Muss dringend saniert werden: der Kindergarten St. Martin an der Baustädterstraße.
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Muss dringend saniert werden: der Kindergarten St. Martin an der Baustädterstraße.

Nichts geht voran

Unmut über Ordinariat wächst in Weichs

Die unerledigten kirchlichen „Baustellen“ in der Pfarrei Weichs werden immer mehr. Unter den Pfarrangehörigen wächst das Unverständnis, warum einfach nichts weitergeht.

VON HEINZ NEFZGER

Weichs – Seit dem Pfarrer Georg Reichl im August 2011 in Ruhestand ging, ist der Weichser Pfarrhof nicht mehr bewohnt. Die Räume werden teilweise nur noch vom Pfarrbüro und einigen Mitarbeitern genutzt. Eine seit Jahren angedachte Sanierung steht immer noch aus. Inzwischen wurde zudem noch die Kirche St. Martin gesperrt. Grund: Risse im Altarbogen könnten eine Gefahr für die Kirchenbesucher darstellen.

Wann genau weitere Untersuchungen stattfinden und ob die Kirche bald wieder geöffnet werden kann, ist noch unklar. Gerüchten zufolge muss eventuell sogar das komplette Dach erneuert werden. Dann könnte die Schließung noch lange andauern.

Zum Bedauern vieler Weichser – von denen sich allerdings keiner zitieren lassen will – kamen von Kirchenverantwortlichen keine konkreten Informationen. Genauso verhält es sich bei der Sanierung des Kindergartens St. Martin in der Baustädterstraße, die bereits vergangenes Jahr in die Planungen aufgenommen wurde. Hier gab bisher auch die Gemeinde, die sich an den Kosten mit zwei Drittel beteiligen hätte sollen, keine Infos heraus.

Jetzt hat Bürgermeister Harald Mundl bei der Bürgerversammlung erstmals offiziell dazu Stellung genommen. Wegen des Baus des Kinderhauses sei eine finanzielle Beteiligung an der Sanierung nicht möglich. Deshalb habe die Gemeinde der Kirche angeboten, den Kindergarten statt einer kostspieligen Sanierung in das neue Kinderhaus zu verlegen.

Mundl informierte auch über Details: Beim Katholischen Kindergarten bestehe erheblicher Sanierungsbedarf. Die Gruppenräume können zwar weiterhin benutzt werden, doch zum Schlafen und Turnen nutzen die Kinder mittlerweile Räume im ersten Stock des benachbarten Pfarrheimes. Eine Entscheidung der Kirche stehe noch aus. Jetzt werden Container im Pfarrgarten aufgestellt, die so oder so – egal ob Sanierung oder in zwei Jahren Umzug in das Kinderhaus – als Übergangslösung gebraucht werden.

„Es ist halt immer so schwierig, mit dem Ordinariat Lösungen zu finden...“Solche Sätze sind immer wieder in Weichs zu hören. Egal ob in der Kirchengemeinde oder in der politischen Gemeinde. Jedoch will niemand zu diesem Thema seinen Namen in der Zeitung lesen. Die Unzufriedenen mit den Kirchenoberen in Weichs wächst.

Dazu passt auch eine Aussage einer Kirchenbesucherin unlängst nach dem Gottesdienst: „Nichts geht bei uns weiter. Nicht mal das marode Pflaster im Friedhof wird gerichtet. Aber das interessiert ja auch im Ordinariat niemanden.“

Probleme mit dem Ordinariat, speziell weil bei vielen Bauangelegenheiten einfach nichts voran geht, oder die Anliegen der Verantwortlichen in den Pfarreien einfach nicht ernst genommen werden, sind aber nicht Weichs spezifisch. Das hört und man auch von anderen Pfarreien – wie kürzlich in Erdweg (wir berichteten).

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