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Reges Interesse herrschte bei den Zehntklässlern auch am Motorradsimulator, an dem es um veränderte Wahrnehmung ging.

Schüler in Indersdorf und Weichs über die Gefahren von Alkohol am Steuer aufgeklärt

Drastische Aufklärung

Sie hörten Geschichten und bekamen Informationen. Vor allem aber aber erfuhren die Zehntklässler am eigenen Leib, was es bedeutet, alkoholisiert oder unter Drogen am Straßenverkehr teilzunehmen: Realschüler aus Weichs und Markt Indersdorf nahmen jetzt am beeindruckenden Aktionstag „Junge Fahrer gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“ teil.

Einen ganzen Schultag lang standen zwei Polizeiautos vor der Erzbischöflichen Theresia-Gerhardinger-Realschule in Weichs. Doch keine Sorge, es war nichts passiert. Im Gegenteil: Es ging darum, vorzubeugen, dass nichts passiert. Schulleiterin Anita Aumüller-Menz freute sich, dass Weichs die erste Realschule im Landkreis überhaupt war, an der für Zehntklässler ein Aktionstag „Junge Fahrer gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“ abgehalten wurde.  

Neben den eigenen Schülern wurden dazu auch die Zehntklässler der Vinzenz von Paul Realschule im benachbarten Markt Indersdorf eingeladen. Insgesamt waren es rund 250 Buben und Mädchen der beiden kirchlichen Realschulen, die an der abwechslungs- und lehrreichen Veranstaltung teilnahmen.

Durchgeführt wurde der Aktionstag von der Polizeiinspektion Dachau mit ihren Jugendbeauftragten gemeinsam mit der Kreisverkehrswacht Dachau, bei der der zweite Vorsitzende Adrion Wiedenmann zugegen war. Unterstützung kam vom Leiter der Notaufnahme der Helios Klinik in Dachau, Dr. Alexander von Freyburg, und der Führerscheinstelle Dachau.

Von den insgesamt 16 Referenten wurden jeweils eine halbe Stunde lang an zehn Stationen Tests, Vorführungen und Infos angeboten. Dabei begleiteten Lehrkräfte die einzelnen Gruppen. Das Ziel, so Polizeioberkommissarin Andrea Riederer, ist bei diesen Aktionstagen, die Mädchen und Buben gegenüber Alkohol und Drogen im Straßenverkehr nachhaltig zu sensibilisieren: „Jeder Unfall ist einer zu viel. Wenn wir mit der Aktion nur einen verhindern, wäre es schon ein Erfolg“.

Die Workshops waren eine interessante Mischung. So wurde mit Rauschbrillen aufgezeigt, wie es ist, wenn man betrunken mit dem Fahrrad fährt und welche Gefahren sich damit verbinden. Im Freien, in der Turnhalle, in der Aula und in weiteren Räumen herrschte reges Treiben. Bei der ersten Station wurde gleich ein Unfallszenario aufgezeigt, das vor etlichen Jahren im Landkreis passiert ist. Tiefgründig konnten die Jugendlichen dabei erfahren, was aus Feierlaune heraus passieren und welchen „Rattenschwanz“ dies dann nach sich ziehen kann: Schuldfrage, Versicherung, Schuldgefühle, um nur einiges zu nennen.

Bei der ADAC-Schattenausstellung erinnerten Silhouetten an die Geschichten von Jugendlichen, die bei einem Unfall nicht angeschnallt waren. Notwehr/Nothilfe war ein weiteres Thema. Dabei galt es, über den Tellerrand hinauszublicken: Wann wird überzogen reagiert? Wie schütze ich mich selbst? Wo sind die Grenzen?

Auch das Thema „Rund ums Kleinkraftrad“ stand zur Debatte. Unter anderem ging es um unerlaubtes Tuning. Beim Aufprallsimulator mit einem Smart konnten die Schüler im Selbsttest miterleben, was bei einer Geschwindigkeit von 10 bis 12 km/h passieren kann, wenn man nicht angeschnallt ist.

Beim Führerscheinrecht kam unter anderem das begleitende Fahren mit 17 zur Sprache. Der Motorrad-Fahrsimulator gab einen Einblick, wie sich die Wahrnehmungen verändern, wenn man alkoholisiert ist.

Vom Leiter der Krankenhausnotaufnahme waren Details zu hören, wie unangenehm es etwa ist, wenn man nach einem Unfall aufwacht, vielleicht auch noch einen schmerzhaften Katheter gesetzt bekommt und dann von den Eltern abgeholt werden muss.

Nicht nur das Fahren unter Alkohol und Drogen, was mit Spezialbrillen simuliert wurde, sondern auch, wie abgelenkt man ist, wenn man beim Fahren gleichzeitig das Handy bedient, erfuhren die Schüler beim Gokart-Parcours.

Hinsichtlich der Drogen wurden einzelne mit ihrer Zusammensetzung und ihren Auswirkungen vorgestellt. So staunten die Jugendlichen nicht schlecht, als sie feststellen mussten, wie schwer man im „Rausch“ zum Beispiel ein Schlüsselloch findet.

Gerne stellten sich die Referenten der Workshops den Fragen der interessierten Schüler und diskutierten mit ihnen die Thematik, auf Wunsch auch im Einzelgespräch außerhalb der „Beschulungszeiten“.

Viele der Zehntklässler staunten nicht wenig, wie viele Gehirnzellen beim Konsum von Alkohol und Drogen absterben, wie lange der Abbau dauert und wann man dann wieder zum Beispiel auf das Mofa steigen kann bzw. darf: Einen Tipp von der Polizeioberkommissarin Andrea Riederer brachte es auf den Punkt: „Geht’s feiern, bedenkt aber auch, wie Ihr nach Hause kommt!“ Heinz Nefzger

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