Kindergartensanierung in Weichs bleibt heißes Thema

Applaus für Kritik am Ordinariat

Die Sanierung bzw. der Umzug des St. Martin-Kindergartens in Weichs sorgen im Gemeinderat weiter für Diskussion.

Weichs– Was von kirchlicher Seite schon bestätigt wurde, hat nun auch der Gemeinderat durch seine Zustimmung offiziell dokumentiert: Der von Schwester Gunda geleitete St. Martin-Kindergarten unter der Trägerschaft des Kita-Verbundes Röhrmoos-Hebertshausen wird in etwa zwei Jahren in das gerade an der Fränkingerstraße entstehende neue Kinderhaus umziehen. Wenn bis Januar die Containermodulanlage im Pfarrgarten steht, in der die Kinder vorübergehend untergebracht werden, wird der Katholische Kindergarten an der Baustädterstraße ganz geschlossen.

Die Gemeinderäte stimmten dieser Verlagerung zu, auch wenn sich manche kritisch äußerten. Werner Dornstädter (FW) wollte wissen, ob das Kinderhaus wegen des Kindergarteneinzugs baulich umgeplant werden müsse. Bürgermeister Harald Mundl (WBV) verneinte dies eindeutig. Recht heftige Attacken gegen das Ordinariat fuhr Martin Betz (CSU) auf. Er findet es zwar gut, was bei den Verhandlungen rauskam und dass die Kirche weiterhin als Träger in Weichs vertreten ist – aber ganz und gar nicht, was im Vorfeld ablief. Betz: „Ich schätze die Arbeit der Verantwortlichen vor Ort. Wie die Kirche aber auf die Gemeinde zugekommen und mit uns umgegangen ist, stört mich schon sehr und hemmte die Entwicklung“.

Aus einer Stellungnahme der Kirchenverwaltung St. Martin Weichs und des Kita- Verbundes Ende November ging hervor: Die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten am katholischen St.-Martin-Kindergarten an der Baustädterstraße werden nicht kommen. Es scheiterte an der Finanzierung. Die Gemeinde hätte zwei Drittel der Kosten übernehmen sollen (wir haben berichtet).

Martin Betz erinnerte deshalb in der Sitzung an Milliardensummen, die die Kirche an Vermögen „zum Beispiel durch Grundstücke, Wertpapiere und Kirchensteuern hat“. Für ihn fehlte hier jegliche Solidarität gegenüber der Gemeinde – „derweil gehört auch die Kinderbetreuung zur Aufgabe der Kirche“. Der CSU-Gemeinderat kündigte an, seine finanziellen Kirchenbeiträge künftig zu überdenken.

Spontanen zustimmenden Beifall, was in dieser Form noch nicht oft in einer Weichser Sitzung vorgekommen ist, erhielt der „schwarze“ Betz vom „roten“ Ratskollegen Simon Kammermeier (SPD). Dieser hätte nach eigenen Worten sowieso lieber den BRK-Kindergarten Burzlbam künftig im Kinderhaus gesehen.

Der gemeindliche Kindergarten wird aber beim Rathaus bleiben, und im neuen Jahr im Januar einer Bestandsaufnahme unterzogen. So wie es aussieht, war von Bürgermeister Harald Mundl zu hören, werden hier einige Sanierungsmaßnahmen anstehen.

nef

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