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Man kann wieder hinüber: Die neue Brücke an der Weichser Mühle ist fertig.

Bauprojekt an der Alten Mühle ist abgeschlossen

Das Glück mit dem Glonnbrückerl

Die Brücke an der Alten Mühle in Weichs wurde neu hergestellt und ist jetzt wieder befahrbar. 

Weichs – Um die teilweise schlimmen Überschwemmungen zu mindern und den Hochwasserschutz zu verbessern, wurde in den 1920er Jahren der Flusslauf der Glonn reguliert. Damals wurde auch die Brücke an der Alten Mühle in Weichs neu errichtet. Vor ein paar Monaten wurden etliche Mängel festgestellt, was eine Sperrung zur Folge hatte. Es standen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an. Diese sind abgeschlossen – und das deutlich günstiger und auch schneller als geplant.

Das Projekt hat eine längere Vorgeschichte: 2011 empfahl ein Ingenieurbüro, den Überbau abzubrechen, die Stützwände in der Wasserwechselzone mit einem Betoninstandsetzungssystem zu reprofilieren und einen neuen Überbau mit einem Geländer gemäß den geltenden Vorschriften herzustellen. Bei einer Folgeüberprüfung 2018 stellte ein anderes Ingenieurbüro jedoch Einsturzgefahr fest: „Die Brücke ist am Ende ihrer Lebensdauer angelangt, und ein Neubau ist notwendig“. Der geforderte Neubau wurde jedoch von der Gemeinde Weichs infrage gestellt, da er den Haushalt zu stark belastet hätte. Deutlich über 200 000 Euro zuzüglich Planungskosten waren prognostiziert.

Die Gemeinde hatte auch den Jetzendorfer Mühlenbesitzer Josef W. Karl als betroffenen Anrainer über den Stand der Dinge informiert. Der Sägestadel des Mühlenanwesens konnte seit der Sperrung nur noch mit Umweg über einen unbefestigten Feldweg angefahren werden. Über die Brücke führte außerdem auch der Altbaierische Oxenweg. Radfahrer, aber auch viele Spaziergang nutzen den Übergang oft.

Bürgermeister Mundl und Mühlenbesitzer Karl suchten gemeinsam nach einer günstigeren Lösung. Der Mühlenbesitzer sagte zu, sich freiwillig an den Kosten zu beteiligen und darüber hinaus „seinen“ Planer einzubeziehen, unter dessen Leitung schon das Kraftwerk der Mühle und die Wehranlage „revitalisiert“ worden waren.

Die neue Planung setzte auf die Verwendung einer Fertigbetonplatte. Ein kompletter Neubau war somit wegen der guten Substanz der Widerlager gar nicht nötig. Die gesamte Instandsetzung inklusive Planung und Bauüberwachung wird damit nur etwa ein Drittel der ursprünglich angesetzten Kosten betragen. Enthalten ist auch das neue Metallgeländer.

Mit der erfolgreichen Instandsetzung bleibt die bewährte Wegeführung samt direktem Zugang zum Oxenweg vom Ortskern aus erhalten. Mühlenbesitzer Karl kann zudem den hinteren Teil des Mühlenanwesens wieder problemlos erreichen. „Ich möchte mich bei Herrn Bürgermeister Mundl und Herrn Kolles vom Bauamt der Gemeinde für das gute und effiziente Miteinander bedanken“, sagte Karl.

Mundl erwiderte bei einem Ortstermin, dass ein solches freiwilliges Engagement nicht selbstverständlich sei. „Ich bin außerdem froh und erleichtert, dass wir den beliebten Spazierweg entlang der Glonn für die Weichser Bürger wieder öffnen können.“ Der seit ein paar Tagen wieder offene Übergang kann von Fahrzeugen bis zu einem Gewicht von 7,5 Tonnen befahren werden.

nef

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