ist ihr ein T-Shirt mit der Aufschrift „Hausaufgaben mache ich später“. Aumüller-Menz: „Hauptsache man macht sie, und das wie Ihr bis zur Abschlussprüfung.“ Zum Schulabschluss passe für sie ein Spruch von Konfuzius: „Es genügt nicht zum Fluss zu kommen, mit dem Wunsch Fische zu fangen. Man muss auch ein Netz mitbringen“, stellte sie lächelnd fest: „Offensichtlich hatten die Schüler immer reichlich Netze dabei, um den Abschluss zu schaffen.“ Und sie lobte: „Ihr habt viel geleistet.“

Aber die Rektorin sprach auch von zwei großen Herausforderungen: Einmal das Klima, denn die Erderwärmung führe auch zu mehr Hunger und Flucht auf der Welt. Dabei erinnerte sie auch an die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, sie hat die „Fridays for Future“-Demos ausgelöst und damit viele wachgerüttelt.

Aumüller-Menz motivierte die Absolventen nicht nur von der Politik mehr Umweltschutz zu fordern, sondern sich selbst einen Umweltkompass zurechtzulegen. Die Weichser Schule will dabei ein Zeichen setzen und nimmt künftig Tetra Paks aus dem Sortiment des Pausenverkaufs. Ihr besonderer Dank galt dabei auch dem Förderverein der Schule, ohne dessen Unterstützung es wohl keinen Pausenverkauf geben würde.

Teils Nachdenkliches, Humorvolles, aber besonders viel Dankbarkeit war aus den Abschlussreden von Schulsprecher Christoph Pütz sowie den Mitschülern Paula Neumayr und Armin Aumüller herauszuhören. Sie erinnerten an tolle Klassenfahrten und Wahlfächer, die den Zusammenhalt gefördert haben. Zu hören war von ihnen außerdem: „Ich verlasse nicht die Schule, sondern eine Gemeinschaft. Bin stolz, ein Weichser zu sein.“

Immer wieder gab es Veränderungen am Schulbau und an den Unterrichtsangeboten, aber die drei Absolventen waren sich sicher: Die Theresia-Gerhardinger-Realschule wird weiterhin in der Champions League der Schulen im Landkreis spielen.

Der stellvertretende Landrat Dr. Edgar Forster blickte ebenfalls auf seine Schulzeit zurück. Er bezeichnete sich als Mitglied der 68er-Generation, die für mehr Demokratie und Freiheit gekämpft hat, und appellierte an die Absolventen: „Achten Sie auf Gegenströme“, und: „Brav müsst Ihr nicht sein, aber tapfer. Bauen Sie mit an Bayern, Deutschland und Europa“.

Anschließend wurden einige Schüler für ihr besonderes Engagement außerhalb des Unterrichts ausgezeichnet – von Gerold Meinders und Silvia Banach vom Förderverein und Elternbeirat. Nach fast zwei Stunden in der Aula ging es für die Absolventen zum selbst organisierten Abschlussball in die Josef-Wallner-Halle in Vierkirchen, wo sie ihre Mittlere Reife nochmals gebührend gefeiert haben.

nef

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