Feuerwerk
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Ein buntes Feuerwerksspektakel bot Dr. Braren den Weichsern in den 60er bis 70er-Jahren (Symbolbild)

Feuerwerksspektakel

Der Weichser Dr. Braren zündete in den 60er bis 70er-Jahren als einziger Raketen an Silvester

Heuer gibt es wegen Corona kein Feuerwerk auf öffentlichen Plätzen. In den 60er bis 70er-Jahren war das in Weichs normal. Da zündete Dr. Braren als einziger Raketen.

Weichs – Es wird heuer sicherlich ein Silvester, das noch keiner hierzulande in dieser Form erlebt hat. Mit zahlreichen Corona-Einschränkungen haben die Leute zu leben. So darf etwa auch kein Feuerwerk auf öffentlichen Plätzen veranstaltet werden, lediglich im eigenen Garten. Da es aber keine Raketen in den Geschäften zu kaufen gibt, wird dies sehr eingeschränkt sein. Manche wird es stören, andere eher freuen.

Auf alle Fälle werden vermutlich viele daran denken, dass es zum Jahreswechsel schon mal nur ein privates Feuerwerk in Weichs gab: Es war so um die 60er bis Anfang der 70er-Jahre, erinnern sich ältere Weichser zurück. Damals hat immer der damalige Landarzt Dr. Brar Braren hinter seiner früheren Praxis an der Münchner Straße um Mitternacht ein Feuerwerk veranstaltet, auf das sich viele schon Wochen vorher gefreut haben. Sein Sohn Lorenz, den alle nur Lolo nannten, erinnert sich noch gut: „Die lange Auffahrt zur Praxis war meist voll von Schaulustigen.“ Auch aus dem Mandlsaal, wo regelmäßig ein Silvesterball stattfand, kamen die Besucher ins Freie und bestaunten am Nachthimmel, oft auch mit einem Glas Sekt in der Hand, das bunte Feuerwerk, das etwa eine Viertelstunde dauerte. Man sah es auch gut von den umliegenden Orten aus.

Lolo, der zum Schluss sogar noch ein paar Mal selbst die „Regie“ übernahm, hat das Feuerwerk für seinen Vater öfters in München geholt, „dabei brauchte ich aber immer einen Einkaufsberechtigungsschein vom Landratsamt. Und billig war es gewiss auch nicht.“ Doch Dr. Braren hat es immer gerne gemacht. Er war trotz seiner Abstammung aus dem hohen Norden von der Insel Föhr ein Weichser mit Leib und Seele.

Zu dieser Zeit wurden fast von niemand anderem Feuerwerkskörper in den Himmel geschossen. Lediglich die Buben hatten teils schon kleine Liliputs-, Schweizer-Kracher oder Knallfrösche. Manche Erwachsene schossen höchstens einige Leuchtkugeln aus der Pistole zu Silvester ab.

Heuer werden vermutlich auch welche rausschauen und sich daran erinnern, wie hell und laut es in all den vergangenen Jahren zum Jahreswechsel zuging. Oder noch weiter zurückdenken, als man sich über das große Feuerwerk von Dr. Brar Braren freute.

Heinz Nefzger

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