So hätte das Tiny Haus in Weichs aussehen sollen. nef
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So hätte das Tiny Haus in Weichs aussehen sollen.

Nach Ablehnung eines konkreten Antrags im Ausschuss Grundsatzdebatte im Gemeinderat

Tiny Häuser auch in Weichs denkbar

Weichs – Wenn im Bau- und Umweltausschuss ein Antrag bzw. eine Voranfrage zu einer einstimmigen Entscheidung führt, ist es eigentlich so, dass das Thema abgeschlossen ist und nicht mehr zur Behandlung in den Gemeinderat geht. Eigentlich.   

Denn die Ablehnung einer Aufstellung eines Tiny Häuser für einige Jahre im Neubaugebiet „Aufhausener Feld“ wollte Magdalena Schuster (Grüne) nicht so einfach stehen lassen. Da sie, selbst Mitglied im Weichser Bau- und Umweltausschuss, dieser Sitzung nicht beiwohnen konnte, wollte sie nun in der Gemeinderatssitzung nachträglich die allgemeine Meinung zur Ablehnung wissen, der sie nicht zugestimmt hätte. Sie sähe dabei die Möglichkeit, zu wohnen, ohne sich gleich überschulden zu müssen.

Damit machte sie im Ratsgremium schnell ein „Fass“ auf, was im Rahmen der schon umfangreichen Haushaltssitzung so nicht erwartet wurde. Gemeinderätin Petra Hesse (SPD) stellte sich spontan an Schusters Seite und meinte, dass sie die Entscheidung nicht verstehen könne. Sie sei sich sicher, wenn Schuster und Simon Kammermeier (SPD, fehlte ebenfalls bei der Ausschusssitzung) da gewesen wären, dass es dann nicht zu einer einstimmigen Ablehnung gekommen wäre – „und dann wäre ich gespannt gewesen, ob der Gemeinderat dies auch abgelehnt hätte“.

Hesse sprach von geänderten Lebensmodulen und meinte: „Mich als Nachbar würde so ein Haus weniger stören wie etwa ein Dreispänner“.

Unterstützung bekam sie von Basti Brummer (WBV), der Häuser auf Rädern ebenso wie ein Tiny Haus für Jugendliche, die sich noch kein eigenes Haus mit großem Grundstück leisten können, begrüßen würde.

Die Entscheider des Bauausschusses wurden offenbar schon etwas überrascht von der Diskussion. So war etwa von Herbert Rahn (FW) und Florian Betz (WBV) zu hören, dass man ja generell keine Tiny Häuser ablehne, sondern lediglich auf dem gewünschten Grundstück im Neubaugebiet, das von der Häuserstruktur einen ganz anderen Charakter habe. Hier, so sagten sie, passe es nicht.

Auch Martin Hofmann (CSU), der dem Ausschuss nicht angehört, meldete sich zu Wort: „Wir haben im ,Aufhausener Feld‘ doch ein Baugebiet geschaffen, wo es einen Bauzwang gibt, und das nicht für Spekulanten offen steht.“ Er meinte damit, dass man mit dieser Häuserform für wenig Geld ein Gebäude hinstellen könnte und der Grundstückswert nach dem Abbau in vielleicht fünf Jahren immens steigen könnte.

Bürgermeister Harald Mundl (WBV) stellte in Aussicht, dass die Gemeinde bei einem eventuellen neuen Baugebiet durchaus auch an Flächen für Tiny-Häuser denken könne, „nur im aktuellen Fall passt es halt nicht“.

Heinz Nefzger

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