Kinderbetreuung

Kinderkrippe in Weichs nicht voll ausgelastet: Unter Dreijährige sollen nicht in Kindergarten

Der Kindergarten in Weichs nimmt immer wieder Kinder unter drei Jahren auf. Dies kann jedoch folgenschwere Konsequenzen für die Kinderkrippe haben.

Der Wechsel von unter Dreijährige in den Kindergarten wird für die Weichser Kinderkrippe zum Problem.

Weichs – Auch wenn sich der Umzug nicht wie geplant im September realisieren lässt (wir haben bereits berichtet), sondern vermutlich erst im November erfolgen kann, galt es im Weichser Gemeinderat die Betriebsvereinbarung mit dem Kindergarten St. Martin für das neue Kinderhaus zu beraten. Dabei stellte Petra Hesse (SPD) fest, dass sie es nicht für gut findet, dass der Kindergarten auch schon Kinder unter drei Jahren aufnimmt, weshalb teilweise bereits Zweieinhalbjährige von der Krippe Sonnenkäferhaus in den Kindergarten wechseln.

Träger der Krippe ist die Initiative zur Förderung Kinder und Jugendlicher in Weichs e.V., bei der Hesse im Vorstand sitzt. Sie bat, in der Vereinbarung darauf hinzuweisen, dass Kinder erst ab drei Jahren im Kindergarten aufgenommen werden sollten. Hesse: „Sollte die Krippe nicht ausgelastet sein, ist sie in ihrer Existenz gefährdet“.

Bürgermeister Harald Mundl (WBV) erfuhr tags darauf von den Verantwortlichen, dass es momentan wirklich so aussieht, dass die Kinderkrippe im nächsten Betreuungsjahr nicht voll belegt sein wird. Grund hierfür ist, dass einige Eltern, deren Kinder noch nicht das dritte Lebensjahr vollendet haben, ihre Kinder gleich in den Kindergärten anmelden und nicht in der für sie eigentlich zuständigen Kinderkrippe.

„Da die Gemeinde ein Auge darauf haben muss, dass die Kinderbetreuung in allen Einrichtungen auch langfristig sichergestellt werden kann, ist es für den Gemeinderat sehr wichtig, dass sämtliche Betreuungseinrichtungen auch gleichmäßig ausgelastet sind und es nicht durch Unterdeckungen in manchen Einrichtungen zu Problemen kommt“, so Mundl.

In der Kinderkrippe Sonnenkäferhaus ist im jetzigen Modul-Gebäude Platz für 30 Kinder, im neuen Kinderhaus sogar für 36 bis zum Alter von drei Jahren. Zu Beginn des neuen Betreuungsjahres besuchen nach aktuellem Stand nur 22 Kinder die Kinderkrippe, „während es im Kindergarten St. Martin eine Warteliste gibt, auf der Kinder unter drei Jahren zu finden sind, die eigentlich ihren Betreuungsplatz in der Kinderkrippe zu finden haben“, sagte Mundl.

Daher hat der Gemeinderat in der Sitzung der neuen Betriebsträgervereinbarung nur unter dem Vorbehalt zugestimmt, dass eine Ergänzung mit aufgenommen werden soll, dass Kinder unter drei Jahren grundsätzlich an die Kinderkrippe zu verweisen sind.

Der Passus lautet wie folgt: „Eine Aufnahme von Kindern unter drei Jahren ist im Kindergarten St. Martin nur dann möglich (das gilt auch für alle anderen Kindergarteneinrichtungen in der Gemeinde), sofern die Aufnahmekapazitäten der am Ort tätigen Kinderkrippeneinrichtungen erschöpft sind. Ansonsten sind Kinder unter drei Jahren an die Träger der Kinderkrippeneinrichtungen am Ort zu verweisen. Bei Geschwisterkindern kann in Absprache zwischen den betroffenen Trägern und der Gemeinde eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden, sofern das neu aufzunehmende Geschwisterkind am Stichtag 1. September bereits zweieinhalb Jahre alt ist und die Leistungsfähigkeit der hiervon betroffenen Krippeneinrichtung nicht gefährdet ist.“ Diesen Passus gilt es nun mit der Kirchenstiftung, als Träger des Kindergartens St. Martin, noch abzustimmen.   

Sofern deren Zustimmung erteilt wird, kann seitens der Gemeindeverwaltung die neue und ergänzte Betriebsträgervereinbarung unterzeichnet werden. Harald Mundl meinte abschließend: „Einer dauerhaften Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und dem Kindergarten St. Martin stünde dann nichts mehr im Wege“.

Heinz Nefzger

Rubriklistenbild: © Symbolbild: Sebastian Kahnert/dpa

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